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Zu steil, zu laut, zu abgelegen – warum in der Stadt wohl kein Urlaubsflair aufkommen wird

Für Hameln gilt: Kein Strand in Sicht

Hameln (ww). Urlaub vor der Haustür: Die Füße stecken im warmen Sand, Palmen wiegen sich leicht im Wind, aus einem Strandkorb heraus kann man die Schiffe betrachten, die auf der Weser vorbeiziehen. Das Leben am Fluss kann so schön sein. Besonders, wenn im Sommer die Gastronomen am Weserufer ihre Pforten öffnen und man den Feierabend mit kühlen Getränken unterm Abendhimmel ausklingen lassen kann – so wie im Bremer „Café Sand“.

veröffentlicht am 11.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 00:21 Uhr

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Ein gutes Stück weseraufwärts meint es das Wetter zwar ähnlich gut – oder schlecht – mit uns, in Hameln werden derzeit anstelle von Füßen aber eher Köpfe in den Sand gesteckt. „Jede Stadt, die einen Fluss hat, sollte etwas daraus machen“, sagt Gabriele Güse vom deutschen Hotel- und Gaststätten-Verband Dehoga. Dennoch scheint die Nutzung eines Uferabschnittes der Weser in Hameln als Strandbar weder vorgesehen noch von besonderem Interesse. Woran liegt’s?

„An Landschafts- und Lärmschutzbestimmungen allein kann es jedenfalls nicht liegen,“ erklärt Güse. „Es existiert bereits Gastronomie direkt an der Weser, ob man auf einer Terrasse oder direkt im Sand sitzt, macht da keinen Unterschied.“ Auch Stadtsprecher Thomas Wahmes sähe gern eine Strandbar an der Weser in Hameln. Im Vergleich zu Städten wie Minden oder Rinteln habe Hameln allerdings den großen Nachteil, dass freie Uferbereiche, etwa im Bereich zwischen Thiewallbrücke und Pfortmühle, relativ steil seien. Ein Strandabschnitt direkt an Ufer könne also immer nur eine temporäre Einrichtung sein, so Wahmes: „Andernfalls würde sich der aufgeschüttete Sand vermutlich im Herbst, wenn die Weser Hochwasser führt, in Minden wiederfinden.“ Im Bereich des Krankenhauses, wo das Ufer flacher ist, gäbe es hingegen durchaus ein Problem mit dem Lärm.

Anlässlich der Fußball-WM vor zwei Jahren hatte das Hamelner Stadtmarketing auf dem Stockhof vor der Rattenfänger-Halle auf einer Fläche von 400 Quadratmetern Heidesand aufschütten lassen, Platz zum Sonnen, Beachvolleyball-Spielen oder zum Public Viewing bei kühlen Getränken. Angenommen wurde das Angebot damals allerdings kaum. Kurz nach der WM wurde der Sand für mehrere tausend Euro wieder abgetragen. Der damalige Stadtmanager Stefan Schlichte schloss weitere Unternehmen an der Promenade aus.

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Dabei verirren sich nicht nur in die Berliner Strandbars an der Spree täglich Hunderte Touristen, die das Konzept „Copacabana in der Stadt“ durchaus rentabel machen. Auch entlang der Weser gibt es das eine oder andere Angebot, das offenbar gut angenommen wird: Bereits 2007 durch den Verein der Weserfreunde angestoßen, beschloss der Mindener Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr in diesem Januar ein Entwicklungskonzept, um das rechte Weserufer attraktiver zu gestalten. Zwischen Juni und September kann der Blick auf die Weser nun aus der „Strandbar“ genossen werden – auch dank der guten Kooperation aller an Bau und Eröffnung beteiligten Behörden und Ämter.

In Holzminden wurde die bereits existierende „Hafenbar“ 2009, als das Projekt „Stadt im Fluss“ startete und der Weserkai umgestaltet wurde, um einen Strandabschnitt erweitert.

Und in Hameln? Möglicherweise liegt es an der schlechten Anbindung der Innenstadt an die Weser, für wahrscheinlicher hält Wahmes aber, dass eventuelle Initiatoren vor den Risiken verregneter Sommer und den Kosten für die Abtragung des Sandes am Ende der Saison zurückschrecken.

Die „Hafenbar“ in Holzminden (li.) und das Bremer „Café Sand“ konnten sich auch jenseits des Berliner Spreeufers als beliebte Treffpunkte etablieren.Fotos: tah/Hal över

So kann ein Feierabend an der Weser aussehen: die Mindener „Strandbar“.Foto: Stadt Minden



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