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Geschäftsmann kann die Aufregung um Subventionen und Politikkontakte nicht verstehen

Für Fard ist der Wulff-Kontakt „ganz normal“

Hameln (TT). Ali Memari Fard kann „die ganze Aufregung um Kontakte zwischen Politikern und Unternehmern nicht verstehen“. Der Geschäftsmann, der 2009 mit seinen Hamelner Firmen in die Insolvenz ging, ist in den vergangenen Tagen wegen seiner geschäftlichen wie privaten Verbindungen zum heutigen Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) in die Schlagzeilen geraten.

veröffentlicht am 20.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 04:21 Uhr

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Auf Anfrage der Dewezet sagte Fard, der sich derzeit im Iran aufhält: „Ich habe zu vielen Politikern Kontakte gehabt, nicht nur zu Ministerpräsident Wulff und Wirtschaftsminister Walter Hirche.“ So war Fard auch mit Sigmar Gabriel (SPD) in dessen Zeit als Ministerpräsident 2002 auf einer Delegationsreise und besuchte mit ihm Katar, Syrien, Ägypten und Jordanien. Auch mit dem CSU-Politiker Michel Glos sei er im Ausland gewesen.

Für Fard liegt es „in der Natur der Sache“, dass Politiker und Wirtschaftsvertreter sich kennen, sich gegenseitig mit Kontakten helfen und gemeinsam auf Auslandsreisen seien. Für Fard ist es „ganz normal, dass man sich auf solchen Reisen dann auch privat kennenlernt“. Daraus sei zum Beispiel auch 2008 der gemeinsame Kochabend mit Wulff in seinem Privathaus entstanden, den die Landesregierung auf eine SPD-Anfrage hin nicht mit aufgelistet hatte und der deshalb jetzt für Wirbel sorgt. Fard: „Zu dem Wettkochen aus Jux und Dollerei bei mir zu Hause waren sechs Vertreter aus der Wirtschaft eingeladen, und Herr Wulff war auch dabei.“ Solche privaten Treffen dienten dazu, Kontakte zu vertiefen, wie das „in allen Bereichen der Gesellschaft üblich ist“. Er wie auch sein Bruder Akbar hätte der Politik immer wieder bei Reisen und bei „ganz normalen funktionsbedingten Treffen“ zur Verfügung gestanden, „weil wir überallhin über sehr gute Kontakte verfügen, vor allem in die arabischen Länder“. Der iranische Geschäftsmann sieht sich dabei als Türöffner für deutsche Interessen: „Gerne haben wir geholfen, Verbindungen zu schmieden.“

Allerdings hat nicht nur Fard der Politik geholfen, sondern es war eben auch umgekehrt: So hat die Landesregierung in den Jahren 1995 bis 2009 die Fard’schen Firmen immer wieder mit Subventionen und Bürgschaften unterstützt. Der Landesrechnungshof spricht von 16,6 Millionen Euro an Bürgschaften und fast zwei Millionen Euro Fördergeldern. In einem Bericht hat der Rechnungshof jetzt festgestellt, dass einige Subventionen nicht gerechtfertigt gewesen seien (wir berichteten). Das seit vielen Jahren FDP-geführte Wirtschaftsministerium muss nun dazu Stellung nehmen.

Fard selbst ist Mitglied der FDP. Nach eigener Aussage gehört er „seit etwa zwei Jahren der FDP an“. Er sei schon lange politisch aktiv, und so sei er vor seiner Zeit in der FDP auch „Mitglied in der CDU gewesen, davor in der SPD und davor sogar bei den Grünen“. Fard: „Ich bin kein Mensch, den die Parteipolitik interessiert. Ich wechsele die Partei auch schon mal, wenn die Partei in meinen Augen nicht die richtige Politik in der Sache macht.“



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