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400 000 Euro teures Feuerwehrfahrzeug fällt durch Abnahmeprüfung / Seit vier Monaten in der Garage

Für Einsätze nicht gerüstet

Hameln. Ende vergangenen Jahres hat die Hamelner Feuerwehr einen neuen Rüstwagen erhalten – gut vier Monate ist das jetzt her. Zum Einsatz ist das 400 000 Euro teure Spezialfahrzeug allerdings immer noch nicht gekommen. Es steht in der Fahrzeughalle, kann nicht genutzt werden. Dabei sollte der bis unters Dach mit modernsten Rettungsgeräten ausgestattete Feuerwehrwagen schon vor Wochen in Dienst gestellt werden.

veröffentlicht am 20.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:26 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Ein solcher Rüstwagen wird immer dann benötigt, wenn eingeklemmte Unfallopfer befreit oder Gebäude abgestützt werden müssen. Für diese Art von Einsätzen ist das Spezialfahrzeug angeschafft worden. Doch der Feuerwehr-Lastwagen hat Mängel; er ist durch die Abnahmeprüfung gefallen. Die Stadt Hameln hat das Hightech-Fahrzeug ein kleines Vermögen gekostet. Das Fahrgestell ist ein Mercedes, der Aufbau kommt von der Magirus GmbH. „Weil es im Ernstfall keine zweite Chance gibt, muss von Anfang an alles stimmen“, heißt es auf der Internetseite des Brandschutztechnik-Herstellers. Das Problem: Der Hamelner Fahrzeug hat Mängel, ist deshalb nicht einsatzbereit.

Glücklich mit der Situation sind die Feuerwehrleute nicht. Es seien vor allem Kleinigkeiten, die beanstandet wurden, erzählt Brandoberamtsrat Andreas Zerbe. Mal hätte hier etwas geklemmt, mal dort. Auch das 90 Meter lange Stahlseil der Winde ist beschädigt. Das sei bei einer Unterweisung bemerkt worden, berichtet Zerbe. „Von außen sieht alles sehr schön aus. Aber wenn man mit dem Fahrzeug arbeitet, merkt man schnell, dass hier und da etwas hakt“, erklärt der Leiter der Wachbereitschaft, die Teil der Freiwilligen Feuerwehr ist. Weil staatliche Mittel geflossen sind – die Anschaffung wurde mit Einnahmen der Feuerschutzsteuer bezuschusst – musste der Rüstwagen wie andere Feuerwehrfahrzeuge auch an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle zur Prüfung vorgestellt werden. Wider Erwarten bestand das Spezialfahrzeug dort die Anforderungen nicht.

Inzwischen steht das neue Fahrzeug schon seit Monaten in der Fahrzeughalle an der Ruthenstraße. Der Hersteller hat Fehler behoben – im Rahmen der Gewährleistung. „Die machen das ordentlich. Erst in der vergangenen Woche war ein Mitarbeiter drei Tage hier, sagt Brandinspektor Eugen Steiger.

Vom Stromaggregat, dem Lichtmast und einem hydraulischen Hilfeleistungssatz über Arbeitsbühnen, Bohrhämmer und Schweißgeräte bis zur kleinsten Schraube: Ein Rüstwagen ist wie eine rollende Werkstatt. Es sind auch völlig neuartige Geräte an Bord: „Das erfordert eine umfangreiche Ausbildung. Ich kann so ein Auto nicht auf den Hof stellen – und morgen fährt es“, spricht Zerbe die Unterweisungen und Schulungen an. Mehr als 60 Feuerwehrleute werden mit den Gerätschaften arbeiten.

Ganz ohne Rüstwagen ist die Feuerwehr nicht. Ein 24 Jahre altes Vorgängermodell leistet noch seine Dienste. Vor zwei Wochen ist es jedoch bei einem Einsatz am Multimarkt liegen geblieben. Feuerwehrleute sind gute Handwerker – Techniker der eigenen Kfz-Werkstatt haben den Lastwagen innerhalb kürzester Zeit mit eigenen Mitteln wieder flottgemacht.



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