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Seit zehn Jahren: Ausbildungs-Projekt der Jugendanstalt

Für eine Zukunft nach der Haft

Hameln/Göttingen. Niedersachsenweit ist es einzigartig. Das Göttinger Projekt, das Häftlinge im Jugendvollzug für spätere Jobs qualifiziert, sie für den Arbeitsmarkt fit macht und ihnen auch den Einstieg in den späteren Alltag erleichtern soll. Der offene Jugendvollzug in Göttingen gehört seit 2010 zur Jugendanstalt in Hameln. Dort werden alle männlichen Jugendliche und Heranwachsende, die eine Haftstrafe von höchstens dreieinhalb Jahren verbüßen, aufgenommen.

veröffentlicht am 12.08.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 18:41 Uhr

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„Die Berufsvorbereitung im offenen Strafvollzug ist seit nunmehr zehn Jahren eine Erfolgsgeschichte für die Integration junger Straftäter“, sagt Hans-Jörg Murken, Abteilungsleiter der Jugendanstalt Hameln für Göttingen. Nach einem Eignungstest können die inhaftierten Jugendlichen unter pädagogischer und fachlicher Begleitung in der Anstalt arbeiten oder aber ein Praktikum in einem externen Betrieb absolvieren. Die jungen Erwachsenen können wählen zwischen einer Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau oder der Gastronomie. Auch in einer Holztischlerei und Schlosserei können sie Erfahrungen sammeln.

Rund ein Drittel der Inhaftierten (im offenen Vollzug Göttingen stehen 100 Plätze zur Verfügung) durchlaufen solch eine Ausbildung. „2014 und 2015 nahmen bislang 36 junge Männer an der Maßnahme teil. Knapp die Hälfte konnte danach eine Ausbildung oder eine sozialversicherungspflichtige Stelle finden“, heißt es in einer Mitteilung der Anstalt. Dazu hätten acht weitere Teilnehmer Schulabschlüsse erworben und dadurch ihre Startchancen nachhaltig verbessern können, gibt Christine Gudd von der Göttinger Agentur für Arbeit bekannt.

„Die Teilnahme am Projekt ist für die jungen Häftlinge freiwillig“, sagt Projekt-Koordinatorin Petra Rotter. „Und es wird auch nicht jeder genommen.“ Interessierte würden nicht nur einem Eignungstest unterzogen, auch ihre persönlichen Fähigkeiten würden abgefragt. „Voraussetzung ist ein Schulbesuch vor der Haft und eine gewisse Ausbildungsreife“, so die Erläuterung der Anstalt. Der Göttinger Vollzug hebt sich auch von anderen Institutionen ab, da das Gelände nicht von Mauern umschlossen ist, die Fenster nicht vergittert sind. „In Göttingen sehen wir den Strafvollzug mehr unter jugendpolitischen Gesichtspunkten“, sagt Abteilungsleiter Murken. „Wir geben die Jugendlichen hier nicht auf, sie sollen uns nicht verloren gehen.“dpa



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