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Rechtsanspruch auf Betreuung ab August: Hameln bietet für jedes dritte Kind eine Möglichkeit

Für die Stadt kein Kinderspiel

Hameln. In knapp einem Monat fällt der Startschuss: Eltern haben ab 1. August einen Anspruch auf einen Krippenplatz für Kinder ab einem Jahr. Bund, Länder und Kommunen rechnen damit, dass durchschnittlich rund 35 Prozent der Eltern die Betreuung für ihr Kind einfordern werden. Die Stadt Hameln erreicht diese Quote mit 32,2 Prozent knapp. Für die 1354 Kinder, die betreut werden müssen, stehen 436 Plätze zur Verfügung. Diese wiederum teilen sich auf in 341 Krippenplätze und 95 Plätze bei Tagesmüttern.

veröffentlicht am 27.06.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 17:21 Uhr

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Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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Seit 2007 hat die Stadt Hameln die Krippenplätze von 117 auf 341 erhöht – ein „Kraftakt“, wie Sprecher Thomas Wahmes sagt. Jüngst wurden neue Krippengruppen in der Kindertagesstätte der Paul-Gerhardt-Gemeinde, der Kita am Feuergraben und der Awo-Kita am Bertholdsweg geschaffen. Rund eine halbe Million Euro hat die Stadt investiert, über drei Millionen kamen von Bund, Land und Landkreis. „Es mussten neue Schlafräume und Wickeltische eingebaut werden.“ Eine spezielle Schulung der Erzieherinnen sei aber nicht erforderlich. „Das ist Teil ihrer regulären Ausbildung.“ Doch trotz aller Anstrengung bleiben nach Angaben der Stadt noch 32 Kinder unversorgt. Für sie gebe es die Möglichkeit, beim Netzwerk Familie im Zentrum eine Tagesmutter zu beauftragen. Problematisch ist allerdings, dass eine Tagesmutter meist teurer ist als ein Kindergartenplatz.

Darf die Stadt dennoch einfach an eine Tagesmutter verweisen, wenn die Kitaplätze nicht ausreichen? Laut Gesetz hat jedes Kind „Anspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege“. Die Stadt steht auf dem Standpunkt, dass sich Eltern also auch mit einer Tagesmutter zufriedengeben müssen. Da die Höhe der Kosten nicht im Gesetz stehen, müssten sie notfalls auch den teureren Platz bei der Tagesmutter akzeptieren. Differenzkosten würden nicht ersetzt. Die Stadt bezieht sich dabei auf ein Gutachten eines Rechtswissenschaftlers, der an der Ausarbeitung des Gesetzes beteiligt war. Danach betrachte man beide Betreuungsformen als gleichwertig und gleich geeignet. Diese Haltung ist jedoch nicht unumstritten. Manche Anwälte sind der Ansicht, dass die Eltern die Wahl haben, nicht die Stadt. Wie es letztlich ausgeht, werden Gerichte ab August zu entscheiden haben.

Fest steht jedenfalls, dass Eltern, denen überhaupt kein Platz angeboten wird, ihre privaten Kosten für die Kinderbetreuung einklagen können – zumindest die Differenz zu den Kosten der Krippe. Ob es in Hameln dazu kommt, ist unklar. „Wir stochern noch etwas im Nebel“, sagt Wahmes. Denn noch ist fraglich, wie sich etwa das Betreuungsgeld auf die Entscheidung der Eltern auswirkt. „Fatal wäre es, Plätze über Bedarf zu schaffen.“ Daher warte man den August ab. Im Notfall müssten bei Bedarf weitere Plätze geschaffen werden.

Krippenplatz oder Tagesmutter – ab August können Eltern ein- bis dreijähriger Kinder auf eine Betreuung pochen. Noch ist nicht abzusehen, wie viele Eltern in Hameln ihr Kind wirklich betreuen lassen wollen. dpa



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