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Blick ins Innere des einstigen Wienerwald-Restaurants

Für den Abriss zu schade?

Hameln (hen). Ein „architektonisches Juwel“ nennt Archäologe Joachim Schween das Wienerwald-Gebäude – für einen Abriss viel zu schade. Ein „Liebhaberstück“ sieht auch der Hamelner Architekt Ralf Denkler in dem einstigen Lokal. An dieser Stelle, so seine ganz private Meinung, sei aus optischen Gründen nur ein eingeschossiger Bau denkbar. Das allerdings lasse sich kaum wirtschaftlich rechnen, weiß auch der Architekt. Und wie ist es um die Substanz bestellt? Die Dewezet hat mit Denkler und Michael Dombrowski aus dem Rathaus hinter die Kulissen des Hauses geschaut.

veröffentlicht am 28.10.2015 um 09:13 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 07:41 Uhr

Wienerwald Hameln
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Substanz

Aus Stein und Putz besteht die Grundsubstanz, das Haus ist nicht weiter gedämmt. Die Fenster sind zwar aus Isolierglas – aber auf dem Stand der 70er Jahre. So der erste Eindruck des Hamelner Architekten, der für tiefer gehende Aussagen allerdings in die Pläne schauen müsste. Von Vorteil ist: Weder Schimmel noch Feuchtigkeit sind bislang festzustellen. „Hier ist jahrelang nichts mehr gemacht worden“, ist Denkler überzeugt.

 

Leitungen

Das kann man so nicht mehr verwenden“, ist der Architekt nach dem Blick auf die Leitungen sicher. Zwar scheinen die Wasserleitungen bereits aus Kupfer zu sein, doch ein Großteil der Installationen wird abgängig sein, vermutet Denkler. Einfrieren kann nichts – „das Haus ist soweit frostsicher gemacht“, erklärt Michael Dombrowski, der als Mitarbeiter der Stadt den Schlüssel für das Lokal aus dem Rathaus mitgebracht hat.

 

Räume

Ob Küche oder Mobiliar – alles, was nicht angeschraubt ist, wurde ausgeräumt. „Der Wienerwald war vertraglich verpflichtet, alles mitzunehmen“, so Dombrowski. Selbst die Küche wurde ausgebaut. Doch auch an die Einrichtung würden heute sicherlich andere Anforderungen gestellt werden. Der Architekt sieht in der bisherigen Größe des Gastraumes einen Haken – „viel zu klein“. Ob die Säulen dort tragend sind, dazu müsste er die Pläne einsehen.

 

Heizung

Die Heizungsanlage ist abgeschaltet worden. Wenn man sie in Gang bringen wollte, wäre das sicherlich erst einmal ein Problem, vermuten Denkler und Dombrowski. Doch selbst wenn sie funktionieren würde – die Abgaswerte der Gasheizung entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Egal, ob Komplettsanierung oder Teilabriss – eine neue Heizung müsste ein Investor auf jeden Fall in der Finanzplanung berücksichtigen.

 

Altlasten

Ohne zu wissen, um welche Materialien es sich genau handelt – wenn Denkler den Montageschaum betrachtet, mit dem im Keller rund um eine Tür offenbar eine Art Kühlraum abgedichtet wurde, geht er davon aus, dass sie nicht schadstofffrei sind. Das Gebäude entstand 1949, Erweiterungen gab es 1953 und 1958. Eine letzte größere Renovierung ist laut Exposé der Stadt 1993 erfolgt. Über in der Zwischenzeit verwendete Farben oder andere Materialien, mit denen beispielsweise Säulen im Lokal verkleidet worden sind, ist nichts bekannt. „In den 70er Jahren sind viele Produkte eingesetzt worden, in denen Erdöl verwendet wurde“, sagt auch Dombrowski. Er geht davon aus, dass auch bei einem Abriss einige Baustoffe – wie beispielsweise die Dachpappe – gesondert entsorgt werden müssten.

 

Keller

Das Gebäude an der Deisterallee/164er Ring mit einer Nutzfläche von 460 Quadratmetern (bei einer gesamten Fläche von 1530 Quadratmetern) ist teilunterkellert. Für eine Wohnraumnutzung wären die Kellerräume allerdings viel zu niedrig, sagen die beiden Experten. Neben einem Heizungsraum waren hier vor allem Lagerräume für das Restaurant – beim Blick hinter die Kulissen fallen viele kleine, verschachtelte Räume auf. Plänen für eine Tiefgarage kann der Hamelner Architekt im Übrigen nicht viel abgewinnen. „Sie zu bauen ist eine teure Sache“, sagt Denkler: „Und verdienen kann man damit nichts, es sei denn, man baut mehrgeschossig und plant Wohnungen, für die man Garagenplätze benötigt.“ Besucherparkplätze sind in der Nähe – auch durch die Rathaus-Tiefgarage – vorhanden.

 

Fazit

An diesen Platz gehört ein eingeschossiges Gebäude“, sagt der Architekt seine persönliche Meinung. Gleichwohl weiß er, dass das kaum mit dem Druck, auch wirtschaftlich zu bauen, zu vereinbaren ist. Dass das in Hannover mit dem Erhalt des früheren Milchhauses am Maschsee funktioniert hat, liege an der Größe der Stadt, gibt Dombrowski zu bedenken. Die Politik hat über einen Abriss noch nicht entscheiden. Der Stadt-Mitarbeiter meint, es könnte die bessere Option sein, wenn man das Areal noch vermarkten wolle – und blickt nach Aerzen auf das Beispiel der alten Brotfabrik. Großer Vorteil: die Lage. Ein Filetstück, vor allem, wenn ein Teil des Bürgergartens einbezogen werden könnte. Denkler meint, ein Teilabriss wäre eine Option. Es müsse aber jemand „mit viel Herzblut“ rangehen.

 

 

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Quelle: Dana


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