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Abgeordneter der Bürgerliste erntet für seine verbale Entgleisung Empörung und Häme / Antrag zum Hochzeitshaus in der Luft zerrissen

Für „angepisst“ handelt sich Klaus-Peter Meißner eine Rüge ein

Hat verbal zu deftig zugelangt: Klaus-Peter Meißner von der Bürgerliste.

veröffentlicht am 09.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 13:41 Uhr

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Foto: Dana

Hameln (ni). Klaus-Peter Meißner ist in seiner Wortwahl nicht besonders pingelig. Bei Diskussionen in politischer Runde neigt er schon mal zu schnörkellosen, schlichten und hin und wieder auch drastischen Formulierungen. Doch bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses hat er sich mit seinem Hang zum volksnahen Klartext eine Rüge eingefangen. „Man wird angepisst“, beschimpfte Meißner die anwesenden Mitglieder der anderen Fraktionen, nachdem diese einmal mehr einen Antrag der Bürgerliste in der Luft zerrissen hatten.

Das „angepisst“ ließ der Ausschussvorsitzende Herbert Rode (SPD) nicht durchgehen. „Dann nehme ich es eben zurück“, sagte Meißner gleichmütig und konnte doch nicht verhindern, dass jetzt von allen Seiten auf ihn eingedroschen wurde. Genüsslich und hämisch zerpflückten die politischen Gegner den Antrag der Bürgerliste, die Räume der ehemaligen Erlebniswelt Renaissance nicht gastronomisch zu nutzen, sondern dort die Touristeninformation unterzubringen. Nahmen sich einzelne Sätze vor, fragten nach dem tieferen Sinn bestimmter Formulierungen und deklassierten den Antrag schließlich als „ein Papier, mit dem man nicht ernst genommen werden kann“.

Inhaltlich hatte die Mehrheit den Antrag schon vorher in die Tonne getreten. Über die Nachnutzung sei im interfraktionellen Gespräch „ausführlich“ beraten und weitgehender Konsens erzielt worden, wies Eckhard Koss den Vorwurf der Bürgerliste zurück, das Thema sei in der Politik bisher zu kurz gekommen. Der Erste Stadtrat und Baudezernent erinnerte in diesem Zusammenhang noch einmal daran, dass die Stadt auf einen Pächter angewiesen ist, der auch Geld mitbringt. 650 000 Euro müssten in das Hochzeitshaus investiert werden, damit Erdgeschoss und erste Etage überhaupt zu nutzen seien. „Das Geld ist gar nicht da, um diesen Umbau bezahlen zu können“, umschrieb Thomas Meyer-Hermann (CDU) das Dilemma, in dem die Stadt als Hausherr steckt. Müsste von der Stadt aber aufgebracht werden, wenn sie ihre Tochter Hameln-Marketing und Tourismus GmbH dorthin umsiedeln wollte.

Völlig aus der Luft gegriffen sei die Behauptung der Bürgerliste, die Stadt müsse jährlich 400 000 Euro aufbringen, um das Infocenter an der Deisterallee abzubezahlen. Gerhard Paschwitz (CDU) korrigierte die Zahl: „Es sind 132 000 Euro“. Und genauso wenig stimme es, wenn die BL behaupte, das Infocenter „dämmert derzeit nur so hin“. Tatsächlich habe die Anlaufstelle für die Hameln-Touristen im vergangenen Jahr 120 000 Besucher gezählt.

Christa Bruns (SPD) fasste in einem Satz zusammen, wie die breite Mehrheit von CDU, SPD, FDP und Grünen den Antrag bewertete: „Ich kann daran nicht ein einziges gutes Haar finden.“



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