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Hamelns SPD sucht nach Themen – und der Vorsitzende nach einem Image als kommunikationsfreudiger Genosse

Fünf Seiten Ideen und ein bisschen Langeweile

Hameln (ni). Artig erstattete Werner Sattler Bericht, artig, vielleicht auch ein bisschen gelangweilt, hörten ihm die Genossen zu. Spannend war es ja auch nicht, was der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins bei der Mitgliederversammlung im VfL-Heim zu erzählen hatte.

veröffentlicht am 29.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 16:41 Uhr

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Aber rauszuhören war aus Sattlers Worten, dass er die Kritik an seiner Amtsführung offenbar nicht vergessen hatte. Mangelhafte Kommunikation mit der Basis hatte man ihm vor vier Monaten vorgeworfen und ihn fast scheitern lassen, als er sich im April zur Wiederwahl stellte.

Das Bild eines Vorsitzenden, der sich nur mit dem engsten Führungskader der Partei auf Ortsebene unterhält, versuchte er bei der jüngsten Mitgliederversammlung durch die Aufzählung von Terminen und Aktivitäten zu korrigieren; Sitzungen des geschäftsführenden Vorstandes, Treffen des erweiterten Gesamtvorstandes, „weil mehr Mitglieder in die Arbeit eingebunden werden sollen“; das Verfassen eines Mitgliederbriefes, der zwar schon am 9. Mai auf den Weg gegeben, aber erst am 25. Mai zugestellt wurde; eine Klausurtagung mit dem Ziel, sich über die Arbeitsschwerpunkte für die nächsten zwei Jahre klar zu werden … die Versammlung nahm die Liste genauso kommentar- und regungslos zur Kenntnis wie den anschließenden Bericht des Juso-Vorsitzenden Ingo Reddeck über die Themen, die bei der Klausur auf den Tisch kamen. Von Öffentlichkeitsarbeit und interner Kommunikation über Mitgliederbetreuung und -werbung bis hin zu Fragen der Parteigliederung und Landtagswahlkampf – „fünf Seiten Ideen“ seien da zusammengekommen, sagte Reddeck. Und Sattler freute sich, „dass so vieles miteinander besprochen wurde“.

Lebendig wurde es im Saal erst mit Gabriele Lösekrug-Möllers „Bericht aus Berlin“. Die heimische Bundestagsabgeordnete der Sozialdemokraten ging mit dem Betreuungsgeld ins Gericht („eine grandiose Fehlentscheidung“), forderte einen „Investitions- und Entschuldungspakt für die Kommunen“ und Solidarität mit den notleidenden Euro-Ländern. Kommentar eines Genossen schon während Lösekrug-Möllers Auftritt: „Die Frau ist einfach gut; mir wird schon ganz bange, wenn ich daran denke, dass wir irgendwann einen Nachfolger für sie finden müssen.“

Hinterher konnte der Mann aufatmen, denn Lösekrug-Möller beendete ihre Rede mit dem Versprechen, zur Bundestagswahl 2013 noch einmal anzutreten. Da gab es im Saal plötzlich Bewegung: anhaltender Applaus von allen Plätzen.



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