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Neue Technik wird bei Tündern eingesetzt / Asphalt soll länger halten – so würden Kommunen, Land und Bund Geld sparen

Fünf Meter Straße pro Minute

Hameln. Kalte Füße bekommen die Arbeiter an der Straßenbaustelle zwischen Hameln und Tündern mit Sicherheit nicht. Laufen sie doch meist auf einem anfangs gut 120 Grad Celsius heißen Asphaltmischgut, das dort gerade als Straßenbelag aufgebracht wird. Im Pendelverkehr transportieren gleich elf Lastkraftwagen mit je 25 Tonnen Nutzlast die dampfende Fracht von einem Mischwerk in Bodenwerder zur 2,8 Kilometer langen Baustelle. Rund 80mal am Tag heben sich die Kippladeflächen und lassen so das klebrige Gut in einen Aufnahmekübel rutschen.

veröffentlicht am 28.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 14:41 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Doch im Gegensatz zu anderen Baustellen wird hier nicht wie sonst üblich der eigentliche Straßenfertiger gespeist — die Ladungen landen in einer fahrbaren Mischanlage. „Roadtec Shuttle Buggy“ wird der 33 Tonnen schwere Koloss genannt, der das angelieferte Mischgut in seinem Innern ordentlich durchmischt und dann erst über ein Förderband dem Straßenfertiger zuführt. Während der Transportzeit verändert sich die Temperatur des Asphaltmischguts. Ähnlich wie bei einem frischen Brotlaib kühlt die äußere Schicht ab. Das Durchmischen des Asphalts stellt neben einer homogenen Korngrößenverteilung auch eine gleichmäßige Temperaturverteilung her. Von der ausgewogenen Temperatur werden die Bauarbeiter unter ihren Fußsohlen nichts bemerken. Wohl aber der neue Straßenbelag.

Dessen Qualität soll durch den Einsatz des Nachmischbeschickers wesentlich besser sein und auch länger halten, wie Ralf Koopmann, der geschäftsführende Gesellschafter der ausführenden Baufirma Koopmann & Wienkoop, erläutert. Eine bis zu 40 Prozent längere Beständigkeit prognostiziert man dem hier praktizierten Straßenbau gegenüber der konventionellen Weise. Es sollen kaum Hohlräume im Belag entstehen, die später zu Straßenschäden führen können. Von der 400 000 Euro teuren Maschine seien europaweit nur neun Stück im Einsatz, zwei davon in Deutschland, weiß Michael Pottkämper vom Hersteller ASTEC Mobil Machinery. Da der Straßenfertiger durch den „Roadtec Shuttle“ kontinuierlich mit Mischgut versorgt werde, müssen die Arbeiten nicht zum Befüllen unterbrochen werden, erklärt der Baumaschinenexperte. So schaffe man es pro Minute, fünf Meter Straße zu asphaltieren, ohne Mischer wären es nur vier Meter. Auch „Anfahrbuckel“, hervorgerufen durch Beladestopps, entstünden nicht mehr.

In der ersten Dezemberwoche sollen die Arbeiten so weit vorangeschritten sein, dass die Kreisstraße zwischen Hameln und Tündern wieder beidseitig befahren werden kann. Die Einbahnstraßenregelung werde dann aufgehoben, sagt Markus Brockmann. Vom Leiter des Geschäftsbereichs Hameln der Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist zu erfahren, dass bei eingerichteten Tagesbaustellen eine Ampelanlage den Verkehr regelt. Während dieser Arbeiten werden Fahrzeuge einspurig an der Baustelle vorbeigeführt.



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