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Erstes Dinnerspektakel im alten Hallenbad überzeugt mit einer Mischung aus Kulinaria und Kultur

Fünf Gänge und eine Badehose voller Zoten

Hameln (ll). Wer tatsächlich vergessen hatte, die Badehose einzupacken, dem konnten zumindest die Plastik-Badelatschen auf den Stühlen bei der Einstimmung auf einen feucht-fröhlichen Abend behilflich sein. „Pack die Badehose ein!“ lautete die Einladung zu einem vom Veranstalter versprochenen „einzigartigen Dinnerspektakel“ im alten Hallenbad an der Hafenstraße – ein Event, das Show und Genuss verbinden sollte und eine Abendveranstaltung, die es in dieser Form in Hameln noch nicht gegeben hat.

veröffentlicht am 18.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 03:41 Uhr

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Wirklich nass ist am Ende niemand geworden im alten Hallenbad. Befeuchtete Augen von Tränen des Lachens allerdings, die sah man zuhauf bei den 175 Gästen. Denn gleich zu Beginn der Show machte Comedian „Bademeister Schaluppke“ eindrucksvoll deutlich, wer denn der Chef im Hallenbad ist. „Wer döppt, geht duschen“, stellte der selbst ernannte „Fußpilz-Flüsterer“ klar. Es war die deutliche Ansage eines Mannes, der nach eigenem Bekunden schon unzähligen „grenzdebilen Gammeldeutsch-Gören“ und „rückenmarksgesteuerten Hirn-Blonden“ das Fürchten am Beckenrand gelehrt hat. Und irgendwie möchte man Schaluppke, im bürgerlichen Leben Robbi Pawlik, gar nicht glauben, dass der Künstler tatsächlich einmal eine Ausbildung zum Diplom-Sportlehrer an der Kölner Sporthochschule absolvierte. Die knappen Badeshorts des verbalen Beckenrand-Akrobaten haben da ganz andere Schlüsse zugelassen. Die Rolle des kernigen Bademeisters konnte man Pawlik jedoch ohne Weiteres abnehmen.

Zwischen den fünf Menü-Gängen, die von Küchenchef Walter Vogel so klangvolle Namen wie „Doppelter Auerbach mit Vitaminspritzer“, „Hühnerbrust statt Waschbrettbauch“ oder „Rettungsring-Verstärker“ erhalten hatten, sorgten Künstler auf Rollen, an Seilen und Tüchern, mit Stimme, Glamour und zuweilen auch ohne Worte für ein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm. Die knapp vierstündige Veranstaltung entwickelte sich zu einer überraschenden Kombination aus Varieté, Stand-Up-Comedy und kulinarischen Genüssen.

Kulinarisch Speisen, wo einst gebadet wurde

Rolf Nachtigall aus Hameln hat der Abend im alten Hallenbad gut gefallen. Er kennt die neue Event-Location aus dem Effeff – aus Zeiten, als die Halle noch für ungetrübte Badefreuden bestimmt war. Denn in den 1970er Jahren war Rolf Nachtigall als Schwimmmeister in der Hafenstraße angestellt. „Es ist schon ein komisches Gefühl, heute an einem festlich gedeckten Tisch zu sitzen, wo früher noch der Beckenrand gewesen ist“, sagte er. Seinem ehemaligen Arbeitsplatz bescheinigt er an diesem Abend eine „tolle Atmosphäre“. „Die Kombination von Showprogramm und Abendessen ist mal etwas anderes“, urteilt der wahrhaftige Schwimmmeister.

Früher Schwimmhalle, jetzt Veranstaltungssaal. Das alte Hallenba
  • Früher Schwimmhalle, jetzt Veranstaltungssaal. Das alte Hallenbad hat einen besonderen Charme. Fotos: ll
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Auf dem Parkettboden über dem ehemaligen Becken, wo einst Generationen von Hamelnern das Schwimmen erlernten, hätten gut und gerne noch einige Tische mehr aufgestellt werden können. Bis auf den letzten Platz ausgebucht war das Dinner-Varieté nicht. Relativ hohe, für das unterhaltsam und geschmackvoll Gebotene aber durchaus angemessene Eintrittspreise mögen einige Gäste abgehalten haben, ins alte Hallenbad zu kommen. Für Veranstalter und Hallenbetreiber Rainer Timpe war es dennoch der Versuch, mit einer anspruchsvollen Mischung aus Kunst, Kultur und Kulinaria etwas Neues in der Rattenfängerstadt zu etablieren. „Wir werden ein Resümee ziehen und vielleicht noch in diesem Jahr etwas Ähnliches anbieten“, so Timpe.



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