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Fulda/Hameln. Drei-, vier-, fünf-, sechsmal … Wie oft hat sich der Vorhang wohl geöffnet? Irgendwann hört man auf zu zählen. Man klatscht und klatscht nur noch. Das Publikum ist entzückt und zeigt mit tosendem Applaus seine Begeisterung für den zweieinhalbstündigen Hör- und Sehgenuss – „Friedrich – das Musical“ feiert Premiere in Fulda. Stürmischen Beifall für die Darsteller und Blitzlichtgewitter gibt es erneut auf der Aftershow-Party. Zu heißen Klängen aus Kuba, wunderbar passend zu den karibischen Temperaturen, wird im Theaterfoyer ausgelassen gefeiert und die Besucher haben die Gelegenheit, die Darsteller hautnah zu erleben. Sabrina Weckerlin, den Hamelnern bestens bekannt als „Die Päpstin“, mischt sich unter die Gäste: „Wir hatten Nachtschichten eingelegt, jeder von uns hat sein Bestes gegeben. Und jetzt bin ich erleichtert, dass alles bestens über die Bühne gegangen ist“, sagt die Musical-Darstellerin, während sie Glückwünsche und Küsschen entgegennimmt und für Erinnerungsfotos mit Fans in die Kamera lächelt.

veröffentlicht am 22.07.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:21 Uhr

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Autor:

Alda Maria Grüter
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Und die sich nach der gelungenen Premiere riesig freut über den Präsentkorb mit „Nervenfutter“ und Rotwein, den ihr Harald Wanger von der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) überreicht. Präsente aus der Rattenfängerstadt sollte um Mitternacht übrigens auch Peter Scholz erhalten. Der Chef der Musical-Produktionsfirma Spotlight feierte seinen 38. Geburtstag. Im sexy Glitzer-Kleid macht Sabrina Weckerlin eine ebenso funkelnde Figur wie zuvor auf der Bühne in der Rolle der „Wilhelmine“. Eine Besucherin ist derart gerührt, dass sie in Freudentränen ausbricht, als sie mit der sympathischen Darstellerin ins Gespräch kommt: „Ihre Stimme, ihre Ausstrahlung – Sabrina geht einem so was von ins Herz“, sagt die 43-jährige Tina Schneider aus Gelnhausen. Was war bloß geschehen, dass derartige Gefühlsausbrüche auszulösen vermochte? Eine Musical-Aufführung, die 680 Gäste am Sonnabend im ausverkauften Schlosstheater in Fulda erlebten; eine, die es in sich hatte. Ebenfalls unter den Gästen der grandiosen Premiere von „Friedrich – Mythos und Tragödie“, und nicht minder angetan von dem neuen Bühnenwerk der Fuldaer Produktionsfirma Spotlight, Gäste aus Hameln.

Eigens zum Start des Musicals sind HMT-Chef Harald Wanger und PR-Mitarbeiterin Anastasia Patsiarizis, außerdem Vertreter örtlicher Medien, in die hessische Bischofsstadt gefahren, um sich vorab einen persönlichen Eindruck von dem Musical zu verschaffen, das vom 21. bis zum 24. August in Hameln zu sehen sein wird. „Mit Vorfreude und Spannung“ hatte Wanger den Weg nach Fulda angetreten. 24 Stunden später, auf der Heimfahrt: Da war aus der Erwartung längst Gewissheit geworden. „Wir haben es ja geahnt, jetzt aber jetzt steht’s definitiv fest, dass Hameln sich auf ein ganz tolles Musical freuen kann.“ Das Stück haue einen um. „Der Hammer“, formuliert Anastasia Patsiarizis spontan ihre Meinung. Klasse die Inszenierung, beeindruckend das Bühnenbild mit seinen Leinwandprojektionen, opulent die Kostüme. Und erstklassig die Besetzung, allen voran Tobias Bieri als Kronprinz, Chris Murray als Friedrich der Große, Sabrina Weckerlin in der Rolle seiner Schwester Wilhelmine sowie Maximilian Mann als Hans Hermann von Katte und Léon van Leeuwenberg als Voltaire. Bereits 2012 waren die Darsteller bei der Uraufführung in Potsdam anlässlich des 300. Geburtstags von „Friedrich dem Großen“ dabei. Mit minimalen Veränderungen wird das Musical in Fulda und Hameln präsentiert. Tatsächlich besticht das Stück, das sich auf den ersten Blick mit einem nicht gerade nach leichter Kost klingenden historischen Thema und einer der komplexesten Figuren der deutschen Geschichte befasst, in vielerlei Hinsicht.

Dennis Martin, zusammen mit Peter Scholz Geschäftsführer der Produktionsfirma, Komponist und künstlerischer Leiter, hat das Werk geschrieben. „Wir erzählen die Geschichte eines jungen Kronprinzen voller Visionen und voller guter humanistischer Absichten, der sich nach dem Tod des despotischen Vaters zu dem entwickelt, was er nicht sein wollte: ein Abbild des Vaters. Und der in seinen negativen Eigenschaften im Grund den Vater noch übertrifft.“ Eine ambivalente Figur mit einer schillernden Biografie und mit allen nötigen Brüchen, die sich wunderbar als Stoff für ein Bühnenstück eignen. Friedrich, der Philosoph, Musiker und Staatsmann auf der einen Seite. Und Friedrich, der absolutistische Despot, der misstrauische Kontrollmensch und der ruhmsüchtige Feldherr. Viel Emotionalität kommt da ins Spiel und die relativ komplexe Geschichte wird packend und unterhaltsam erzählt. Dennoch: Seichtes Entertainment mit kitschigem Happy End, das ist das Stück keinesfalls. Es erinnert vielmehr an Schauspiel mit Musik als ein Musical im herkömmlichen Sinn. Das deutsche Publikum habe eine Affinität für historische Musicals, sagt Dennis Martin weiter. Diese verzeichnen dementsprechend große Erfolge. Für HMT-Chef Wanger mit ein Grund, gemeinsam mit Spotlight und den Hamelner Partnern vor Ort weitere hochwertige Musicals in die Rattenfängerstadt zu holen.

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  • Nervenfutter für Sabrina Weckerlin: Harald Wanger überreicht einen Präsentkorb. amg

Die Päpstin habe weit über die Grenzen der Stadt hinaus Furore gemacht. Fortsetzung folgt: mit Friedrich. Und damit werde weiter das Ziel verfolgt, neben dem Rattenfänger, ein zweites, sehr zum guten Image der Stadt beitragendes Standbein zu etablieren. Der Plan: „dass es mit hochwertigen Produktionen für eine Strecke von zwei Wochen weitergeht“, blickt der HMT-Chef in die Zukunft. Spotlight arbeitet derzeit an einer Bühnenversion des Romans „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson, die im Juni 2015 in Fulda uraufgeführt werden soll. Wanger: „Für Hameln führen wir bereits konkrete Gespräche.“



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