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Stadt schafft Grabpflegeangebot ab – und stößt auf Unverständnis / Änderung bei Urnengräbern soll kommen

Friedhofskultur im Wandel

Hameln/Klein Berkel. Die Abschaffung der städtischen Grabpflege stößt offensichtlich nicht bei allen auf Verständnis: Es habe „hier und da Ärger gegeben“, gestand Stadtbaurat Hermann Aden in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein. Der Rat hatte im Dezember beschlossen, dass keine neuen Aufträge mehr für die Durchführung der Grabpflege entgegengenommen werden sollten.

veröffentlicht am 28.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 17:41 Uhr

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Kerstin Hasewinkel

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Kerstin Hasewinkel Stv. Redaktionsleiterin zur Autorenseite
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Seit Jahresbeginn werde nun so verfahren, dass keine Grabpflegeverträge mehr abgeschlossen und keine Einzelaufträge mehr angenommen werden. Die Dauergrabpflegeverträge sind davon bis auf weiteres nicht betroffen; die Arbeiten werden weiterhin ausgeführt. Zusätzliche Einzelaufträge für diese Vertragspartner werden ebenfalls weiter ausgeführt. Hintergrund des Beschlusses ist, dass die Politik eine Kostenreduzierung erwartet.

Karin Echtermann (SPD) betonte im Umweltausschuss, dass ihre Fraktion nicht damit einverstanden gewesen sei, dass die Grabpflege durch städtische Mitarbeiter abgeschafft werden soll. Es gebe immer weniger Gärtnereien, und viele Menschen könnten sich nicht selbst um die Pflege der Gräber von Angehörigen kümmern. Aden hatte darauf verwiesen, dass es Alternativen gebe, wie beispielsweise die Beauftragung privater Dienstleister. Es sei möglicherweise eher so gewesen, dass die Stadt durch ihr Angebot zur Grabpflege private Anbieter verdrängt habe.

Ein noch vor dem Ratsbeschluss eingereichter Antrag von CDU/Grünen/Unabhängigen zum Kostendeckungsgrad der Friedhofsgebühren wurde jetzt beantwortet. Es sei schon immer Ziel gewesen, einen Kostendeckungsgrad von hundert Prozent zu erreichen.

Dieses Ziel werde jedoch von nicht planbaren Faktoren beeinflusst, wie beispielsweise natürlich die Entwicklung der Bestattungszahlen oder plötzlich notwendige Verkehrssicherungsmaßnahmen.

Den Vorwurf von Peter Kurbjuweit (Linke), die Verwaltung käme ihrer Fürsorgepflicht nicht nach und täte nichts gegen den hohen Krankenstand bei den Beschäftigten in der Friedhofsverwaltung, wies Ralf Wilde, Leiter des Fachbereichs Umwelt und technische Dienste, zurück. Geschuldet seien die Krankheitsfälle der Arbeit zu jeder Jahreszeit, die die vorwiegend älteren Mitarbeiter dort nicht mehr so leicht wegsteckten wie jüngere. Es habe bereits Umsetzungen gegeben.

Den Antrag der FDP im Ortsrat Klein Berkel, nicht nur auf dem Friedhof Wehl, sondern auf allen Friedhöfen künftig auch Urnengemeinschaftsgräber anzubieten, hat die Verwaltung bereits beantwortet. Vorgeschlagen wird, derzeit freie Rasenflächen für Urnen als Rasendoppelgräber auszuweisen, um die Möglichkeit zu schaffen, dass Eheleute dort nebeneinander beigesetzt werden können. Diese Rasendoppelgräber sollen der Reihe nach vergeben werden. Dafür ist allerdings eine Änderung der Friedhofssatzung und der Friedhofsgebührensatzung notwendig.

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