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Tödliches Unfalldrama auf der Wangelister Straße / Polizei vermutet überhöhte Geschwindigkeit

Freunde trauern: „Wir sind am Boden zerstört“

Hameln/Aerzen (tis). „Wir fühlen uns miserabel, sind total am Boden zerstört“, sagt Marcel Dreier (20) aus Groß Berkel. Er kannte David R. sehr gut, war mit ihm zur Schule gegangen. Stefanie Bridewe (18) aus Hameln, fügt hinzu: „Wir haben noch gar nicht realisiert, was hier geschehen ist.“ David W. aus Aerzen und sein Freund David R. aus Reher rasten auf dem Rückweg von einer kurzen nächtlichen Spritztour auf der Wangelister Straße in Hameln gegen eine Grundstücksmauer – sie starben noch am Unfallort.

veröffentlicht am 11.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 18:41 Uhr

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Am Morgen danach kommen gut ein Dutzende Freunde an die Unfallstelle, um Blumen niederzulegen, Kerzen anzuzünden, um zu trauern. Es gibt stille Umarmungen, Tränen fließen. Sie alle kannten David W., der eine Ausbildung zum Sanitäter in Kiel machte, und David R., der bei der Bundeswehr in Nienburg war, aus dem Leben im Dorf, aus der Schule oder der Berufsausbildung. Sie waren eine Clique.

Einige der jungen Leute hatten in der Nacht zusammen eine Grillfete veranstaltet. Als die Freunde davonfuhren, um in Hameln weitere Getränke zu besorgen und nicht wiederkehrten, machten sich die Feiernden Gedanken. Gegen 5 Uhr in der Früh informierte die Polizei die Eltern – und schnell sprach sich die schreckliche Nachricht herum. Ein Pastor aus Aerzen hat den Jugendlichen Hilfe angeboten. Ob sie das Gespräch mit dem Geistlichen suchen werden, wissen sie noch nicht, als sie am Mittag schweigend auseinandergehen.

Gleich nach Verlassen der Abbiegespur von der Pyrmonter zur Wangelister Straße hatte der Aerzener die Kontrolle über seinen Sportwagen verloren. Der Ford kam nach links von der Fahrbahn ab, raste über den Fahrbahnteiler und geriet auf den Bürgersteig. Der Wagen stellte sich quer und prallte mit großer Wucht gegen den massiven Treppenaufgang und die Grundstücksmauer eines Mehrfamilienhauses.

Rettungskräfte bei der Spurensuche. Der Fahrer war aus dem Wrack geschleudert worden.

Insassen offenbar nicht angeschnallt

Dabei wurde der Fahrer aus dem Pkw geschleudert. Ihn fanden Rettungskräfte unter der abgerissenen Fahrertür vor dem Hauseingang liegend. Der 20-jährige Beifahrer saß noch im Fahrzeugwrack. Eine Notärztin und die Teams zweier Rettungswagen konnten den beiden jungen Männern nicht mehr helfen.

Die Polizei geht davon aus, dass beide Insassen nicht angeschnallt waren. Hinweise auf Alkohol am Steuer gibt es nicht, sagt Polizeihauptkommissar Michael Rohde. Feuerwehrleute leuchteten die Unfallstelle weiträumig aus, weil die Polizei eine detaillierte Spurensuche und Unfalldokumentation vornahm. Die Wangelister Straße blieb dazu bis 6 Uhr gesperrt.

Erst am Montag hatte sich an fast derselben Stelle ein schwerer Unfall ereignet. Ein Hildesheimer war mit seinem Motorroller frontal mit einem VW Polo kollidiert und lebensgefährlich verletzt worden. Anfang Februar war dort ein 18-Jähriger mit drei Freunden (17, 18, 19) an Bord von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Laternenmast gerast; alle Insassen wurden verletzt. Die Polizei sprach von „jugendlichem Leichtsinn“.



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