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Aktive sollen Zuschlag für Walkemühle erhalten / Fast eine Million Euro Kosten

„Freiraum“ darf bleiben

Hameln. Die Walkemühle bietet auch in Zukunft „Freiraum“ für alternative Kultur. Danach sieht es zumindest seit einer nichtöffentlichen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am Donnerstagabend aus. Dort wurde – nach intensiver Debatte, wie es heißt – beschlossen, den Komplex an die in Gründung befindliche Walke GmbH zu verkaufen. Hinter dieser Gesellschaft stehen der Verein Walke e. V. und die Mietshäuser Syndikat GmbH. Die Kulturinitiative „Freiraum“ soll dann als Mieterin in der Walkemühle bleiben. Sven Kornfeld vom Freiraum ist noch vorsichtig: „Die Entscheidung fällt erst im Verwaltungsausschuss am 23. April“, sagt er, gibt dann aber zu: „Grundsätzlich sieht es gut aus.“

veröffentlicht am 28.03.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 17:21 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Nachdem die Stadt dem Freiraum im vergangenen Jahr den Mietvertrag für die Walkemühle gekündigt hatte, gründeten die Aktiven den Hausverein „Walke e. V.“ und reichten ein Kaufangebot für die Gebäude Walkemühle 1 und 1A im Rathaus ein – samt 23 Seiten starkem Nutzungskonzept. Von Fahrradwerkstatt, Gitarren-AG und Konzerten ist in dem Konzept die Rede. Vor allem aber auch vom „solidarischen Zusammenleben“ im „Wohnraum“. Bewohner sollen hier gemeinsam etwa über Zuzüge oder Umbauten entscheiden. 15 Interessenten gäbe es bereits, bis zu 30 Bewohner sind angepeilt, sagt Kornfeld.

Neben dem Angebot der Walke GmbH war noch ein weiteres Kaufangebot im Rathaus eingegangen. Laut Stadtbaurat Hermann Aden lag die Walke GmbH nach der Auswertung der beiden Angebote aber „klar vorn“. Das gelte sowohl in Bezug auf das Kaufpreisangebot als auch hinsichtlich des städtebaulichen Konzepts und die Einbindung in das Quartier. Die Kriterien für die Auswertung der Angebote waren vorab von der Politik beschlossen worden.

116 000 Euro hatte der Freiraum schließlich als Kaufpreis geboten. Das Geld habe man über private Direktkredite bereits zusammen – und sogar deutlich mehr als diese Summe, sagt Kornfeld. Geld wird allerdings auch dringend benötigt: Für den Kauf, den Umbau und die energetische Sanierung der denkmalgeschützten Walkemühle rechnen die Walke-Aktiven mit Kosten knapp unter der Millionengrenze. Mit einer Zusage aus der Politik im Rücken ließe sich nun leichter um weitere Direktkredite werben, sagt Kornfeld. Etwa 70 Prozent des für die Finanzierung anvisierten Eigenkapitals sei bereits eingesammelt, so Kornfeld.

Der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss soll für den Freiraum erhalten bleiben. Der Lärmbelästigung bei Konzerten wollen die Walke-Aktiven im Zuge der Sanierung deutlich reduzieren. In der Vergangenheit hatte es wiederholt Anwohner-Beschwerden gegeben. Stadtbaurat Hermann Aden kündigt an, die Stadt werde „untersuchen, ob die Nutzung des Veranstaltungsraums mit den Belangen der Nachbarschaft in Übereinstimmung zu bringen ist“.

Das geplante neue Kulturzentrum sieht Kornfeld nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Hamelner Einrichtungen Sumpfblume und Regenbogen. „Beim Publikum gibt es natürlich Überschneidungen“, räumt er ein, verspricht aber: „Wir werden uns absprechen und bei den Terminen darauf Rücksicht nehmen.“

Das Projekt Walkemühle wird von der Mietshäuser Syndikat GmbH fachlich unterstützt. Die Gesellschaft wurde in den 1980er Jahren in Freiburg gegründet – mit dem Ziel, selbstverwaltete Häuser langfristig zu sichern und dem offenen Immobilienmarkt zu entziehen. Das Mietshäuser Syndikat besteht deutschlandweit aus 73 Hausprojekten und 465 Gesellschaftern. Insgesamt wird so Wohnraum für 1650 Menschen zur Verfügung gestellt.



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