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Auftakt der Schlägermusik-Reihe mit einem Klappstuhl-Konzert auf dem Münsterkirchhof

Freche Texte rund ums Essen

HAMELN. Ute Fehn strahlt. Ihr erstes Statement lautet: „Geil.“ Passt, denn besser hätte der Auftakt zur Schlägermusikreihe mit dem Musik-Comedy-Duo Reis Against The Spülmachine (kurz RATS) nicht gelingen können. Open-Air schmeichelndes Wetter und etwa 400 bestens unterhaltende Besucher schätzt die Landschaftsverbandschefin.

veröffentlicht am 10.06.2019 um 15:02 Uhr
aktualisiert am 11.06.2019 um 10:50 Uhr

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Autor:

Gabriele Laube
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Sie verspricht für 2020 mehr Klappstühle am Senior-Schläger-Denkmal aufzustellen, heute stehen etwa 40 Stück vor der neuen, vergrößerten Bühne.

Die Besucher hocken mal mehr, mal weniger gemütlich – auf Mauern, Fensterbänken oder auf den Stühlen der anliegenden Lokale. Erfahrene Schlägermusikgänger klappen unter den Winterlinden am Münster faltbare Sitzmöbel aus. Die aus den Hinterhöfen Hamelns aufgestiegene Musikreihe begeistert das interessierte Publikum mit jedem Jahr mehr.

Den Musik-Coverettisten Onkel Hanke (Blendermann) aus Buxtehude und Philipp Kasburg aus Oldenburg gelingt es Gitarre spielend leicht, ihr Publikum für sich einzunehmen. Das Lehrerduo parodiert bekannte Rock- und Pophits von Größen wie den Ärzten, Elvis Presley oder den Beastie Boys mit frechen Texte rund ums Essen. Aber auch Nachdenkliches kommt, mit Augenzwinkern dargeboten, zu Gehör.

Ob „Sellerie“ (nach „Valerie“ von Amy Winehouse), Pasta, Obst oder Käse, alles wird kalorienarm und mit Zwerchfelltraining serviert. Auf ihren Flyern schießen RATS mit einer Bananen-Pistole, ihr aktuelles Programm heißt „Vitamine zum bösen Spiel“.

Sänger Hanke sprintet ins Publikum. Welche Frucht soll besungen werden? Besucher Dieter stimmt für Brombeeren. Die kommen auch rein ins akustisch dargebotene Obst-Medley – unterlegt mit Songs wie „Teenagerliebe“, „I’ve Been Looking For Freedom“ oder „Halleluja“ (Maracuja). Ihre Texte, sagen sie, fallen ihnen beim Einkaufen ein, denn dort, „In The Netto“, könnte man Elvis Presley treffen. Supermarktmusik, Niedriglohn, Ladendiebstahl. So singen die Poeten frei nach „In the Ghetto“, die Kluft zwischen Arm und Reich. „Doch wir schauen einfach weg, zu verführerisch ist der Billigpreis“: Die mit Humor servierten Wahrheiten stimmen nachdenklich.

Wie der Name des Duos entstand, erklärt der Rap-Rock-Song „You Gotta Fight For Your Reis – Basmati“ nach Art der Beastie Boys am besten, Namenspaten sind die Bands ihrer Jugend, Rise Against und Rage Against The Machine. Politisch positioniert sich das Duo mit einem Statement gegen Nazis und bringt mit dem Cover von „Schrei nach Liebe“ das Publikum zum Mitsingen.

Auf einer Postkarte werben die Musiker für sich selbst mit „Zwei lustige Typen, die verrückte Lieder singen. Liebe Mama, das hätte dir auch gefallen“. Das kann so unterschrieben werden.

Ob sich die Besucher nach dem einstündigen Konzert noch das von Fehn empfohlene Hafenkonzert gönnen, ist unbekannt, aber laut Fehn ist „Kultur in Hameln ganz groß vertreten, auch wenn man das so nicht weiß“. Und so gibt es für die verbliebenen Besucher noch ein wenig Sinti-Jazz mit der Familie Weiß als Nachschlag, während andere in die nächstgelegene Eisdiele ziehen.

RATS kommen wieder, der Vorverkauf läuft und 70 Besucher haben sich noch an diesem Abend ihre Tickets für den Auftritt am 26. Oktober in der Sumpfblume gesichert.



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