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Heimische Ermittler wurden in diesem Jahr bereits sieben Mal angegriffen / Gewerkschaft fordert: „Täter härter bestrafen“

Frau beißt zu – schon wieder wird ein Polizist verletzt

Hameln (ube). Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist ein Polizeibeamter in Hameln gebissen worden – diesmal von einer Frau. Nach Angaben von Kommissarin Nadine Koch hatte die in Hannover lebende Tochter der 52-Jährigen am Dienstag gegen 13 Uhr die Leitstelle der Polizei informiert und gesagt, sie mache sich große Sorgen um ihre Mutter. Zwei Beamte des Einsatz- und Streifendienstes fuhren daraufhin zur Wohnung der Hamelnerin. „Dort trafen die Beamten auf eine alkoholisierte und verstört wirkende Frau“, sagte Nadine Koch. Zu ihrem eigenen Schutz sollte die Hamelnerin mit zur Wache genommen und dort einem Amtsarzt vorgestellt werden. Doch sie wehrte sich mit Händen und Füßen. Schließlich biss sie einem Polizeikommissar (27) in die rechte Hand. Die 52-Jährige sei später von einem Mediziner untersucht und in ein Spezialkrankenhaus eingewiesen worden, hieß es. Der gebissene Beamte musste die Notaufnahme des Kreiskrankenhauses aufsuchen und sich dort behandeln lassen.

veröffentlicht am 01.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 04:21 Uhr

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Gegen Polizisten gerichtete Gewalttaten nehmen kein Ende. Im diesem Jahr wurden bereits sieben Beamte aus Hameln geschlagen, getreten, gebissen, mit einer scharfen Pistole beschossen und mit einem Säbel angegriffen. Erst am 7. März war ein Kommissar von einem 23-Jährigen, der kurz zuvor in Gewahrsam genommen worden war, gebissen worden. Der wegen häuslicher Gewalt polizeibekannte Mann hatte sich entgegen der Anordnung in der Nähe des Hauses einer Frau (26) an der Holtenser Landstraße aufgehalten. Der Hamelner war erheblich alkoholisiert und mit einem Schlagstock bewaffnet. Er sei aggressiv gewesen und zur Durchsetzung des Platzverweises und zur Verhinderung weiterer Straftaten in Gewahrsam genommen worden, hieß es. Während der Fahrt zur Polizeiwache griff der 23-Jährige zwei Einsatzbeamte an. „Er trat nach ihnen und biss einen Kollegen in einen Unterarm“, so Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki.

Nach Angaben von Polizeipräsident Hans Wargel haben Widerstandshandlungen gegen Vollzugsbeamte auf Landesebene um 60 Prozent zugenommen.

Der Polizist werde nicht mehr als Freund und Helfer gesehen, sondern eher als Feind – das sei die Erfahrung, wie sie ihm etliche Kollegen immer wieder geschildert hätte, und beileibe nicht nur ältere, sagte jüngst Ralf Hermes, Vorsitzender der Kreisgruppe Hameln-Pyrmont der Gewerkschaft der Polizei. Auch die Deutsche Gewerkschaft der Polizei im Beamtenbund schlägt Alarm: „Es scheint hipp zu sein, Polizisten – und damit den Staat – mit roher Gewalt anzugreifen und zu verletzen“, sagt der Landesvorsitzende Thomas Kliewer. Und der Vorsitzende des Direktionsverbandes, der heimische Polizeibeamte Christian Wulf, kritisiert: „Der Staat hat es versäumt, abschreckende Signale zu setzen. Was wir brauchen, ist eine deutliche Strafverschärfung bei Widerstandshandlungen. Es ist ein Unding, dass Gewalt gegen Polizisten geringer bestraft wird als zum Beispiel der Tatbestand der Doppelehe.“



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