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Frau beißt zu - Polizist in Notaufnahme verarztet

veröffentlicht am 01.04.2009 um 15:51 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

intern

Hameln (ube). Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist ein Polizeibeamter in Hameln gebissen worden – diesmal von einer Frau. Nach Angaben von Kommissarin Nadine Koch hatte die in Hannover lebende Tochter der 52-Jährigen am Dienstag gegen 13 Uhr die Leitstelle der Polizei informiert und gesagt, sie mache sich große Sorgen um ihre Mutter. Zwei Beamte des Einsatz- und Streifendienstes fuhren daraufhin zur Wohnung der Hamelnerin. „Dort trafen die Beamten auf eine alkoholisierte und verstört wirkende Frau“, sagte Nadine Koch. Zu ihrem eigenen Schutz sollte die Hamelnerin mit zur Wache genommen werden und dort einem Amtsarzt vorgestellt werden. Doch sie wehrte sich mit Händen und Füßen. Schließlich biss sie einem Polizeikommissar (27) in die rechte Hand. Die 52-Jährige sei später von einem Mediziner untersucht und in ein Spezialkrankenhaus eingewiesen worden, hieß es. Der gebissene Beamte musste die Notaufnahme des Kreiskrankenhauses aufsuchen und sich dort behandeln lassen.

In diesem Jahr sind bereits sieben Polizeibeamte angegriffen worden. Teilweise waren Waffen (scharfe Schusswaffe und ein Säbel) im Spiel.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft im Deutschen Beamtenbund (DPolG) schlägt Alarm: „Seit Jahren registrieren wir einen erschreckenden Anstieg der Angriffe auf Polizisten. Es scheint hipp zu sein, Polizisten – und damit den Staat – mit roher Gewalt anzugreifen und zu verletzen“, sagt der DPolG-Landesvorsitzende Thomas Kliewer. Sein Kollege, der Direktionsvorsitzende und heimische Polizeibeamte Christian Wulf (unser Foto) fordert härtere Strafen. „Der Staat hat es bisher versäumt, abschreckende Signale zu setzen. Dazu gehören nach unserer Auffassung auch eine deutliche Strafverschärfung bei Widerstandshandlungen, eine bessere Absicherung von Polizisten beim Dienstunfallschutz und eine gesellschaftliche Ächtung der Gewalt gegen Polizisten“, so der Oberkommissar aus Hessisch Oldendorf.
 Die DPolG veranstaltet am 20. Mai in Hannover eine Expertentagung, an der.Richter, Staatsanwälte, Führungskräfte der Polizei und Polizisten teilnehmen werden. „Dort wird der Innenminister die Sichtweise des Dienstherrn darlegen. Polizisten, die Opfer roher Gewalt geworden sind, werden zudem sehr anschaulich ihre Situation – bis hin zu posttraumatischen Belastungen – schildern“, sagte Wulf – und ergänzte: „Diese Schilderungen werden die Auswirkungen der Brutalität sehr deutlich machen.“

 



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