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Bürgermeisterin kandidiert für die CDU

Fraktionsvorsitzende Ursula Wehrmann bei den Grünen ausgetreten

HAMELN. Mit sofortiger Wirkung hat Ursula Wehrmann den Fraktionsvorsitz bei den Grünen niedergelegt und ist auch aus der Partei ausgetreten, der sie 25 Jahre lang angehört hat. Die Bürgermeisterin kandidiert nun für die CDU.

veröffentlicht am 20.06.2016 um 19:21 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Hameln. Paukenschlag kurz vor den Kommunalwahlen im September: Mit sofortiger Wirkung hat Ursula Wehrmann den Fraktionsvorsitz bei den Grünen niedergelegt und ist gestern auch aus der Partei ausgetreten, der sie 25 Jahre lang angehört hat. „Das fällt mir im Herzen schwer. Aber die Stimmungsmache und die Intrigen gegen mich in den letzen Monaten lassen mir keine andere Wahl“, sagt die Bürgermeisterin.

So hatte unter anderem ihr Parteifreund Wolfgang Meier gesagt, wenn sie wieder antreten würde, gäbe es eine Zerreißprobe innerhalb der Grünen, ein anderes Parteimitglied hatte im internen Mailverkehr geschrieben: „Dank einer Auseinandersetzung, die konfrontativ geführt werden musste, wird Uschi Wehrmann nicht wieder antreten. Das finde ich gut. Nun ist der Weg frei für einen Neuanfang.“

„Ich gebe zu, dass das Verhalten der Partei mich sehr tief getroffen hat. Wenn man sich so lange mit Leidenschaft und Engagement einsetzt, ist es schmerzhaft, wenn man weggemobbt wird“, so die verbitterte Politikerin, die im Vorfeld erklärt hatte, ohnehin nicht mehr an erster Stelle kandidieren zu wollen. Angesichts dieses Stils müsse man sich aber fragen, was für ein menschlicher Umgang bei den Grünen herrsche. Dort würde sie sich im Übrigen auch nicht mehr wohl fühlen, da die Partei einen „deutlichen Linksruck“ vollziehe und sie selbst mehr für eine realpolitische Linie eingetreten sei.

Als Beleg dafür führt sie unter anderem die Hamelner Südumfahrung an, der die Grünen nach wie vor ihre Zustimmung verweigern. „Auch ich war früher einmal dagegen“, räumt sie freimütig ein. Aber nun sei die Sachlage anders, denn in den letzten zehn Jahren habe der Verkehr in Hameln, vor allem durch Lkw als rollende Lager und durch Mautflüchtlinge so stark zugenommen, dass es für die Menschen an den betroffenen Straßen inzwischen „unerträglich“ geworden sei. Deshalb habe sie sich bei der Abstimmung auch enthalten. Dennoch: „Nach immerhin 18 Jahren als grüne Fraktionsvorsitzende und zehn Jahren als Bürgermeisterin hatte ich eigentlich erwartet, dass ich den Zeitpunkt selbst bestimmen kann, zu dem ich nicht wieder für den Hamelner Rat kandidiere.“

Mit ihrem Austritt folgt sie zwei ihrer Fraktionskollegen – Klaus Lamprecht und Jennifer Weidner haben der Fraktion bereits den Rücken gekehrt und werden bis zum Ende der Legislaturperiode bei der CDU hospitieren, und auch die parteilose Lisa Linne überlegt, wo sie bis zum Ende der Legislaturperiodeihre politische Heimat findet. Mit Ursula Wehrmann hat sich die Stärke der grünen Fraktion fast halbiert.

Ursula Wehrmann aber will auf jeden Fall nicht aufgeben, denn sie habe, so sagt sie, von vielen Bürgern Anerkennung und Zuspruch für ihre Arbeit bekommen und sei aufgefordert worden, weiterzumachen. „Auch aus politischen Gruppierungen und Parteien habe ich Angebote bekommen“, sagt die agile 72-Jährige, die in diesem Zusammenhang auf Hillary Clinton verweist. Bekanntlich strebt die Amerikanerin mit 70 Jahren das höchste Amt in den USA an.

Wie also geht es weiter in der Kommunalpolitik? Ursula Wehrmann wechselt in die CDU! „Natürlich ist es naheliegend für mich, deren Angebot auf einen attraktiven Listenplatz anzunehmen, nachdem ich schon zwei Wahlperioden vertrauensvoll und gut mit den Christdemokraten zusammengearbeitet habe und dadurch ein starkes Bündnis entstanden ist“, schaut die Kommunalpolitikerin nach vorne. Wenn die Bürger ihr weiterhin ihr Vertrauen schenkten und ihren Wechsel und ihre Motivation verstünden, bekäme sie die Möglichkeit, sich erneut für die Politik in ihrer Heimatstadt einzubringen, hofft sie.



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