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Jeder kann seine überschüssigen Einkäufe kostenlos anbieten, anstatt sie zu entsorgen – neue Plattform soll das Schenken einfacher machen

Foodsharing-Prinzip: Weniger wegwerfen, mehr verschenken

Hameln. Ein Glas Karottengemüse mit Nudeln und Pute, ein Glas Gemüse und Hühnchen mit Nudeln, ein Glas Schinkennudeln in Tomatensauce, so der Beipackzettel zu einem Einkaufskorb der besonderen Art. Gleiches gilt für folgendes Angebot: Ein Kilo Langkornreis (acht Kochbeutel), 6 Stück Kartoffelknödel im Kochbeutel.

veröffentlicht am 28.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 22:41 Uhr

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Autor:

Jobst Christian Höche
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Diese und viele weitere Angebote gibt es vollkommen kostenlos, denn sie sind schon bezahlt und übrig geblieben. Zu viel eingekauft, zu wenig Platz zum Lagern oder kein Appetit auf noch mehr Knödel nach den Festtagen, die Gründe für übrig gebliebene Lebensmittel sind vielfältig. Knapp 82 Kilogramm Lebensmittel im Wert von einigen Hundert Euro wirft jeder Bundesbürger jährlich im Durchschnitt in die Mülltonne. Viele Waren sind dann noch nicht einmal geöffnet, das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht erreicht. Klingt nach Irrsinn, ist es irgendwie auch. So zumindest sehen es die Mitglieder des Vereins foodsharing.de, der sich im Frühjahr gegründet hat. Die Gruppe hat Mitte Dezember auch eine Internetplattform ins Leben gerufen, die übrig geblieben Lebensmittel umverteilen soll.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Wer beim Sichten seiner Bestände feststellt, dass er die fünf Pakete Nudeln, die im Februar ablaufen, nebst sechs Dosen passierter Tomaten nicht mehr pünktlich wird essen können, erstellt einen virtuellen Warenkorb und bietet die Waren zur Abholung an. Kostenlos. Auf einer Karte werden sämtliche Angebote angezeigt. Wer dann Interesse an Nudeln mit Tomatensauce hat, meldet sich beim Anbieter, vereinbart einen Abholtermin und das war’s. Nichts muss weggeworfen werden, Ressourcen werden geschont und es spart bares Geld.

Aber auch anders herum soll das neue System funktionieren. Wem auf dem Heimweg von der Arbeit einfällt, dass im Kühlschrank noch Milch und Eier fehlen, kann in einer eigens entwickelten App nach verfügbaren Lebensmitteln in der Umgebung suchen und sich die schnellste Route zu den kostenlosen Angeboten anzeigen lassen.

Bereits in den ersten zwei Wochen nach Start der Internetseite konnten mehr als 100 Körbe mit Waren weitergeben werden, mehr als 3500 Mitglieder sind bereits registriert.

Wer also von den Feiertagen noch Lebensmittel übrig hat, sollte sich auf: www.foodsharing.de anmelden und die Waren verschenken, anstatt sie in die wahrscheinlich ohnehin schon überfüllte Tonne wandern zu lassen. Die Registrierung auf der Seite ist kostenlos und mit ein paar Klicks erledigt. Die hinterlegten Daten können nur von anderen angemeldeten Nutzern der Seite eingesehen werden.

Bisher ist auf der Karte noch kein Eintrag im Weserbergland zu finden. Dies könnte sich aber schnell ändern, denn: Auch nach Silvester wird von der einen oder anderen Party einiges an Lebensmitteln übrig bleiben.

Mehr als 82 Kilogramm Lebensmittel schmeißt jeder Deutsche jährlich in den Müll. Das soll sich ändern.

Foto: Bilderbox



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