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Dewezet-Sommerabenteuer auf dem Hannover Airport in Langenhagen

Follow me! Ausflug mit Höhepunkten

Hameln/Hannover. Bei allen piept’s. Von Gürtelschnallen kennen das die meisten, von Kaugummipapier nicht. „Auch das ist Metall“, erklärt Petra Wagner, als die 35 Passagiere Scanner und Detektoren hinter sich gelassen haben. Anders als sie es von Flugreisen gewohnt sind, wurden die Männer und Frauen heute ausnahmsweise durch die Personalkontrolle geschleust, durch die auch alle Bediensteten müssen:

veröffentlicht am 11.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 05:41 Uhr

Vorfeld Flughafen
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Hameln/Hannover. Bei allen piept’s. Von Gürtelschnallen kennen das die meisten, von Kaugummipapier nicht. „Auch das ist Metall“, erklärt Petra Wagner, als die 35 Passagiere Scanner und Detektoren hinter sich gelassen haben. Anders als sie es von Flugreisen gewohnt sind, wurden die Männer und Frauen heute ausnahmsweise durch die Personalkontrolle geschleust, durch die auch alle Bediensteten müssen: Seit dem 11. September 2001 kommt weder Putzfrau noch Techniker in den Abflugbereich, ohne zuvor auf gefährliche Gegenstände geprüft worden zu sein. Auch das Arbeitsleben am Flughafen Hannover haben die Terroranschläge in New York nachhaltig geändert.

Fasziniert von der Möglichkeit, hinter die Kulissen des Hannover Airport in Langenhagen zu blicken, treten die Teilnehmer des Dewezet-Sommerabenteuers ihre Reise in zwei Gruppen an. Für zwei ist das Spektakel noch spannender als für die übrigen 51: „Noch nie geflogen!“. Na dann – Abflug zu zahlreichen Höhepunkten.

Die Szenen am Gepäckband kennt jeder Fluggast: stehen, warten, „da“ schreien oder draufzeigen. Aber wer hat denn schon gesehen, wie die Koffer dahinter vollautomatisch sortiert werden? Über das Transportband unter der Decke rattert das Gepäck in Richtung großer Metall-Rutschen. 4000 Stücke pro Stunde schafft die Anlage. Das jeweilige Ziel wird am Strichcode der Banderole, die Urlauber immer wieder vom Griff abpulen müssen, abgelesen. Pffftsch – ein Koffer rutscht hinab, zwei Männer nehmen ihn entgegen und verfrachten ihn auf den richtigen Anhänger. An diesem frühen Nachmittag ist es ruhig auf dem Flughafen, auf dem jährlich bis zu acht Millionen Passagiere unterwegs sind – gerne mit Kinderwagen, Surfbrettern und natürlich Koffern. Gegenstände, die durchaus mal am Flughafen vergessen und nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen ver- und ersteigert werden.

Petra Wagner fordert „Bravo 10“ an, den Bus, der kurz darauf alle aufnimmt. Kaum einer an Bord, der hier nicht an seine Urlaubs- und Flughafenerlebnisse denkt. Im Bus geht es über das Vorfeld, das von zahlreichen Linien geziert wird. Rote für die Sicherheitsbereiche, weiße für die Straßen, auf denen sich Busse und andere Fahrzeuge bewegen dürfen und die gelben, die Flugzeuge leiten. „Wo ist der Tank?“ will Petra Wagner von den Gästen wissen. Wer sich an die Auto-Werbung mit jener Frage erinnert, die auf den niedrigen Kraftstoffverbrauch des Audis anspielt, muss mit der Boeing 737 direkt vor der Nase umdenken. „In den Tragflächen“, ist die richtige Antwort, und der Verbrauch ist alles, nur nicht niedrig. Eine Zahl, die verblüfft: 300 000 Liter Kerosin fasst beispielsweise der große Airbus A380. 910 Hektar groß ist das Flughafengelände, 47 Millionen D-Mark hat damals der Tower gekostet, 60 Mitarbeiter sind dort tätig, Zahlen, Zahlen, Zahlen. Und noch mehr Zahlen am neuen Höhepunkt: Willkommen in den Hallen der Flughafenfeuerwehr.

Bis zu 2000 Einsätze jährlich fahren die 70 Männer der zwei Wachabteilungen. Die Fehlalarme auf dem Flughafengelände machen 30 Prozent aus, nur fünf Prozent betreffen die Fliegerei. Was bei schweren Flugzeugunfällen und Großbränden zu tun ist, wird zweimal pro Jahr geübt. Damit die Männer, die längstens bis zum Alter von 62 Jahren diensttauglich sind, fit bleiben, gibt es einmal die Woche Pflichtsport im eigenen Fitnessraum. Was die Passagiere beeindruckt: Innerhalb von drei Minuten muss jeder Ort auf dem Gelände im Ernstfall erreicht werden. 1000 PS unter der Haube helfen da. Ein Golf GTI an der Ampel sähe im Vergleich alt aus, macht sich der Feuerwehrmann lustig über Möchtegern-Beschleuniger in Pkw.

Zurück im Bus. Warten. Petra Wagner ist weg. Was keiner weiß: Es ist das Warten auf den nächsten Höhepunkt. Für viele wird es der Höhepunkt des Ausflugs überhaupt sein. Dann taucht Petra Wagner wieder auf, ein schwarz-gelb karierter Wagen fährt um die Ecke und hält neben dem Bus. „Ein Follow-Me“, sagt Kirsten McLaren aufgeregt. „Die finde ich sooo toll!“ Und eben diesem tollen Follow-Me fährt der Bus jetzt auf der 3,8 Kilometer langen Nordstartbahn mit 80 Stundenkilometern hinterher. Bester, unmittelbarer Blick auf die Rollbahn. Die dicken, schwarzen Bremsspuren der Flugzeuge lassen staunen. „Ein Kilogramm Gummi geht bei jeder Landung verloren“, sagt Petra Wagner. Zwei bis dreimal pro Jahr werden diese Gummischichten von der Bahn gezogen. Die Busfahrt über die Rollbahn endet mit einer ganz normalen Bremsung. Geklatscht wird nicht, aber gedankt. Letzter Höhepunkt im wahren Wortsinn: die Aussichtsplattform. Dort haben all die Eindrücke Zeit und Luft, um verarbeitet zu werden. „Einfach toll“, sind sich die Sommerabenteuer-Passagiere einig.



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