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Stadt will Pläne für Ex-Briten-Gelände und Weserufer festzurren

Fördergelder für Upnor-Gelände - aber die Zeit drängt

HAMELN. Die Zeit drängt. So viel steht fest. Für das, was sich künftig auf dem Upnor-Gelände, dem ehemaligen Wasserübungsplatz der britischen Armee an der Fischbecker Landstraße, abspielt, gibt es zwar seit Längerem Pläne. Doch mit der Umsetzung des Vorhabens hatte man es bislang nicht so eilig. Jetzt könnte es schneller gehen als gedacht.

veröffentlicht am 11.08.2017 um 17:37 Uhr

Noch herrscht Tristesse auf dem Upnor-Gelände an der Fischbecker Landstraße. Das soll sich bald ändern. Foto: wal
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Die Stadtverwaltung hat die Hamelner Politik zu einer Sondersitzung einberufen. Die Ratsleute müssen schleunigst entscheiden, wie das Ufer rechts der Weser gestaltet werden soll. Das Rathaus macht Druck, weil in diesem Jahr attraktive Fördergelder in Aussicht stehen.

Wie Stadtbaurat Hermann Aden ankündigte, soll der Ausschuss für Stadtentwicklung am Mittwoch, 30. August, außerplanmäßig zusammenkommen. Dann will Aden das Vorhaben der Verwaltung vorstellen. Der Ausschuss wird voraussichtlich sein Votum abgeben, damit der Stadtrat am 20. September die Angelegenheit endgültig besiegeln kann.

Konkret geht es laut Aden um die Kofinanzierung durch das Bund-Länder-Programm „Zukunft Stadtgrün“. Ziel darin ist es, die grüne Infrastruktur in den Städten zu verbessern. Das Bundesbauministerium hat für das Jahr 2017 rund 50 Millionen Euro für das Programm zur Verfügung gestellt. Die Finanzierung der Upnor-Pläne könnten demnach zu je einem Drittel von Bund und Land bezuschusst werden. Ein Drittel müsste die Stadt Hameln selbst aufbringen.

Über den Kostenrahmen äußerte sich die Verwaltung bislang nicht; auch dazu wird es voraussichtlich Ende August in der politischen Sondersitzung gehen.

Mit den künftigen Entwicklungen am Upnor-Areal werden die Planungen der Stadt für eine Neugestaltung des städtischen Weserufers immer genauer. Von der Jugendherberge bis hin zum Ortsausgang besteht dann zumindest schon ein Teil-Konzept für das weserseitige Stadtbild. Zwischen Jugendherberge und ehemaligem Briten-Gelände hat das Rathaus, wie berichtet, kürzlich Pachtverträge für Gartengrundstücke gekündigt und teilweise bereits räumen lassen. Hier soll ein neuer Radweg entlang des Flusses entstehen.

Stadtbaurat Aden hat auch die nordrhein-westfälischen Nachbarn im Blick, wenn er über die Zukunft des Weserufers an der Fischbecker Landstraße spricht. Der Emmerauenpark in Lügde könne dem Hamelner Vorhaben als Vorbild sein.

Seit 2011 sind die neugestalteten Emmerauen Anziehungspunkt und Ausflugsziel für Einheimische wie auch Tagestouristen. „Natürlich müssen wir das auf die Weser und Hamelner Verhältnisse münzen“, sagt Aden.

Den Vorwurf, die Stadt habe die Ideen für Upnor „geklaut“, will der Stadtbaurat indes nicht gelten lassen. Dies hat der Hamelner Hans-Joachim Gründel auch gegenüber unserer Zeitung behauptet, weil die Pläne der Stadt große Ähnlichkeiten mit dem von Gründel erarbeiteten Upnor-Konzept haben. Für Aden kein Anlass über vermeintlich gestohlene Ideen zu diskutieren.

Denn: Bürger seien ja aufgerufen gewesen, eigene Vorschläge für die Nachnutzung der Briten-Gelände bei der Stadt einzureichen. Dass die Verwaltung schließlich Bürger-Ideen mit in das eigene Konzept einschließt, sei nicht verwerflich, im Gegenteil: „Das ist ein Geschenk, was wir angenommen haben“, so Aden. „Wir haben uns die Rosinen herausgepickt und anschließend ein neues Konzept gestrickt.“

Mein Standpunkt
Lars Lindhorst
Von Lars Lindhorst

Am Upnor-Gelände soll etwas Einzigartiges entstehen. Das klingt vielversprechend. Und wird ganz sicher viele Hamelner begeistern. Dennoch: Mit Blick auf Großprojekte wie das Schulzentrum Nord, den Bildungscampus an der Linsingen-Kaserne, das Hochzeitshaus oder neue Rathaus kündigt sich schon der nächste finanzielle Kraftakt für die Stadt an.

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