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In Hannover lassen sich viele Schüler zurückstufen / „Zusammenführung der Jahrgänge ist vorzüglich gelungen“

Flucht vor dem Turbo-Abi: Hameln liegt nicht im Trend

Hameln (roh). Sechs Schüler des Schiller-Gymnasiums wiederholen in diesem Jahr das letzte Schuljahr. Das entspricht einem Anteil von rund fünf Prozent. „Eine Quote, die wir hier über viele Jahre hinweg durchschnittlich errechnen“, betont Schulleiter Andreas Jungnitz und widerspricht damit Presseberichten, wonach es zu einem deutlichen Anstieg der Wiederholer innerhalb des doppelten Abiturjahrgangs kommen soll. Allerdings räumt der „Direx“ ein, dass es in anderen Regionen Niedersachsens, insbesondere in den Ballungsgebieten, durchaus zu signifikanten Anstiegen kommen könne.

veröffentlicht am 10.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 08:41 Uhr

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Auch im Albert-Einstein-Gymnasium kann man den von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung verkündeten Landestrend nicht bestätigen. Schulleiter Wolfgang Weber legt die Zahlen der letzten fünf Jahre offen und stellt fest: „Einen Anstieg der Wiederholer im doppelten Abiturjahrgang können wir nicht feststellen.“ 2006 haben von den 122 Schülern der 12. Klasse 111 die 13. Klasse besucht. 2007 waren es von 106 103 Schüler, und 2008 besuchten 99 der 103 Zwölftklässler die 13. Klasse. 2009 sogar 100 von vormals 102 und 2010 schließlich besuchten 83 von 94 Schülern der 12. Klasse auch die 13. Klasse. In diesem Jahr sind die Zahlen ähnlich. Von insgesamt 203 Schülern der 13., beziehungsweise 12. Klasse absolvieren 196 ihr letztes Schuljahr am AEG. Dessen Oberstufenkoordinator Peter Esch meint: „Ganz wesentlich hängt die Zahl der Rücktritte und Abbrüche davon ab, wie der Übergang in die Oberstufe für die Schüler gestaltet wird.“

Diese Aussagen unterstreichen der Schulleiter des Viktoria-Luise-Gymnasiums, Rainer Starke, und dessen Oberstufenkoordinator Reinhard Wegener, denn das erklärte Ziel sei es gewesen, die beiden Jahrgänge zu einer Einheit zusammenzuführen. Dies sei vorzüglich gelungen. Im Sommer 2009 bestand der doppelte Abiturjahrgang am Vikilu aus 245 Schülern. Aktuell sind es nur noch 228 Schüler. „In keiner Weise können wir hier in unserer Region von einer Flucht vor dem Turbo-Abi sprechen“, erklärt Esch und Starke legt nach: „Unsere Schule hat an einer Umfrage teilgenommen, die ein Student im Rahmen seiner Studienarbeit durchgeführt hat.“ Schon allein die Zahl der Schüler, die an dieser freiwilligen Befragung teilgenommen hätten, zeige, dass es innerhalb des doppelten Abiturjahrgangs ein Gemeinschaftsgefühl gebe. „Rund 150 Schüler haben sich zu Fragen der Belastung und der Freizeitgestaltung geäußert“, so der Schulleiter. Herausgekommen sei Erstaunliches. Starke: „Zum Beispiel haben rund 15,7 Prozent der Schüler des 11. Jahrgangs angegeben, Nachhilfe in Anspruch zu nehmen. Bei den Schülern des 12. Jahrgangs waren es 14,1 Prozent, also nahezu identische Werte.“ Ähnliche Ergebnisse seien bei der Freizeit erzielt worden. Während die Schüler des 11. Jahrgangs rund 4,2 Stunden täglich ihre Freizeit genießen, stünden denen des 12. Jahrgangs 4,4 Stunden zur Verfügung.

Auch Sandra Becker, Schülervertreterin im Schulvorstand des Schiller-Gynasiums, wird in diesem Jahr ihr Abitur machen. „Gespräche zwischen den Schülern über eine freiwillige Wiederholung gibt es nicht.“

Wenn es einen nennenswerten Unterschied zwischen beiden Jahrgängen gebe, dann sei dieser im Alter auszumachen, wie die Schulleiter unisono betonen. In einigen Fächern könne sich das fehlende Lebensjahr eines Schülers bemerkbar machen. Jungnitz: „Auch das lässt sich aber pauschal nicht feststellen, denn der persönliche Reifeprozess eines Schülers ist individuell.“

Dass sich der angebliche Landestrend in Hameln nicht feststellen lasse, sei auch dem Umstand geschuldet, dass man frühzeitig von den Förderangeboten des Landes Gebrauch gemacht habe, so die Schulleiter übereinstimmend. Jungnitz: „In Zukunft wird es darauf ankommen, den Schülern bereits in der neunten Klasse ein umfassendes Beratungsangebot zu machen, damit sie sich im darauffolgenden Schuljahr einerseits auf ihre Qualifikation zur Oberstufe konzentrieren, und sich andererseits in der Einführungsphase ihren Möglichkeiten entsprechend orientieren können.“

An den drei Hamelner Gymnasien ist der Landestrend nicht spürbar: Nur wenige Schüler des doppelten Abi-Jahrgangs wollen hier freiwillig die 12. Klasse wiederholen. Eine Flucht vor dem Turbo-Abi wie in Hannover gibt es in Hameln nicht.

Montage: Wal



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