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Kundin steigt wegen Krankheit aus

Fitness-Abo endet vor Gericht

Hameln. Knapp acht Millionen Menschen trainieren täglich im Fitnessstudio – das ist fast jeder Zehnte. Doch nicht immer läuft es rund, wenn Menschen sich Fitness erhoffen. Am Dienstag erst musste das Amtsgericht Hameln entscheiden, denn zwischen einer Kundin und einem Fitnessstudio aus der Region, das namentlich nicht genannt werden soll, gab es Ärger. Konkret ging es um rund 300 Euro, welche die Kundin nicht mehr zahlen wollte. Der Geschäftsführer verklagte die Frau daraufhin.

veröffentlicht am 20.11.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:21 Uhr

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Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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Streitpunkt war ein spezielles Training, für das sich die Beklagte angemeldet hatte. Dabei laufen die Kunden auf einem Band, während der Unterkörper unter Unterdruck gesetzt wird. Einige Zeit nutzte die Beklagte das Angebot, doch dann klagte sie über Knieschmerzen. Eine Operation zum Einsatz eines künstlichen Kniegelenks folgte. Bei ihren weiteren Trainings, so die Frau, habe sie dann stärkere Schmerzen bekommen. Sie bat ihre Ärztin darum, mit einem Attest zu bescheinigen, dass sie nicht mehr am Training teilnehmen könne.

Das Attest, das die Ärztin ausstellte, empfahl zwar, künftig keinen Fitnesssport mehr auszuüben. Allerdings formulierte die Ärztin vorsichtig mit dem Wort „soll nicht“ anstelle von „darf nicht“ – das sei nicht gerade die schärfste Art des Attestes, wie Richter Dr. Herbert Seutemann zunächst anmerkte. Doch die Ärztin lieferte später noch weitere deutlichere Atteste nach. Der Geschäftsführer des Studios wollte die Kundin jedoch nicht aus dem Vertrag lassen. Das angebotene Fitnessprogramm sei sehr wohl für knieoperierte Kunden geeignet, argumentierte er vor Gericht. „Man läuft ja nicht, sondern geht nur auf einem Laufband“, sagte er, „und immerhin waren sie 63-mal da.“ Er vermute, dass die Kündigung einen anderen Hintergrund gehabt habe, da auch die Tochter der Kundin zeitnah eine Kündigung ausgesprochen habe.

Richter Dr. Seutemann entschied schließlich zugunsten der Kundin. Die Frau habe eine wirksame Kündigung ausgesprochen, verbunden mit einem aussagekräftigen Attest der Hausärztin. Die Ärztin habe später weitere Atteste ausgestellt, die deutlich machten, dass die Kundin ihr Abo nicht mehr habe nutzen können.

Auch vor Gericht bestätigte die Ärztin noch einmal, dass das angebotene Training für die Kundin nicht mehr geeignet gewesen sei. Ihr zufolge könne man von Glück sprechen, dass die Teilnahme der Patientin nicht weitere Beschwerden, insbesondere am Herzen, nach sich gezogen habe. Andere Angebote des gebuchten Fitness-Abos, welche die Beklagte als Ausgleich hätte nutzen können, seien zu diesem Zeitpunkt wegen Umbaumaßnahmen nicht nutzbar gewesen – so die Urteilsbegründung. Das spezielle Lauftraining habe im Vergleich zu den übrigen Fitness-Angeboten, die in dem gebuchten Programm enthalten waren, im Vordergrund gestanden.



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