weather-image
13°

Offene Geschäfte am Muttertag – Bundestagsabgeordnete Krellmann übt Kritik

„Fingerspitzengefühl sieht anders aus“

Hameln. Verkaufsoffene Sonntage locken Besucher in die Innenstädte und stehen deshalb bei Einzelhändlern hoch im Kurs. Doch der nächste Termin fällt ausgerechnet auf den Muttertag. Nicht nur in der Politik wird deshalb der Unmut laut, auch in den sozialen Netzwerken hagelt es Kritik an dieser „familienfeindlichen Planung“.

veröffentlicht am 28.04.2016 um 18:53 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 11:21 Uhr

270_008_7864528_hm111_wal_2904.jpg

Autor:

Andreas Timphaus
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Volle Geschäfte, viele Kunden, guter Umsatz: Verkaufsoffene Sonntage locken viele Besucher in die Innenstädte und stehen deshalb besonders bei den Einzelhändlern hoch im Kurs. Kritiker wünschen sich hingegen eine Rückkehr zur Sonntagsruhe. Auch in Hameln wird über das Thema diskutiert. In der Weserstadt öffnen die Geschäfte in diesem Jahr am Muttertag, dem 8. Mai, ihre Türen. Das sorgt für Kritik aus der Politik und in den sozialen Netzwerken. „In diesem Jahr steht der Kommerz scheinbar wieder in der ersten Reihe“ – und nicht der „gemeinsame Sonntag mit der Familie am Muttertag“, heißt es in einer Pressemitteilung von Jutta Krellmann, der heimischen Bundestagsabgeordneten der Linken. „Fingerspitzengefühl sieht anders aus“, meint sie.

Tage „zu Ehren

der Frauen und Mütter“ freihalten

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Linke wegen eines verkaufsoffenen Sonntags beschwert. Damals ging es um den 8. März, den Internationalen Frauentag. Die Stadt begründete die damalige Genehmigung damit, dass der verkaufsoffene Sonntag an das Mittelalterfest „Mystica Hamelon“ angeschlossen gewesen sei und es in den folgenden Jahren nicht zu solchen Überschneidungen kommen werde. Doch nun ist der Muttertag an der Reihe. „Aufgrund der Terminlage gibt es in diesem Jahr keine Ausweichmöglichkeit, weshalb wir uns schweren Herzens für den Muttertag als verkaufsoffenen Sonntag entschieden haben“, sagte Stadtmanager Dennis Andres Mitte März.

Für Krellmann ist dies nicht nachvollziehbar. „Wenn man sich mal anschaut, in welchen Bereichen Frauen in Deutschland arbeiten, sind die Gastronomie und der Einzelhandel ganz weit vorne. Da finde ich es schlichtweg falsch, ausgerechnet am Muttertag einen verkaufsoffenen Sonntag einzuschieben.“ „Falsch“ vom Center-Management der Stadtgalerie aber auch von der Stadt Hameln und der Hameln Marketing und Tourismus GmbH, sagt die Abgeordnete. Sie würde sich wünschen, dass man die Tage, die „zu Ehren der Frauen und Mütter“ gedacht seien, Familientage seien lasse. Zudem: „Den Sonntag zum Arbeitstag zu machen ist aus sozialer Sicht einfach nicht richtig“, so Krellmann.

Das Land Niedersachsen will nun die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage einschränken. Am 1. Mai, 3. Oktober und am Sonntag nach Weihnachten sollen künftig die Geschäfte generell geschlossen bleiben. Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll laut der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ dem Kabinett demnächst vorgelegt werden. Es stünden noch Gespräche mit den Fraktionen an. Städte und Gemeinden dürfen an vier Sonntagen im Jahr öffnen. Ausgenommen davon waren bisher nur der Karfreitag, die Feiertage an Ostern, Pfingsten und Weihnachten sowie der Volkstrauertag und der Totensonntag.

Da in Hameln am 1. Mai und auch 3. Oktober ohnehin keine verkaufsoffenen Tage abgehalten werden, würde das Verbot die Stadt nicht sonderlich treffen, sagt Stadtmanager Andres. „Schade wäre es allerdings um den Sonntag nach Weihnachten, da der gut funktioniert“, so Andres. Und: „Wenn das Verbot für alle gilt, ist der Verkaufsabfluss in Maßen. Wenn aber nebenan in Nordrhein-Westfalen weiterhin geöffnet ist, ist das ein ungleicher Wettbewerbsvorteil.“ Ohnehin würde man verkaufsoffene Sonntage in Hameln nur sparsam einsetzen. „Wir gehen damit sehr maßvoll um. Daher wäre es schön, wenn wir nicht noch weiter gegängelt werden würden“, sagt Andres.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt