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Zu Gast: „Robin Hood“

Feuerpfeile auf Guy Fawkes

HALVESTORF. Heute würde man ihn wohl als Terroristen bezeichnen: Guy Fawkes, den katholischen Offizier des Königreichs England, der am 5. November 1605 ein Sprengstoff-Attentat auf König Jakob I. und das englische Parlament versuchte – doch es misslang. Seitdem wird das Scheitern mit einem „Bonfire“, einem Freudenfeuer, gefeiert. Eine Tradition, die auch der vor vier Jahren wieder gegründete „British-German Club“ in Hameln aufgenommen hat.

veröffentlicht am 04.11.2018 um 15:10 Uhr

Sie haben das Feuer entfacht: der Hamelner Rattenfänger und Robin Hood aus Nottingham. Foto: EAW
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Ernst August Wolf Reporter
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„Wir wollen wieder etwas britisches Flair nach Hameln bringen, so wie es früher war, als die Briten noch da waren“, erklärt die Vereinsvorsitzende Birgit Hart. Zusammen mit momentan rund 60 Mitstreitern hat die 55-Jährige das „Familienfest Guy Fawkes“ organisiert. Die „Bonfire Night“ fand jetzt bereits zum vierten Mal auf dem großen Gelände beim „Camping am Waldbad“ in Halvestorf statt.

„Da hat sich wieder eine Tradition herausgearbeitet“, freut sich auch Wilfried Binder, der die Grüße vom Hamelner Rat und der Verwaltung überbrachte. Politprominenz war mit dem Bundestagsabgeordneten Johannes Schraps und Landtagsmitglied Dirk Adomat vor Ort. „Brexit ist was Politisches, das hier ist der Zusammenhalt der Zivilgesellschaft“, so Schraps. Auf dieser Ebene lasse sich Europa nicht auseinanderdividieren.

Einer der kulinarischen Renner war eine Original Fish’n’Chips-Bude, vor der trotz Kälte die Besucher geduldig in einer Warteschlange ausharren. „Rotbarsch. Sehr lecker“, findet auch das Ehepaar Annette und Dieter Korbach aus Hessisch Oldendorf. Bei Einbruch der Dunkelheit erklingt Dudelsackmusik von den „Pipes and Drums United“, die von Pipe Major Eike-Ferdinand Zeh von den Essener Highländern geleitet werden. Die Formation aus Hannover umrahmt an diesem Abend auch das feierliche Hissen der Flaggen. „Das ist die alte Garnisonsflagge, die viele Jahre über der Linsingen-Kaserne in Hameln geweht hat“, erklärt Hamelns Rattenfänger. Als lebende Legende ist er diesmal nicht allein unterwegs, sondern hat Tim Pollard aus Nottingham an seiner Seite. Der 54-Jährige ist wie sein Hamelner Kollege eine gefragte Figur und ebenfalls weltweit bekannt: Robin Hood. Nachdem Feuerwerker Niklas Amrock aus Bielefeld und seine fünf Helfer letzte Hand an das Höhenfeuerwerk gelegt und alles zündfertig gemacht haben, marschieren die vielen hundert Gäste den Grashügel hinauf. Dort werden sie Zeuge, wie Robin Hood und der Rattenfänger mit Feuerpfeilen auf „Guy Fawkes“ schießen, genauer auf ein Bild, das an dem riesigen Scheiterhaufen festgemacht ist. Nach einigen Treffern lodert der Haufen in bester Osterfeuermanier himmelhoch auf. Eine spektakuläre Show, die vom 13 Minuten dauernden Höhenfeuerwerk abschließend ergänzt wird. Für ihre perfekte Organisation, bei der Reservisten, THW, DRK und die örtliche freiwillige Feuerwehr unentbehrliche Dienste leisteten, ernten Birgit Hart und ihr Verein die Anerkennung aller Gäste. Keine Frage: Die Tradition der „Bonfire Night“ lebt in Hameln erfolgreich weiter.

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Im Zelt des British-German-Clubs ersteht Sybille Goad aus Buchholz bei Bückeburg ein englisches Sitzkissen. Foto: EAW


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