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Giftige Rauchgase / Drei Männer verletzt

Feuer – mutiger Nachbar rettet kleines Mädchen

Hameln. Glutrote Flammen schlagen am Montagmorgen aus zwei Fenstern eines Wohnhauses an der Bahnhofstraße, in dem 17 Menschen gemeldet sind. Schwarzer Qualm steigt auf – er ist sogar von der Ruthenstraße aus zu sehen. Dort arbeiten die Disponenten der Leitstelle „Weserbergland“, die um 6.48 Uhr den Löschzug der Feuerwehr Hameln und Rettungswagen alarmiert haben. Mit Sorge betrachten die Männer die Schwaden am Himmel.

veröffentlicht am 04.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 00:21 Uhr

Völlig zerstört: In diesem Kinderzimmer brach das Feuer aus.

Autor:

Ulrich Behmann
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In der Wohnung, in der das Feuer wütet, lebt eine siebenköpfige Familie. Sie wird von dem Brand überrascht. „Die Kinder haben geschrien. Davon bin ich aufgewacht“, erinnert sich Vater Mehmet Tahir Arvis. Der 46-Jährige schaut sofort nach dem Rechten, sieht, dass ein Kinderbett brennt. Er versucht noch, eine Decke über die Flammen zu werfen, aber die Hitze ist schon zu groß – seine Haare fangen an zu brennen. „Los, los, alle raus hier!“, ruft der Mann und vertraut darauf, dass alle seine Töchter und Söhne durch das Treppenhaus nach unten gehen. Doch die siebenjährige Hazan läuft in die Küche, geht von dort auf den Balkon.

Als Arvis merkt, dass eines seiner Kinder fehlt, startet er sofort eine Rettungsaktion. Sein Nachbar Osman (29) hilft ihm dabei. „Er hat im Treppenhaus eine Fensterscheibe eingeschlagen, sich irgendwie durch die sehr kleine Öffnung gezwängt und meine Tochter gerettet. Weiß auch nicht, wie er das geschafft hat“, erzählt Mehmet Tahir Arvis. Für ihn ist Osman ein Held. „Wir sind ihm sehr dankbar.“

Der Retter hat sich an einer Hand verletzt und sich – ebenso wie Vater Arvis und dessen Sohn (17) – eine Rauchgasvergiftung zugezogen. Mit Krankenwagen des Roten Kreuzes sind die Verletzten zur Notaufnahme des Kreiskrankenhauses gebracht worden.

Bäume behindern Drehleiter-Einsatz

Feuerwehrleute gehen, ausgerüstet mit schwerem Atemschutz, in die verqualmte Wohnung. Die Möbel im Kinderzimmer haben sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Asche verwandelt, Putz fällt von den Wänden. „Alles war schwarz. Wir konnten gar nichts sehen“, sagt Brandmeister Sascha Stelmaszyk. „Dazu war es extrem heiß. Das haben wir durch unsere Schutzkleidung gespürt.“ Polizeibeamte sperren die Bahnhofstraße. Feuerwehrleute bringen die Drehleiter in Stellung. Aber das ist nicht einfach, denn: „Vor dem Haus stehen zwei hohe Bäume. Die haben den Einsatz stark eingeschränkt“, sagt Brandamtmann Wilhelm Scharenberg.

Das Feuer ist rasch gelöscht, die Wohnung allerdings stark zerstört. Die Höhe des Schadens steht bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Freiwillige und hauptamtliche Kräfte der Feuerwehr arbeiten Hand in Hand, werfen heißen Brandschutt aus den Fenstern in eine Mulde.

Ermittler der Tatort-Gruppe und des für Brandursachenermittlungen zuständigen 1. Fachkommissariates suchen nach Spuren. „Wir haben keine Hinweise darauf, dass das Feuer mit Absicht gelegt wurde“, sagt Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki am Nachmittag.

Giftiger Rauch wabert aus Fenstern des Hauses an der Bahnhofstraße. Die Bewohner konnten sich in Sicherheit bringen. Drei Männer wurden verletzt.

Fotos: Dana/ube



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