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Mieter verletzt / Es war Brandstiftung

Feuer im Haus – Giftiger Qualm verhindert Flucht

Hameln. Es sollte ein gemütlicher Fernsehabend werden – Werner Kraemer (56) schaute sich gerade das Fußballspiel Leverkusen gegen Mainz an, als am späten Dienstagabend um 23.10 Uhr giftiger und stinkender Qualm in seine Wohnung waberte. Der Hamelner flüchtete sofort auf einen Balkon des Mehrfamilienhauses an der Rohrser Warte und rief von dort um Hilfe. „Hallo, hier oben bin ich!“ Hinter ihm stieg eine bedrohlich wirkende graue Rauchsäule auf. „Als alter Bergmann weiß ich nur zu gut: Feuer entkommst du durch Flucht.“

veröffentlicht am 22.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 01:41 Uhr

Das Treppenhaus ist verqualmt, Mieter sind in ihren Wohnungen ge

Autor:

Ulrich Behmann
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Auch andere Hausbewohner waren von dem Feuer, das im Keller loderte, gefangen. „Wir wollten raus, konnten uns aber nicht in Sicherheit bringen. Luft zum Atmen gab’s da nicht mehr“, schildert ein junger Mann die dramatische Situation. Die Menschen saßen in der Falle. Die Polizei glaubt, dass ein Brandstifter das Feuer gelegt und die Bewohner dadurch in Lebensgefahr gebracht hat. Heimtückisch, weil zu nachtschlafender Zeit.

Ein Mieter (26) musste von einem Rettungsteam des Roten Kreuzes behandelt und mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in die Notaufnahme des Kreiskrankenhauses an der Weser eingeliefert werden.

„Brandgase sind extrem gefährlich“

Die Hausbewohner hatten Glück, dass die Flammen früh genug entdeckt wurden und die Feuerwehr rasch zur Stelle war. Kraemer, der auf seinem Balkon auf Hilfe gewartet hatte, wurde von Brandmeister Tobias Möller über die Drehleiter gerettet. „Wir haben zwei weitere Mieter gebeten, zunächst in ihren Wohnungen zu bleiben. Sie waren dort sicher. Erst als wir den Qualm mit unserem Hochleistungslüfter aus dem Treppenhaus rausgeblasen hatten, konnten wir auch diese Leute evakuieren“, sagte Einsatzleiter Kauert – und erklärte: „Brandgase sind extrem gefährlich. Drei tiefe Atemzüge reichen schon aus, um ohnmächtig zu werden.“ Experten sind sich einig: Hätte Werner Kraemer versucht, durch das Treppenhaus ins Freie zu gelangen, wäre er wohl nicht mehr am Leben. Ob sich der Brandstifter dessen bewusst war? Fest steht: Durch die Tat hat der Verbrecher Menschen in Lebensgefahr gebracht.

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Der Brandschaden ist groß, das Haus derzeit unbewohnbar.

Freiwillige Feuerwehrleute des 1. und 2. Zuges unterstützten die Mannschaft der ständig besetzten Wachbereitschaft. Die Lösch- und Aufräumungsarbeiten zogen sich bis gegen 1.30 Uhr hin.

Der Schaden durch Feuer, Hitze und Ruß ist groß

Nachdem ein Team der Tatort-Gruppe Zeugen befragt und nach Spuren gesucht hatte, beschlagnahmte es am frühen Mittwochmorgen den Brandort und versiegelte die Eingangstür des Hauses. „Der Schaden durch Feuer, Hitze und Ruß ist groß. Es gibt dort weder Strom noch Heizung. Das Gebäude ist derzeit unbewohnbar“, sagte Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki. Die Mieter mussten ausquartiert werden. „Die meisten sind bei Freunden und Verwandten, aber auch in Hotels, untergekommen.“

Das für Mord, Totschlag und schwere Brandstiftung zuständige 1. Fachkommissariat des Zentralen Kriminaldienstes hat die Ermittlungen übernommen.

Die Brandursachenermittler suchen Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Telefon: 05151/933-222.

Wartet auf seinem Balkon auf Hilfe: Werner Kraemer hätte wohl nicht überlebt, wenn er durchs verqualmte Treppenhaus gelaufen wäre. „Brandgase sind extrem gefährlich. Drei tiefe Atemzüge reichen schon aus, um ohnmächtig zu werden“, sagt sein Retter Bodo Kauert.

Foto: ube



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