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Flammen wüten in Dachwohnung / Brandursache gilt als geklärt / Mieter retten sich ins Freie

Feuer – Hamelner verliert Hab und Gut

Von Ulrich Behmann

veröffentlicht am 22.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 12:21 Uhr

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Hameln. Als der Hamelner am Abend in seine Dachwohnung zurückkehren will, ahnt er nicht, dass darin ein Feuer wütet. Um 21.20 Uhr schließt er die Korridortür auf. Heißer Qualm kommt ihm entgegen. Er raubt ihm fast den Atem. Der 45-Jährige ergreift die Flucht. In der Hektik lässt der Mann die Tür offen stehen. Deshalb wabern heiße und giftige Brandgase ins Treppenhaus – und in die gegenüberliegende Wohnung. Dort fängt ein Rauchmelder an zu piepen. Die Mieter – an der Fischbecker Straße 15 sind zwölf Personen gemeldet – retten sich ins Freie. Als der Löschzug der Wachbereitschaft um 21.24 Uhr eintrifft, stehen fast alle vor dem Haus.

Wachabteilungsleiter Horst Winter greift zum Funkgerät, fordert Verstärkung an. Das bedeutet: Alarm für den 1. und den 2. Zug! Die Feuerwehr geht auf Nummer sicher, sie schickt ein Evakuierungsteam ins Haus. Winter und Oberbrandmeister Reinhard Requardt klingeln und klopfen an allen Türen. Ein Mann kommt ihnen entgegen. Er wird nach draußen geschickt. Die Polizei sperrt die Fischbecker Straße.

In der brennenden Wohnung ist es extrem heiß. „Die Temperatur liegt zwischen 500 und 600 Grad“, schätzt Hauptbrandmeister Winter.

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Das Löschteam hat sich schweren Atemschutz aufgesetzt. In den völlig verqualmten Zimmern können die Männer die Hand vor Augen nicht sehen. Sie suchen nach dem Brandherd, finden ihn aber nicht sofort. Die Feuerwehrleute wissen, was in einem solchen Fall zu tun ist. Zunächst bringen sie vor der Haustür einen Überdrucklüfter in Stellung. Mit dem Gerät wird Frischluft ins Haus geblasen. Dann müssen Ortsbrandmeister Emil Burose und Oberbrandmeister Bernhard Mandla, die im Korb der Drehleiter stehen, zwei Fensterscheiben einschlagen. Sofort schießt Rauch aus den Öffnungen. „Mit dem Motorlüfter werden die Brandgase aus der Wohnung gedrückt“, erklärt Winter die Methode. Das reduziere die Hitze und sorge für etwas Sicht.

Als der Brand gelöscht ist, suchen zunächst Ermittler der Tatort-Gruppe nach Spuren. Dann räumen Feuerwehrleute den Brandschutt weg. Freiwillige schaufeln ihn in kleine Wannen, kippen das verkohlte Hab und Gut des Hamelners vor das Haus.

Oliver Busch, Prokurist der Hamelner Wohnungsbau-Gesellschaft, organisiert noch in der Nacht eine große Schuttmulde. Für den obdachlos gewordenen Mieter reserviert er ein Hotelzimmer. Aber der Mann lehnt ab. Er kommt bei seinen Eltern unter.

Die HWG hat 98 Prozent ihrer Wohnungen mit Rauchmeldern ausgerüstet. Dort, wo am Mittwochabend das Feuer ausgebrochen ist, gab es allerdings keinen. „Der Mieter hat sich seinerzeit geweigert, einen Warnmelder installieren zu lassen. Hätte er einen gehabt, wäre das Feuer schneller entdeckt worden“, sagt Busch.

Der Hamelner ist verzweifelt, steht unter Schock. „Alles ist weg. Einfach alles“, habe er gestern Vormittag nur gesagt, berichtet Busch.

Die Brandursache gilt bereits als geklärt. „Wir vermuten, dass der Mieter heiße Zigarettenasche unachtsam entsorgt hat“, sagt Polizeikommissar Dirk Barnert.

Löscheinsatz an der Fischbecker Straße – heißer Qualm wabert aus den Gaubenfenstern. Die Feuerwehr hat eine von zwei Drehleitern ausgefahren.Fotos: ube

Ein Feuerwehrmann schüttet den durch den Brand beschädigten Besitz des Mieters vor das Haus.

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