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Zellen leisten „Erste Hilfe“, wenn Bakterien in den Körper eindringen – aber bei Übergewichtigen ist die Funktion gestört

Fettgewebe schützt vor Hautinfektionen

Petra Q. (38) aus Hameln fragt: Können Bakterien durch die Haut in den Körper eindringen?

veröffentlicht am 11.02.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 09:21 Uhr

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Dr. Werner W. Gehring antwortet: Wenn die Haut verletzt ist, auf jeden Fall. Allerdings schützt uns unser Körperfett, denn Fettgewebe, das sich in der Unterhaut befindet, hat nicht nur die Aufgabe, vor Kälte zu schützen und Energie zu speichern. Amerikanische Forscher berichteten vor wenigen Wochen, dass es offenbar auch eine Rolle bei der Abwehr von eindringenden Bakterien spielt.

Sobald die Haut verletzt wird und Staphylokokken in tiefere Schichten der Haut eindringen, kommt es durch die Fettzellen zur Ausscheidung einer Substanz mit antimikrobieller Wirkung. Mithilfe dieser schnellen örtlichen Abwehrreaktion werden die unerwünschten Eindringlinge direkt abgetötet. Sie können sich nicht weiter im Körper verbreiten.

Die Fettzellen leisten somit eine „Erste-Hilfe“-Reaktion, bevor die körpereigenen Abwehrzellen aus dem Blut am Ort des Eindringens der Staphylokokken angekommen sind. Das Ergebnis der Studie lässt im Gegenzug vermuten, dass diese lokale Abwehrreaktion bei zu viel Unterhautfettgewebe gestört ist, weil sich bei übergewichtigen, fettleibigen Menschen Infektionen nachweislich häufiger ausbreiten.

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Bisher war bekannt, dass der Körper antimikrobielle Eiweiße der äußeren Hautzellen einsetzt, um sich schnell am Infektionsherd vor einer Entzündung zu schützen. Dass auch die Unterhaut mithilfe des Fettgewebes über entsprechende Abwehrmechanismen verfügt, konnte jetzt durch Versuche an Mäusen und durch Zellkulturversuche bewiesen werden: Nach dem Eindringen der Erreger unter die Haut reifen zusätzliche Fettzellen heran, welche das sogenannte Cathelicidin freisetzen. Es handelt sich dabei um einen Grundbaustein einer Nukleinsäure. Er ist hochwirksam gegen Staphylokokken.

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Dr. Werner G. Gehring ist Arzt in Bad Münder.



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