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Feinmessungen im Rattenfängerhaus sollen Klarheit bringen

veröffentlicht am 06.02.2011 um 20:04 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (CK). „Wir hoffen, bis Ende des Jahres Klarheit über alle städtischen Gebäude zu haben.“ So hatte die Dewezet Hartmut Deppmeyer, Fachbereichsleiter Umwelt und technische Dienste der Stadt Hameln, zitiert. Die Aussage stammt allerdings nicht aus dem Jahre 2011, sondern wurde bereits am 5. Januar 1996 gemacht. Hintergrund war die starke Belastung von städtischen Gebäuden wie Kurie Jerusalem oder Eugen-Reintjes-Kindergarten mit dem in Holzschutzmitteln vorhandenen und inzwischen längst verbotenen PCP – allein die Sanierung der Kurie kostete die Stadt seinerzeit eine Million Mark.


Richtig ist: Sämtliche Schulen und städtischen Kindergärten wurden damals untersucht und, wo nötig, saniert – die Arbeiterwohlfahrt ließ ihre Kita selbst auf Schadstoffe prüfen. Doch Deppmeyers Ankündigung wurde offenbar nicht, beziehungsweise nicht vollständig umgesetzt. Das historische Rattenfängerhaus in der Osterstraße jedenfalls wurde in den 90er Jahren nicht untersucht.

Was genau damals alles unter die Lupe genommen worden ist und ob auf die Stadt noch weitere unangenehme Überraschungen dieser Art warten, ist derzeit völlig offen. Im Rattenfängerhaus haben unterdessen Ende vergangener Woche die Feinmessungen begonnen. Verantwortlich dafür zeichnet das Ingenieurbüro für Umwelttechnik (Igefu) aus Garbsen. Inzwischen haben sich offenbar auch die zwischen dem Pächterehepaar und der Stadt verhärteten Fronten gelockert. Nachdem Frickes zunächst die Ergebnisse der ersten Untersuchung sechs Wochen vorenthalten worden waren, hatte vor allem Christina Hartlieb-Fricke die Stadt zum Handeln gezwungen und einen Anwalt eingeschaltet (wir berichteten).

Hier geht es um Mietminderung und möglicherweise auch um mehr. So befürchtet Christina Hartlieb-Fricke, ihre im vergangenen Jahr diagnostizierte Krebserkrankung könne im Zusammenhang mit den Schadstoffen stehen, denen sie 24 Stunden am Tag ausgesetzt ist. „Wenn das so wäre, wäre das natürlich schrecklich“, so Kaiser, Fachbereichsleiter Bauen und Planen, der ausdrücklich beteuert, dass ihm die Umstände des ganzen Falles „leidtun“. Er habe nun das bereits vorliegende Gutachten nicht nur der Pächterin ausgehändigt, sondern auch an deren behandelnde Ärzte geschickt.



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