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Wie sich Rettungsdienst und Polizei auf die Silvesternacht vorbereiten

„Feiern? Ohne uns — wir arbeiten!“

Hameln. Für die meisten ist es selbstverständlich, am Silvesterabend bis weit nach Mitternacht den Jahreswechsel feiern und auch begießen zu können. Wie nicht anders zu erwarten, ist ja alles perfekt vorbereitet. Das Menü im Lieblingsrestaurant? Klar, dafür hat doch der Koch den Tag über am Herd schwitzen müssen. Den Cocktail am Abend oder das Glas Sekt um Mitternacht? Das reicht doch die Bedienung rüber. Keine Chips mehr da für die Party zu Hause? Die nette Dame an der Tankstelle nebenan schiebt in der lautesten Nacht des Jahres Dienst und die Snacks über die Theke.

veröffentlicht am 31.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 09:21 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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An die Servicekräfte der Gastronomie wird zuerst gedacht, wenn man an dieses Thema denkt. Doch auch Polizeibeamte, Rettungssanitäter, Feuerwehrleute und medizinisches Personal der Krankenhäuser haben in dieser Nacht zu arbeiten – und wahrlich nicht wenig. Grund genug, bei diesen Stellen einmal nachzufragen, wie dort der Silvesterdienst abläuft.

Zwei Stunden früher als zu den normalen Nachtschichten kommen die Polizeibeamten in den Diensträumen an der Lohstraße zusammen. Ihre ersten Einsätze haben die Polizisten dann schon hinter sich — allesamt absolviert in den heimischen Küchen. Lammhack für Ofenbrötchen und Heringssalat steuert Polizeihauptkommissar Dietmar Müller für das schon obligatorische Silvesterbuffet bei. Denn die Schicht versucht, sich komplett zusammenzusetzten und beim Essen noch einmal in Ruhe das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und Kraft für die bevorstehende Nacht zu sammeln. „Spätestens ab 23.50 Uhr sind wir dann aber raus aus diesem Geschäft“, sagt Müller. Dann wird die ganze Bandbreite an Banalitäten und Tatbeständen auf die diensthabenden Beamten zukommen: alkoholisierte Personen auf Fahrbahnen, Schlägereien, Ruhestörungen, Familienkonflikte und Verkehrsunfälle.

Einen erhöhten Personaleinsatz fährt die Polizei in der letzten Nacht des Jahres nicht. Allerdings gäbe es bei den Beamten „keinen Urlaub und kein dienstfrei“, das sei ein Ehrenkodex unter den Kollegen, so Müller. Und anstoßen werden die Beamten erst nach Dienstschluss daheim bei einem Polizisten aus ihren Reihen. Gut gelaunte Bürger haben ihnen dann schon Stunden zuvor ein „gutes neues Jahr“ gewünscht.

Wenn um Mitternacht die Böller explodieren und die Glocken der Marktkirche das neue Jahr einläuten, haben die diensthabenden Feuerwehrleute der hauptberuflichen Wachbereitschaft in Hameln schon 17 Stunden Dienst hinter sich. Abgelöst werden die Einsatzkräfte erst morgens um 7 Uhr. „Wir sind ganz normal besetzt. Wenn was Größeres passiert, wird die Freiwillige Feuerwehr nachalarmiert“, sagt Hauptbrandmeister Andreas Kracht, der bereits seit 28 Jahren bei der Feuerwehr arbeitet. „Wir“ soll heißen, dass die dritte Wachabteilung zu Silvester arbeiten wird. Krachts Abteilung hatte Heiligabend Dienst, heute hat sie frei. Wie auch zu normalen Tagen werden zwei Rettungswagen im Einsatz sein. „Die werden etwas mehr zu fahren haben. Wenn Not am Mann ist, können wir noch einen Dritten besetzen“, erzählt der Wachabteilungsführer.

„In der Unfallchirurgie haben wir Silvester und am Neujahrstag einen Oberarzt und einen Assistenzarzt hier“, sagt Dagmar Böhm, Sekretärin in der Unfallchirurgie des Sana-Klinikums in Hameln. Bei Bedarf stünden auch Oberärzte der allgemeinen, der plastischen und der Gefäßchirurgie in Bereitschaft. „Nein, das ist mir nicht bekannt. Wir sind so schon knapp bemessen und die Ärzte haben dann auch zu tun“, antwortet Böhm auf die Frage, ob im Krankenhaus für das diensthabende Personal ein Silvesterbuffet bereitstehen würde.

Auch beim Rettungsdienst im Landkreis habe man eine ganz normale Besetzung, ist von Bernd Gerberding beim Deutschen Roten Kreuz zu erfahren. „Wir als DRK sind vom Landkreis für den Rest-Landkreis ohne die Stadt Hameln für den Rettungsdienst beauftragt. Da haben wir in Bad Münder, Hemmendorf, Hessisch Oldendorf, Bad Pyrmont, Emmerthal und Hameln in der Nacht sechs Rettungswagen besetzt. Das ist nicht mehr wie sonst“, so der DRK-Fachbereichsleiter für den Rettungsdienst. 16 DRK-Mitarbeiter werden in der Nacht Dienst haben. Es habe sich in den vergangenen Jahren so gezeigt, dass mehr nicht notwendig war. „In Rufbereitschaft haben wir zusätzlich hauptamtliches Personal. Sollte es im Landkreisgebiet zu irgendwelchen größeren Aktionen kommen, haben wir innerhalb von Minuten zusätzliche Fahrzeuge besetzt“, sagt Gerberding.



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