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FDP-Schriftführer irritiert die Liberalen

veröffentlicht am 19.04.2011 um 10:08 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

Hameln (wer). Erheblichen Klärungsbedarf hat der Hamelner FDP-Vorstand, wenn er sich morgen zur Sitzung trifft. Während der Stadtverband für den Bau der „Al Rahman Moschee“ an der Wilhelm-Lampe-Straße plädiert, schwärmt dessen Schriftführer Lauritz Grote auf der Internet-Seite „Facebook“, wie viele „heimattreue Demokraten“ sich schon zum Protest zusammengefunden hätten – darunter auch ein NPD-Landespolitiker aus Hameln.

Auf der Facebook-Seite wird gegen den Bau der Moschee Stimmung gemacht und das zum Teil mit Propagandamaterial, das an rechtsradikale Kampagnen erinnert. Ziel der Initiative ist ein Bürgerbegehren. Zwei Moscheen in Hameln seien genug, heißt es: „Die Begründung, dass in den bestehenden Moscheen auf türkisch und nicht auf arabisch gepredigt wird, lassen wir nicht gelten.“

Zu den Unterstützern, die sich im Forum auch als „Kameraden“ ansprechen, gehörte bis gestern Lauritz Grote, Vorstandsmitglied des FDP-Stadtverbandes Hameln und stellvertretender Kreisvorsitzender der Jung-Liberalen Hameln-Holzminden. In einem am Sonntag verfassten Eintrag freut sich der 17-Jährige: „Hurra, wir wachsen, schon 51 heimattreue Demokraten.“

Die FDP-Spitze reagiert verschnupft. „Das ist nicht in Ordnung. Er muss das am Mittwoch im Vorstand erklären“, äußert sich Stadtverbands-Vorsitzende Ina Loth. „Wir distanzieren uns davon, gerade für uns Liberale ist Religionsfreiheit ein hohes Gut“, sagt Kristijan Kuhlmann, Kreisvorsitzender der Julis. Er führt das Engagement Grotes auf dessen politische Unerfahrenheit zurück.

Gegenüber der Dewezet sagt Grote, er sei nicht grundsätzlich gegen die Moschee, nur das „Wo und Wie“ müsse man klären. In der FDP habe er das Thema noch zur Diskussion stellen wollen. Dass er bei Facebook gemeinsame Sache mit einem ausgewiesenen Rechtsextremisten macht, der in seinen Einträgen daran erinnert, wie damals „ein Flötenspieler mit der ,Plage‘ fertig“ geworden sei, habe er nicht gewusst. Damit konfrontiert, sagt Grote: „Das geht mir persönlich zu weit.“

Nachdem der Hamelner Ableger der Piraten-Partei die Einträge des FDP-Schriftführers auf der eigenen Homepage veröffentlichte und bei den Hamelner Liberalen gestern die Telefondrähte glühten, hat der Nachwuchs-Politiker seine Facebook-Einträge gelöscht.
In einem weiteren Telefonat distanziert sich Grote ausdrücklich von seinem Engagement: „Ich bin in der FDP, weil ich freiheitlich gesinnt bin, und zur Religionsfreiheit gehört der Bau einer Moschee. Ich habe nicht erkannt, welche Gesinnung hinter dieser Seite steckt.“ Das sieht auch Parteivorsitzende Ina Loth bezogen auf das Projekt an der Wilhelm-Lampe-Straße so: „Wir sind im Grundsatz für den Bau der Moschee.“



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