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Skate-Park auf Grundstück für Liberale eine Option

FDP für Abriss von „Wienerwald“

HAMELN. Der Eiertanz um den „Wienerwald“ geht weiter. Der Verwaltungsausschuss (VA) sah sich am Mittwoch nicht dazu in der Lage, über eine Marschrichtung für die Zukunft des seit Jahren leer stehenden Gebäudes beziehungsweise brachliegenden Grundstücks am 164er Ring zu befinden.

veröffentlicht am 11.05.2017 um 14:57 Uhr
aktualisiert am 13.06.2017 um 14:40 Uhr

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Stattdessen hat der VA das Thema dahin zurückgegeben, wo es schon Ende April ergebnislos diskutiert worden war: in den Ausschuss für Stadtentwicklung. Die Politik dreht sich im Kreis.

Zur Debatte stehen drei Optionen, welche die Stadtverwaltung bereits im Fachausschuss zur Diskussion gestellt hatte:
Erhalt und Verpachtung von Grundstück und Gebäude,
Verkauf des bebauten Grundstücks oder
Abriss des Gebäudes und Anbindung des Geländes an den Bürgergarten (wir berichteten).

In der Konsequenz, dass nun auch im VA keine Entscheidung getroffen wurde, prescht die FDP-Fraktion jetzt mit einem Antrag vor. Darin fordert der Fraktionsvorsitzende Hans Wilhelm Güsgen von der Stadtverwaltung, den „Wienerwald“ noch in diesem Jahr abzureißen und in den Bürgergarten zu integrieren. Auf dem rund 1500 Quadratmeter großen Areal solle dann vorzugsweise etwas für Jugendliche entstehen: ein Skate-Park zum Beispiel, wie in dem Antrag nachzulesen ist. Schließlich bestehe mit dem Senioren-Bewegungspark bereits ein Angebot für eine Zielgruppe höheren Alters im Bürgergarten.

Die Verwaltung solle zudem einen Entwurf erarbeiten, wie der Bereich des 164er Rings, der sich auf der dem „Wienerwald“ gegenüberliegenden Straßenseite befindet, in den Bürgergarten mit einbezogen werden könne. Ferner solle geprüft werden, inwiefern auch der Gehweg an der Deisterallee in den Park eingebunden werden könne.

Davon abgesehen habe sich eine Sanierung des „Wienerwald“-Gebäudes oder gar ein Neubau für eine Gastronomie als „unwirtschaftlich“ herausgestellt. Der Abriss wäre „die kostengünstigste Variante“ und „die Kosten für die Erstellung eines Bebauungsplans“ für einen etwaigen Neubau würden entfallen.

Anlass für den Vorstoß der FDP inmitten der andauernden politischen Beratungen ist Güsgen zufolge das Zaudern der Ratsgruppe SPD-Linke-Grüne. Sie spricht seit geraumer Zeit davon, mit einem Investor in Kontakt zu stehen, der im „Wienerwald“ ein inklusives Café einrichten wolle – verrät aber nicht, um wen es sich dabei handelt. „Der Investor soll sich endlich outen und Rot-Rot-Grün aus der Deckung kommen“, meint Güsgen. Dann könnte auch der Erhalt des Gebäudes und dessen Verpachtung oder Verkauf konkretisiert werden.

Doch auch auf erneute Anfrage der Dewezet hält Rot-Rot-Grün mit ihrem vermeintlichen Investor weiter hinterm Berg. „Ich kann dazu im Moment nichts sagen“, teilt Peter Kurbjuweit (Linke) auf Anfrage mit. Die Gegner einer Nachnutzung des „Wienerwald“-Gebäudes hätten es in der Vergangenheit darauf angelegt, mögliche Investoren zu verprellen. „Aber wir möchten unseren Investor nicht verlieren“, so Kurbjuweit. Deshalb wolle man mit näheren Informationen noch nicht an die Öffentlichkeit.

Stadtbaurat Hermann Aden hatte in der letzten Ratssitzung im März ebenfalls von einem Interessenten am „Wienerwald“ gesprochen, der sich dort vorstellen könne, einen gastronomischen Betrieb einzurichten. Dabei soll es sich jedoch nicht um den Investor handeln, den die Rot-Rot-Grün in der Hinterhand zu halten behauptet.

Doch die Zeichen stehen weiter auf Stillstand. In der kommenden Ratssitzung am 24. Mai wird der „Wienerwald“ kein Thema sein. Der Ausschuss für Stadtentwicklung tagt erst wieder am letzten Tag dieses Monats. So können wenigstens all diejenigen zufrieden sein, die an dem unbedingten Erhalt des altgedienten Wienerwald-Gebäudes festhalten. Denn solange keine Entscheidung getroffen wird, passiert dort gar nichts.

Wienerwald - Eine Chronologie



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