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Umfrage zum Aschermittwoch

Fasten? Da verzichte ich drauf

HAMELN. Hand aufs Herz – der innere Schweinehund hat bei ungesunden Entscheidungen zumeist das letzte Wort. Sei es das Glas Mineralwasser, aus dem urplötzlich fünf Bier wurden, das Stück Schokolade, das in eine Fressorgie mündete oder die einsame Hantelbank, die seit der Anschaffung ungenutzt vor sich hin rostet. Abhilfe und Motivationsstütze bietet die alljährliche Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt und Ostern endet. Doch warum wird im christlichen Glauben überhaupt gefastet? Und was sagen die Hamelner zum Fasten?

veröffentlicht am 01.03.2017 um 08:58 Uhr
aktualisiert am 01.03.2017 um 09:40 Uhr

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Reporterin

Die Wurzeln des Fastens lassen sich bis ins vierte Jahrhundert nach Christus zurückverfolgen. Damals wollte man nicht nur im Sinne des Verzichts Buße tun, sondern auch mit Selbstlosigkeit und Gaben gegen die Ungerechtigkeiten in der Welt angehen. Die Dauer von Aschermittwoch bis Karsamstag soll darüber hinaus an die 40 Tage erinnern, die Jesus in der Wüste verbrachte.

Soweit die christlichen Aspekte, doch fasten die Hamelner tatsächlich aus religiösen Gründen oder ist es eher der banale Tritt in den Hintern, endlich mal einen guten Vorsatz durchzuziehen? Weder, noch – ergab zumindest unsere kleine Umfrage in der Hamelner Fußgängerzone. Plädoyers für den Verzicht – sei er nun religiös motiviert oder nicht – hörten wir eher nicht. Wohl nur eine Momentaufnahme.

Denn generell erlebte das Fasten in den letzten Jahren einen regelrechten Aufschwung: Beinahe 55 Prozent der Deutschen sprechen sich laut der Krankenkasse DAK für das Fasten aus. Von A wie Ayurvedafasten bis V wie Veganfasten gibt es die verschiedensten Methoden, im Sinne der Ernährung einen gesundheitlich wirksamen Verzicht zu vollziehen. Dass dann aber wohl nicht zwangsläufig in der christlichen Fastenzeit.

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„Aus religiösen Gründen würde ich niemals fasten, höchstens mal als Experiment.“ / John-Phillip Prüß, 32 aus Hameln

Manchmal sind es jedoch nicht die Essgewohnheiten, die man mal eine Weile verdrängen möchte. 23 Prozent der Befragten der DAK gaben an, in der Fastenzeit auf Computer & Co. verzichten zu wollen. Und es gibt eine kleine Hintertür: Denn was viele nicht wissen: An Sonntagen darf im Christentum mit dem Fasten gebrochen werden.

Zu eher ungewöhnlichen Fastenaktionen ruft seit Jahrzehnten die evangelische Kirche auf. „7 Wochen ohne“, lautet das Motto. In diesem Jahr: „7 Wochen ohne sofort.“ Zum Durchatmen und Innehalten soll die Fastenzeit diesmal genutzt werden. Entschleunigung ist das Motto, denn: „Alles hat seine Zeit“, steht schließlich schon in der Bibel. Und auf Hektik zu verzichten, fällt bestimmt auch leichter als auf Kaffee, Alkohol oder Schokolade.



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