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Ein „lebendiges Stück Sagenwelt“: das Rattenfängerhaus

Familiensache seit 50 Jahren

Hameln. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DTZ) führt es als ein „lebendiges Stück Sagenwelt“ – das historische Rattenfängerhaus in der Osterstraße, 1602 vom Eigentümer und Ratsherrn Hermann Arendes erbautes Juwel der Weserrenaissance. Jetzt steht ein besonderer Geburtstag in dem Haus an.

veröffentlicht am 12.02.2016 um 18:08 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Nur wenige Betreiber von Gastronomie in der heimischen Region können so ein Jubiläum feiern wie die Familie Fricke: Sie bewirtschaftet das Restaurant bereits seit fünf Jahrzehnten, nunmehr in dritter Generation – eine seltene Ausnahme.

Nach einer wechselvollen Geschichte über die Jahrhunderte hinweg – nach dem Krieg befand sich hier unter anderem sogar für drei Jahre die Stadtbücherei – eröffnete Gastronom Karl-Heinz Fricke die Gaststätte „Rattenfängerhaus“ am 1. März 1966 neu, unterstützt von seiner Mutter, die vielen Gästen auch heute noch als „Oma Margret“ in Erinnerung ist. Als Chef eines Familienbetriebes, der damals auch das Restaurant „Zur Börse“ und das Restaurant und Cafe „Seehof“ bewirtschaftete, kreierte Fricke damals zwei Spezialitäten, die heute international bekannt sind: „die flambierten Rattenschwänze“ (ein Gericht aus Schweinefilet) und den „Rattenkiller“ (ein hochprozentiges Getränk).

Doch zunächst nagte der Zahn der Zeit am Gebäude, so dass 1982 eine grundlegende Sanierung stattfinden musste. Sie bildete letztlich den Übergang zu Christina Hartlieb-Fricke, der heutigen Chefin des Hauses. Die hatte eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau in den Frickeschen Betrieben begonnen, eine Ausbildereignungsprüfung abgelegt und den Seehof zehn Jahre lang geleitet. Zurück im Rattenfängerhaus, entwickelte sich zwischen ihr und ihrem Chef eine freundschaftliche Beziehung, die schließlich in Liebe mündete. 1995 wurde geheiratet, Tochter Lara-Christin kam zur Welt.

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Im Jahre 2010 übernahm Christina Hartlieb-Fricke die Geschäftsführung im Rattenfängerhaus. Damals wurde aus dem früheren Chef Karl-Heinz Fricke ein Angestellter – „allerdings mein liebster“, sagt sie rückblickend. Einer, der sich nicht gerne etwas sagen ließ, dafür aber mit seinem skurrilen Humor für Unterhaltung seiner Stammgästen sorgte. Und das sind nach wie vor nicht nur jene, die sich regelmäßig am Tresen einfinden, sondern auch Vereine und Vereinigungen unterschiedlichster Art.

Wenn das 50-jährige Familienjubiläum am 1. März mit einem Empfang gebührend gefeiert wird, kann die 50-jährige Restaurantchefin, deren Tochter Lara-Christin (19) inzwischen ebenfalls hier eine Ausbildung absolviert, in der Berusschule Klassenbeste ist und bereits ihre Prüfung zur Fachberaterin in deutschen Weinen bestanden hat, übrigens auf etliche Auszeichnungen verweisen: In der Rankingliste der DZT wurde das Hamelner Rattenfängerhaus auf Platz 55 der Top 100-Rankingliste gewählt, ganz neu ist die „Sterneklasse Genuss-Landkarte“, wo es punktgleich mit Restaurants in Frankfurt, Berlin oder gar dem berühmten Löwenbräukeller in München rangiert. „Das alles war nur möglich dank der fleißigen Mitarbeit von Küche und Service und der Zusammenarbeit mit der Stadt Hameln und der Marketing und Tourismus GmbH (HMT)“, gibt die Chefin das Lob weiter.

Karl-Heinz Fricke hätte dieses Jubiläum sicher gern noch gefeiert, doch er starb am 28. Oktober 2015, kurz nach seinem 73. Geburtstag.

Restaurantchefin Christina Hartlieb-Fricke mit Tochter Tochter Lara-Christin.Fotos: CK/ko



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