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Die Schlüssel der Einstellkästen an der Pfortmühle sind verschwunden / Stadt sucht neue Lösung

Fahrradboxen werden zu Privatparkplätzen

Hameln (cl). Klaus Brümmer (65) aus Bensen ist sauer. Er möchte sein hochwertiges Fahrrad gern in eine der neuen Abstellboxen zwischen Pfortmühle und Amtsgericht schieben – doch das ist seit längerer Zeit nicht möglich. „Am Anfang waren noch alle Schlüssel da, und ich konnte mein Fahrrad bequem und sicher in einer Box parken. Doch schon vor dem Tag der Niedersachsen sah ich das erste Mal, dass viele der Schlüssel fehlen.“ Die Idee mit den Fahrradboxen findet Klaus Brümmer an sich gut: „Ein sicheres Schloss hilft zwar gegen Diebstahl, doch vor mutwilligen Beschädigungen ist das Rad dadurch nicht geschützt. Da sind Fahrradboxen einfach sicherer.“

veröffentlicht am 30.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 11:41 Uhr

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Eigentlich für Touristen gedacht

Auch andere Hamelner finden Gefallen an den Boxen. Karin Marx (54) fährt öfter mit ihrem Fahrrad in die Innenstadt, stellte es bisher immer direkt neben der Stadtgalerie ab. „Die Idee mit den abschließbaren Fahrradboxen ist gut, allerdings sollten die Stellplätze dann auch wirklich verfügbar sein.“ Doch die Radfahrer finden die acht Boxen nur noch verschlossen vor, ein Fahrrad ist allerdings nur selten darin abgestellt. Die Kabinen sind meist leer, abgesehen von dem Müll, der in manchen liegt. Auch Bierkästen verirren sich schon mal in die Fahrradboxen. Ähnlich wie bei den Radboxen sieht es bei den Gepäckschließfächern aus. Eigentlich sind die Fächer für Touristen gedacht, die nicht all ihre Habe mit in die Stadt nehmen wollen. „Die fehlenden Schlüssel und leeren Fächer sind damit zu erklären, dass manche Hamelner die Fahrradboxen und Schließfächer als persönliche Ablagemöglichkeiten nutzen“, ärgert sich Ralf Wilde (50), der zuständige Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung. Die Leute nehmen die Schlüssel mit, so sichern sie sich ein „privates“ Schließfach. Wilde ist überrascht über den Umgang mit den öffentlich zugänglichen Stellplätzen: „Ich finde die Art und Weise, wie manche Mitbürger mit den Boxen und Fächern umgehen, sehr unsolidarisch. Eigentlich sind die Schließfächer für alle gedacht, keiner hat einen persönlichen Anspruch auf die Stellplätze.“

Die Stadt überlegt jetzt, ein anderes Schließsystem für die Boxen anzuschaffen, hat aber noch keine Ideen, wie das genau aussehen könnte. „In anderen Städten funktioniert das Projekt Fahrradboxen, deswegen bin ich zuversichtlich, dass auch die Stadt Hameln bald eine Lösung haben wird“, sagt Wilde.

Die Fächer öffnen zu lassen und anschließend die Schlüssel auszutauschen, reiche sicher nicht aus, sagt der Fachbereichsleiter. „Die Fächer dürften auch gar nicht einfach aufgebrochen werden, uns sind rechtlich die Hände gebunden. Wir dürfen die Boxen nicht öffnen, selbst wenn kein Fahrrad oder überhaupt kein Inhalt eingeschlossen ist. Das ist eine sehr missliche Situation, für die wir gerade eine Lösung suchen“, berichtet Wilde.

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