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Fahndung mit Helikopter - Polizei nimmt Bande fest

veröffentlicht am 02.09.2011 um 15:42 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

Hameln (ube). Die Fahndung zu Lande und aus der Luft war groß – sie zog sich über mehr als neun Stunden hin. Nach und nach gelang es den Polizeibeamten, eine sechsköpfige Bande zu schnappen. Die Täter waren extra aus Osteuropa angereit. Ihr Ziel war das Weserbergland. Dort – das wussten die sechs Männer im Alter von 19 bis 44 Jahren – gibt es viele Kiesseen, in denen große Schwimmbagger mit armdicken Stromkabeln verbunden sind.

Auf genau diese wertvollen Kupferkabel hatten sie es abgesehen.
 Am frühen Donnerstagmorgen gegen 0.30 Uhr lösten die Buntmetall-Diebe im Kieswerk der Mineral-Baustoff GmbH am Hellwegskamp offenbar unbemerkt Alarm aus. In der Dunkelheit waren die Täter gerade dabei, das Stromkabel des Baggers zu durchtrennen. Als sich dem Gelände Streifenwagen näherten, ergriffen die mutmaßlichen Seriendiebe die Flucht. Sie versteckten sich in einer Kanalröhre. So blieben sie für die Besatzung des mit einer Wärmebildkamera ausgerüsteten Polizeihubschraubers „Phönix 93“ unsichtbar.
  Um 1.51 Uhr, also 81 Minuten nach Alarmauslösung, nahmen Beamte einen 29 Jahre alten Mann, der bei Tündern in einem Mercedes Vito mit ausländischem Kennzeichen saß, fest. Später entdeckten Fahnder bei Hastenbeck einen Kleintransporter aus Osteuropa. Das Fahrzeug wurde observiert. Als sich dem Wagen gegen 5 Uhr ein 19-Jähriger näherte, erfolgte der Zugriff. Bereits in der Nacht arbeiteten Ermittler des für schweren Diebstahl zuständigen 2. Fachkommissariats des Zentralen Kriminaldienstes an dem Fall. Einer der Beamten, ein Kriminalhauptkommissar, befand sich um 8.20 Uhr auf dem Nachhauseweg. Er war gegen 1 Uhr aus dem Bett geklingelt worden und wollte sich nur kurz frisch machen, um dann weiter zu arbeiten. In Latferde sah er vier Männer, deren Kleidung verdreckt war. Der Polizist informierte sofort seine Kollegen. Nur wenige Minuten später wurde das Quartett festgenommen. „Im Graben haben wir Spezialwerkzeuge gefunden. Die Verdächtigen müssen es kurz vor der Festnahme weggeworfen haben“, sagt Kriminalhauptkommissar Frank Beißner. Inzwischen kann die Polizei nachweisen, dass sich die Männer am Tatort aufgehalten haben. Ein Festgenommener hat bereits ein Geständnis abgelegt. „Wir haben Hinweise, die darauf schließen lassen, dass es sich um eine Bande handelt, die gewerbsmäßig Straftaten begeht“, sagt Beißner. Seit Anfang des Jahres sollen die Männer in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg aktiv sein. „Zwei Tatverdächtige sind in Brandenburg einschlägig in Erscheinung getreten“, sagt Beißner. Die Polizei prüft nun, ob die Festgenommenen für 17 Metalldiebstähle, die in der Region verübt wurden, als Täter in Frage kommen.
 Diebstähle dieser Art häufen sich in letzter Zeit, weil der Weltmarktpreis für Metalle stark gestiegen ist. „Heißer Schrott“ lässt sich offenbar gut versilbern. Allein im vergangenen Jahr wurden in Niedersachsen mehr als 900 Taten registriert. Geschätzter Schaden laut Landeskriminalamt: ein zweistelliger Millionenbetrag.



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