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Erneut Defekt an Leitung / Wassermassen fließen durch 400 Jahre altes Haus

Fachwerkhaus wieder geflutet

HAMELN. Wie die Bilder sich gleichen. Nur wenige Tage, nachdem ein Wohn- und Geschäftshaus an der Osterstraße von Wassermassen förmlich geflutet wurde, passierte es erneut: Wasser plätscherte durch mehrere Decken. Im Erdgeschoss lief eine dunkle Brühe durch zwei Ladentüren hinaus auf das Altstadtpflaster. Im fast 400 Jahre alten Fachwerkhaus war wieder eine Wasserleitung geborsten.

veröffentlicht am 05.03.2018 um 18:07 Uhr

Der Ladenbetreiber Mohammed Salloum (re.) zeigt Ralf Dannat Schäden. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Mohammed Salloum traute gestern Vormittag kaum seinen Augen. Der Geschäftsmann wollte in seinem vom Wasserschaden betroffenen Elektroladen Ware aussortieren und in Kisten verpacken. Dazu sollte der Mann nicht mehr kommen. Als der Hamelner vor seinem Elektroladen stand, kam ihm schon das Wasser entgegengeflossen. Im Laden sah er dann das Malheur: Wie aus Duschköpfen schoss Wasser aus den Deckenleuchten hinunter. Auf dem Boden stand das Wasser gut zwei Zentimeter hoch. Artikel, die die den ersten Wassereintritt unbeschadet überstanden hatten, kann der Mann nun wohl wegschmeißen. Noch schlimmer: Die Decke über Salloums Geschäft sog sich voll Wasser. Durch das enorme Gewicht bogen sich Flächen der Deckenkonstruktion durch. Es bestand die Gefahr, dass Teile der Decke hinunterfallen konnten.

Die Feuerwehr knackte einen Profilzylinder, um in den Flur des Hauses zu kommen. Zielstrebig gingen die Einsatzkräfte in den Keller, stellten sofort die Hauptwasserleitung ab. „Der Zeiger der Wasseruhr hat sich fast so schnell gedreht wie ein Propeller“, sagte ein Feuerwehrmann. Wachführer Bodo Kauert und seine Kollegen machten sich anschließend auf die Suche nach der Leckage. Im Obergeschoss wurden die Helfer fündig. An einer Quetsch-Verbindung sei die Wasserleitung auseinandergerissen , teilte die Feuerwehr mit. In einem Stauraum direkt unter dem Dach – an der selben Stelle, an der bereits am 11. Februar Wasser austrat.

Das Wasser zog durch mehrere Decken und lief die Treppe hinab. Die Feuerwehr informierte den Hauseigentümer über den erneuten Schaden, damit er sich um die Sanierung kümmern kann. Der Eigentümer war gestern von der Dewezet nicht zu erreichen.

Polizeibeamte haben sich ein Bild von den Schäden im Wohn- und Geschäftshaus gemacht. Foto: fn
  • Polizeibeamte haben sich ein Bild von den Schäden im Wohn- und Geschäftshaus gemacht. Foto: fn

Ermittelnde Polizeibeamte untersagten dem Geschäftsmann, aus Sicherheitsgründen das Gebäude weiterhin zu betreten. Offen blieb die Frage, wer die nach dem ersten Wasserschaden abgestellte Hauptwasserleitung wieder geöffnet hatte. Die Bauaufsicht werde nicht den Schaden begutachten, hieß es von der Stadt. „Wir sehen dazu keine Veranlassung“, sagte eine Sprecherin. Sie verwies darauf, dass bereits im ersten Fall ein vom Hausbesitzer beauftragter Bauingenieur nach einer Inspektion zu dem Schluss gekommen sei, dass von der Fassade des durch große Mengen Wasser beschädigten Hauses an der Osterstraße keine Gefahr ausgehe.



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