weather-image
11°

EWR-Pleite: Aufsichtsräte sollen Schadenersatz zahlen

veröffentlicht am 21.01.2012 um 10:08 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:34 Uhr

EWR

Von Ulrich Behmann

Hameln. Wer einmal für das einstige Tourismus-Vorzeigeprojekt Erlebniswelt Renaissance (EWR) Verantwortung getragen hat, könnte Probleme bekommen, denn: Insolvenzverwalter Stephan Höltershinken verlangt von einigen Ex-Geschäftsführern sowie von allen ehemaligen Aufsichtsräten und deren Vorsitzenden Schadenersatz – sofern die Ansprüche noch nicht verjährt sind. Es geht um Summen von 36 000 Euro bis 9,4 Millionen Euro.

Der Rechtsanwalt ist der Meinung, dass Ex-EWR-Geschäftsführer wie Dr. Carsten Bartsch, der sich seit Freitag vor der 8. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Hannover erklären muss, „Schäden verursacht haben und alle damaligen Aufsichtsräte ihrer Aufsichtspflicht nicht ordnungsgemäß nachgekommen sind“. Nicht alle Personen, die Höltershinken ins Visier genommen hat, haben bereits von der Anwaltskanzlei Göhmann Klageentwürfe oder Schreiben mit Forderungen erhalten.
 Dem ehemaligen Hameln-Pyrmonter Oberkreisdirektor und Ex-EWR-Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Jürgen Krauß ist nach Informationen der Dewezet, die Höltershinken bestätigt hat, erst vor wenigen Wochen ein mehr als 100-seitiger Klageentwurf zugestellt worden. Der Insolvenzverwalter fordert darin etwa 4 Millionen Euro.
 Gegen den ehemaligen EWR-Geschäftsführer Thomas Gersmeier hat Höltershinken bereits einen Zivilprozess vor dem Landgericht Essen angestrengt. Die Schadenersatzforderung soll 9,4 Millionen Euro betragen.
 „Ich bin den Gläubigern und damit auch der N-Bank und letztlich auch dem Steuerzahler verpflichtet, sämtliche Schadenersatzansprüche – gegen wen auch immer – geltend zu machen“, erklärt Höltershinken im Gespräch mit der Dewezet. Auf der Liste derjenigen, von denen er Schadenersatz haben möchte, stehen unter anderem Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte und der ehemalige Landrat von Schaumburg, Heinz-Gerhard Schöttelndreier. „Ob die Gerichte später meine Rechtsauffassung teilen werden, wird sich zeigen“, sagt Höltershinken.
 Butte sagte am Abend auf Nachfrage: „Es stehen fast alle, die jemals Verantwortung getragen haben, auf dieser Liste. Ich sehe dem mit Ruhe und Gelassenheit entgegen.“ Sein Rechtsanwalt Peter Müller-Gundermann fügt hinzu: „Mein Mandant war nur kurze Zeit Aufsichtsratsvorsitzender. In dieser Zeit hat er keine Fehler gemacht, die Schadenersatzforderungen auslösen würden. Fakt ist auch: Herr Butte wird im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren als Zeuge und nicht als Beschuldigter geführt, denn er war es, der damals die Notbremse gezogen und die Staatsanwaltschaft in Hannover eingeschaltet hat.“
 Die Reaktion von Krauß: „Kein Kommentar. Das sind Gerüchte.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt