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EWR – Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungsverfahren ein

veröffentlicht am 24.01.2012 um 14:46 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:34 Uhr

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Hameln (ube). Die Staatsanwaltschaft Hannover hat ihre Ermittlungen im Fall des pleite gegangenen einstigen Tourismus-Vorzeigeprojekts „Erlebniswelt Weserrenaissance“ eingestellt. Das teilte Oberstaatsanwalt Manfred Knothe der Dewezet mit.

Das Konzept der „Erlebniswelt Renaissance“ sah vor, die entlang der Weser liegende „Renaissancelandschaft“ stärker touristisch zu nutzen. Durch die Inszenierung eines „Lebensgefühls Renaissance“ an authentischen Orten sollten innovative Angebote geschaffen werden, die sich sowohl von im Trend liegenden Freizeitparks als auch vom puren Sightseeing abgrenzen sollten. Diese Projekte wurden jedoch überwiegend nicht verwirklicht.

Durch Beschluss des Amtsgerichts Hameln wurde am 20. November 2009 über das Vermögen der mit der Projektierung beauftragten EWR-Projektentwicklung GmbH das Insolvenzverfahren eröffnet, nachdem die Gesellschafter am 17. August 2009 einen Insolvenzantrag gestellt hatten.

Bereits im September 2007 waren bei der Staatsanwaltschaft Hannover drei Strafanzeigen – darunter war eine von Landrat Rüdiger Butte – gegen Verantwortliche dieser Gesellschaft wegen Verdachts des Bankrotts, des Betruges und der Gläubigerbegünstigung eingegangen. Zudem sind Ermittlungen wegen des Verdachts des Subventionsbetruges und der Untreue geführt worden.

Auch gegen Verantwortliche von Geschäftspartnern der EWR GmbH bestand der Verdacht des Betruges. „Nach sehr intensiven und aufwendigen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Hannover das Verfahren nunmehr mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt“, erklärt Knothe. Zwar ließen sich teilweise Defizite im Bereich von Vertragsgestaltung und Organisation erkennen, ein strafrechtlich relevantes Verhalten konnte aber keinem der zuletzt noch acht Beschuldigten nachgewiesen werden.

Die Akte EWR ist damit noch lange nicht geschlossen. Insolvenzverwalter Stephan Höltershinken verlangt von einigen Ex-Geschäftsführern und von allen ehemaligen Aufsichtsräten und deren Vorsitzenden Schadenersatz (wir berichteten). Gegen Ex-Geschäftführer Thomas Gersmeier hat Höltershinken bereits eine Klage vor dem Landgericht Essen angestrengt. Es geht um 9,4 Millionen Euro. Ex-Geschäftsführer Dr. Carsten Bartsch muss sich seit Freitag vor einer Kammer für Handelssachen des Landgerichts Hannover verantworten. Er soll an Gersmeier 36 000 Euro ausgezahlt haben, obwohl dieser dafür nichts getan haben soll. Der frühere Hameln-Pyrmonter Oberkreisdirektor Hans-Jürgen Krauß hat vor einigen Wochen einen über 100-seitigen Klageentwurf zugestellt bekommen. Von ihm verlangt Höltershinken etwa 4 Millionen Euro.



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