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Sie will auf digitale Medien und Veranstaltungen setzen

Eva-Maria Allert ist die neue Chefin der Stadtbücherei

HAMELN. Das frisch bezogene Büro im vierten Stock der Pfortmühle mit Blick auf Klüt, Weser und Promenade ist noch recht kahl. Eva-Maria Allert, die neue Leiterin der Stadtbücherei, ist erst seit zwei Tagen im Dienst. Zum 1. September hat sie offiziell die Nachfolge von Bernhard Greten angetreten.

veröffentlicht am 04.09.2018 um 17:35 Uhr

Eva-Maria Allert zwischen den Bücherregalen ihres neuen Arbeitsplatzes. Foto: wal
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Eva-Maria Allert kam vor 46 Jahren in Hameln zur Welt. Aufgewachsen ist sie in Heyen. Dort lebt sie auch heute. Nur für ihr Studium der Germanistik mit dem Schwerpunkt Literaturvermittlung in Bamberg und der Bibliotheks- und Informationswissenschaft in Berlin hat sie ihren Wohnort in der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle vorübergehen aufgegeben.

Beruflich war die Diplom-Germanistin zunächst von 2000 bis 2007 stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei in Laatzen bei Hannover, bevor sie dort selbst Chefin wurde. 2015 übernahm sie die Leitung der Stadtbücherei in Höxter. Dort hatte sie in der letzten Woche ihren letzten Arbeitstag. „Ich habe die Bücherei in Hameln immer im Blick gehabt“, sagt Allert. Es sei schließlich die größte öffentliche Bücherei in der unmittelbaren Region. Bereits als Schülerin hatte Allert für die Bücherei, die sich damals noch im Hochzeitshaus befand, einen Leseausweis. Ihr Abitur absolvierte sie am Fachgymnasium am Langen Wall. „Ich werde mal nachschauen, ob mein Name noch im EDV-System verzeichnet ist“, sagt die 46-Jährige. Sie schmunzelt.

Als sie im Februar auf die Stellenausschreibung aufmerksam wurde, habe sie „es einfach probiert und mich dann sehr gefreut, als es geklappt hat.“ Bernhard Greten, ihren Vorgänger, kannte sie bereits von Fortbildungen und Tagungen. Als sie bei der Stadtbücherei in Höxter die Selbstverbuchung einführte, tauschte sie sich darüber mit Greten aus, der dieses Prozedere in Hameln schon abgewickelt hatte.

Eine Herausforderung bestehe in der Einbindung digitaler Medien. In diese Richtung solle es künftig „mehr“ geben – ohne die Printmedien zu vernachlässigen. Veranstaltungen, wie „Maker Space“, also Kreativwerkstätten mit der Einbindung modernster Medien wie Minirobotern, 3-D-Stiften oder Computerprogrammen wolle sie vorantreiben, „gerade, um junge Leute zu erreichen“. Dabei spielten auch die sozialen Medien eine Rolle. Bei Facebook ist die Stadtbücherei bereits präsent. Doch lasse sich dieser Bereich sicher noch ausbauen. Allgemein wolle sie versuchen, die Stadtbücherei noch stärker ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Dafür wolle sie Werbung und Pressearbeit intensivieren. Ihr Vorgänger hatte jüngst im Kulturausschuss die fast 30 Jahre alte Einrichtung der Stadtbücherei kritisiert (wir berichteten). Doch dazu könne sich Allert derzeit noch nicht äußern. „Ich muss mir erst mal einen Überblick verschaffen“, sagt sie.

Relevant für die Relevanz einer öffentlichen Bücherei seien heute nicht mehr allein die Ausleihzahlen, sondern auch die Besucherzahlen. Viele Leute kämen nicht nur in die Bücherei, um sich etwas auszuleihen, sondern auch, um zu lesen, zu stöbern, zu kopieren oder eben an Veranstaltungen teilzunehmen. So sei in Hameln die Anzahl der Entleihungen von 2016 (344 774) bis 2017 (376 652) gestiegen, während die Besucherzahlen von 80 292 in 2016 auf 76 122 in 2017 zurückgegangen sei.

Anregungen, was alles möglich ist, bekommt sie von anderen Büchereien. „Ich sehe mich als Netzwerkerin“, sagt Allert. So stehe sie etwa nach wie vor in regem Austausch mit früheren Kontakten aus Hannover. „Die größte Herausforderung, vor der alle Büchereien stehen, besteht darin, die jungen Leute zu erreichen“, sagt sie. Habe für ihre Generation ein Großteil der Freizeitbeschäftigung im Lesen bestanden, habe die Jugend heute viel mehr Möglichkeiten. Das sei auch gut so. „Es ist die Aufgabe der Bibliotheken, die jungen Menschen da abzuholen“, meint Allert.

Sie selbst hat eine Vorliebe für Jane Austen, der britischen Schriftstellerin aus der Zeit um 1800. Ihr Lieblingsbuch, was jedoch variiere, sei momentan Austens „Stolz und Vorurteil“, das sie immer wieder lese. Zudem liest sie gern aktuelle Sachbücher und Biografien.

Ganz kahl ist ihr neues Büro übrigens nicht. Ein bunter Blumenstrauß ziert ihren Schreibtisch. Ein Begrüßungsgeschenk ihres zwölfköpfigen Teams, Allert mitgezählt. „Ich wurde sehr herzlich aufgenommen“, sagt sie und lächelt.



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