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Führungswechsel in der Jugendanstalt: Frühere Leiterin Folgen der Pariser Anschläge

„Europa blickt sorgenvoll auf den Justizvollzug“

Hameln. Hinter Gittern darf gelacht werden, viel, laut und herzlich. Es darf nicht nur, es wird auch. Diesen Eindruck konnten am Donnerstagvormittag die rund 200 Gäste – darunter auch Mitarbeiter – gewinnen. Anlass waren die Verabschiedung der ehemaligen Leiterin Christiane Jesse und die Amtseinführung ihres Nachfolgers Wolfgang Kuhlmann. Launige Rück- und Ausblicke, für die sogar die Sterne befragt wurden, statt langweiliger Reden bildeten den roten Faden.

veröffentlicht am 29.10.2015 um 14:04 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:00 Uhr

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Kerstin Hasewinkel

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Kerstin Hasewinkel Stv. Redaktionsleiterin zur Autorenseite
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Dabei gibt es hinter Mauern und Stacheldraht genug Anlass, sich mit einer ganzen Reihe ernster Themen auseinanderzusetzen. „Seit den Anschlägen auf ,Charlie Hebdo‘ blickt ganz Europa sorgenvoll auf den Justizvollzug“, sprach Jesse selbst eine dieser Herausforderungen an. Eine allgemeine Befürchtung nach dem Attentat von Paris laute, der Knast sei eine Brutstätte für Terrorismus, gerade im Jugendvollzug könnten Jugendliche radikalisiert werden. Dieser Sorge könne mit der Fachkompetenz der hoch qualifizierten Mitarbeiter und der intensiven Auseinandersetzung mit den Insassen begegnet werden, so Jesse, seit 2003 JA-Leiterin. „In der Jugendanstalt Hameln und in ganz Niedersachsen haben wir da ein sehr gutes Niveau erreicht. Das dient unser aller Sicherheit“, sagte die Hamelnerin, die ins Ministerium gewechselt ist und seither den niedersächsischen Strafvollzug verantwortet. Dort will sich die Ministerialdirigentin – neben anderen Aufgaben – nun verstärkt auch um die Opfer von Straftaten kümmern. „Ein Thema, das uns beiden sehr am Herzen liegt“, sagte die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz in Hameln. „Opferhilfe und Resozialisierung dürfen nicht getrennt voneinander betrachtet werden.“ Dass es im Jugendvollzug nicht nur um Strafe, das bloße Wegsperren der Täter, geht, sondern die Resozialisierung den Leitfaden vorgibt, wird bei vielen internen Projekten deutlich. In Hameln ist es jüngst der Ausbau einer psychiatrischen Abteilung, die nach Umbau eines der JA-Häuser im Spätsommer 2017 zur Verfügung stehen soll. 60 bis 70 Prozent der Inhaftierten leiden demnach unter psychiatrischen Auffälligkeiten. Hameln scheue sich nicht vor Veränderungen – das war unter Christiane Jesse so und werde auch unter Wolfgang Kuhlmann nicht anders, so die Ministerin. Der „Neue“ ist dies nur in seiner Position – der heutige Leiter der Jugendanstalt ist dort seit 1998 tätig und war bereits seit zehn Jahren Stellvertreter Jesses.



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