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Rot-Rot-Grün will Umnutzung des Tanklagers bei Unsen verhindern

Etappensieg für Süntel-Ortsrat

HAMELN. Der Ortsrat des Sünteltals hat in seiner Ablehnung einer Nutzung des Tanklagers bei Unsen als Zwischenlager für Flüssigdünger einen ersten Etappensieg erzielt: Die Gruppe SPD/Grüne/Die Linke hat in dieser Woche im Rat der Stadt Hameln den Antrag gestellt, „das weitere Planungsverfahren zur Umnutzung des ehemaligen Tanklagers Unsen als Lager für Flüssigdünger einzustellen“.

veröffentlicht am 13.01.2017 um 18:45 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 21:20 Uhr

Das ehemalige Nato-Tanklager soll nicht für Flüssigdünger genutzt werden, fordert die Gruppe von SPD, Linken und Grünen im Hamelner Rat. Foto: jhr
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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In dem Schreiben an Oberbürgermeister Claudio Griese fordert die Gruppe, der Verwaltung den Auftrag zu erteilen, das Bauleitverfahren in dieser Angelegenheit rechtssicher zu beenden und die Aufhebung des Landschaftsschutzes an dieser Stelle nicht weiterzuverfolgen.

Der Ortsrat von Holtensen, Unsen und Welliehausen hatte sich im vergangenen Jahr auf zwei Sitzungen jeweils einstimmig gegen den Plan der Fortsgenossenschaft Hilligsfeld gewandt, das Tanklager an das Unternehmen Bollmer Umwelt GmbH zu vermieten, um mit den dabei zu erzielenden Einnahmen und der Pacht eines dort Holz verarbeitenden Betriebs schrittweise einen Rückbau des Tanklagers zu verwirklichen. Die Bollmer Umwelt GmbH beabsichtigt, in den vier Tanks 15 000 Kubikmeter Flüssigdünger der Marke Agrali zwischenzulagern und sie von dort aus an ihre Kunden zu verteilen.

Da die Gruppe SPD/Grüne/Linke im Rat keine Mehrheit hat, benötigt ihr Antrag die Zustimmung weiterer Ratsmitglieder. Gerhard Paschwitz (CDU) erklärte gestern auf Anfrage, dass seine Fraktion sich noch keine abschließende Meinung über die Umnutzung des Tanklagers gebildet habe. Da den meisten seiner Ratskollegen in der Fraktion das Gelände unbekannt sei, habe die Fraktion beschlossen, sich innerhalb der nächsten Wochen mittels einer Ortsbegehung mit der Anlage vertraut zu machen und vor allem die Verkehrssituation zu begutachten. Danach werde seine Fraktion entscheiden. Paschwitz bestätigte aber auch, „dass es schwer sein wird, die Umnutzung des Tanklagers im Sinn der Forstgenossenschaft gegen den Willen der Bewohner des Sünteltals durchzusetzen“.

Vehement sprach sich gestern erneut Ortsbürgermeisterin Bettina Schultze (SPD) gegen die Umnutzung aus. Die Bevölkerung der drei Sünteldörfer sei vor allem wegen der zu erwartenden Verkehrsbelastung beunruhigt. Komme es zu dem städtebaulichen Vertrag zwischen der Forstgenossenschaft und der Stadt Hameln sowie der Aufhebung des Landschaftsschutzes, werde der Ortsrat zudem von allen Beteiligungsverfahren ausgeschlossen. Nach ihrem Kenntnisstand könne in die vier Tanks nicht nur das Düngemittel Agrali eingelagert werden, sondern auch jeder andere Stoff derselben Gefahrenklasse „leicht wassergefährdend“. Angesichts der Havarie-Risiken, die mit der Einlagerung und späteren Umverteilung verbunden seien, fürchteten die Bewohner von Unsen, Welliehausen und Flegessen um die Wasserversorgung, denn der Brunnen liege nur 650 Meter vom Tanklager entfernt. „Und das unterhalb der Anlage!“, wie die Ortsbürgermeisterin betonte.

Dass die Forstgenossenschaft einen Rückbau vornehmen wolle, sei unnötig, erklärte Bettina Schultze. Es gebe auch in dem Kaufvertrag, den die Forstgenossenschaft mit der Bima abgeschlossen habe, keine Rückbauverpflichtung. Während sich die Natur die derzeit saubere Anlage zurückerobere, drohe eine neue Umweltbelastung durch die Nutzung des Tanklagers für Flüssigdünger, warnte Schultze.



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