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Schüler beschweren sich auch über Qualität und Preis / Imbissbetreiber und Bringdienste freut’s

Essen in der Mensa? „Einfach uncool“

Hameln (lm/ml). Sie sind kaum zu übersehen, die vielen Schüler, die mittags in die Innenstadt strömen. Viele von ihnen tummeln sich an überfüllten Imbissen, vor den Schulen wimmelt es zur selben Zeit von Bringdiensten. Die Schulmensen hingegen bleiben hin und wieder mal leer. Aber woran liegt das? Warum essen viele Schüler in ihrer Mittagspause lieber bei einem Imbiss, anstatt in der extra für sie gebauten Mensa?

veröffentlicht am 28.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 22:41 Uhr

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„Die Qualität des Essens ist nicht so gut“, sagt der 14 Jahre alte Schüler Joschka. Außerdem seien die Preise manchmal zu hoch, meint die 17 Jahre alte Schülerin Julia. Mensen finde sie eigentlich gut und praktisch. „Früher hatten wir nur ein Café“, erinnert sie sich. Dennoch esse gut die Hälfte ihrer Mitschüler lieber in der Stadt. „Es ist auch so, dass viele es einfach uncool finden, in der Mensa zu essen“, begründet der 16 Jahre alte Schüler Niklas das Problem.

Zwar gibt es an mehreren Schulen Hamelns neue Mensen, doch das Geschäft mit dem Mittagessen könnte an den meisten Schulen besser laufen. Zwar sind die Mensen hin und wieder gut besucht, doch bevorzugen viele Schüler trotzdem den Imbiss.

„Das Mittagsgeschäft läuft sehr gut mit den Schülern“, sagt Nizam Ahmed, Mitarbeiter des Imbisses Balutsch. „So haben wir heute allein 28 Döner an das Albert-Einstein-Gymnasium geliefert und 2 Döner an das Schiller-Gymnasium.“

Auch der Betreiber von Hakki‘s Imbiss stimmt dem zu: „Ich kann nicht klagen, während der 6. Stunde, wenn alle Schulen aus haben, kommen die Schüler her. Wir haben auch Schülerangebote. Das Schüler-Menü für 4,20 Euro Döner, Pommes und ein Getränk dazu.“ Mensen können da nicht immer mithalten. Beispiel: Auf die Schüler im Schiller-Gymnasium warten heute gebratene Nudeln mit Gemüsestreifen und Ei, dazu gibt es Tomatensauce. Sexy ist in den Augen vieler Schüler offenbar anders. Zumal das Essen 2,60 Euro kostet – ohne Getränk. Für 3 Euro gibt es heute an der selben Stelle Chili con carne mit Brötchen.

Leiden Mensen unter einem Image-Problem? Sollten sie statt Chili con carne lieber Tagliatelle mit Techno anbieten? Andreas Jungnitz, der Leiter des Schiller-Gymnasiums, lacht. „Die Kritik der Schüler ist oft richtig, und die Mensa-Betreiber nehmen sie auch ernst“, sagt er. Denn „unser Interesse ist es auch, dass die Mensen gut laufen“. Nur sie böten die Möglichkeit, Schülern Essen und Getränke „im Rahmen des ganztäglichen Lernens“ zu bieten.

Mit dem Umsatz der Schiller-Mensa ist Jungnitz nach eigenen Worten auch zufrieden. Dennoch: Die Mensen werden wohl nie den Geschmack aller Beteiligten treffen. Das weiß auch der Schulleiter. Jungnitz sagt aber auch: „Die traditionelle bürgerliche Küche gibt es so schon nicht mehr.“ Jungnitz sieht Mensen auch im Nachteil gegenüber Bringdiensten. Während Mensa-Betreiber auf ihre Essen nämlich 19 Prozent Umsatzsteuer berechnen müssten, könnten Pizzalieferanten und Co. dank des Außerhaus-Geschäftes weniger als die Hälfte verlangen. Folge: Das Mensa-Essen ist teurer.

Einige Schüler haben übrigens auch schon Verbesserungsvorschläge. „Ich würde mehr Werbung für das Essen machen, damit man besser sieht, was es für Gerichte gibt“, schlägt Anna-Lena vor. Eine Mitschülerin meint: „Man könnte eine Umfrage machen, was die Schüler gerne essen und so mehr auf sie zugehen.“ Fazit: In Sachen Mensa-Essen werden wohl nie alle an einem Tisch sitzen.

In einer Videoumfrage auf dewezet.de erzählen Schüler, was ihnen am Mensa-Essen nicht schmeckt und warum Fast Food bei ihnen so gut ankommt.

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