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#ESC2018: Wer die größten Chancen auf den Sieg hat

HAMELN/LISSABON. Unter dem Motto #AllAboard feiert die stolze Seefahrerstadt Lissabon heute Abend das große Finale des Eurovision Song Contest. Unser Reporter und ESC-Experte Michael Zimmermann ist vor Ort und wagt erste Prognosen.

veröffentlicht am 12.05.2018 um 12:00 Uhr
aktualisiert am 13.05.2018 um 09:27 Uhr

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Von Michael Zimmermann

Von den ursprünglich 43 Teilnehmern mussten in zwei Halbfinals bereits 17 Nationen die Segel streichen, für die übrigen 26 geht es ab 21 Uhr MESZ um Ruhm, Ehre und das Recht, den Wettbewerb im kommenden Jahr ausrichten zu dürfen. Auch, wenn die Show insgesamt sparsamer daherkommt als in den vergangenen Jahren: Für das Rahmenprogramm fahren die Gastgeber ihre größten Stars auf. Die Fado-Legenden Ana Moura und Mariza präsentieren den rund 200 Millionen Fernsehzuschauern weltweit den landestypischen Gesang Portugals, und die DJ-Weltmeister Beatbombers verschmelzen Tradition und Moderne miteinander. In der Halbzeitpause wird Vorjahressieger Salvador Sobral mit dem brasilianischen Superstar Caetano Veloso seinen Gewinnersong singen. Wir blicken auf die Finalteilnehmer und wagen eine Prognose.


Michael Zimmermann ist für die Dewezet beim Eurovision Song Contest in Lissabon.

01. Ukraine: Melovin - Under the Ladder

Das gibt’s nur beim ESC: Ein singender Vampir, ein Klaviersarg und eine brennende Treppe. Worum geht’s nochmal in dem Lied? Ach, egal.

4/10

Tipp: Platz 16-20


02. Spanien: Amaia y Alfred – Tu Canción

Mehr Kitsch geht nicht. Eine Ballade wie aus einem Disney Musical, romantisch, klebrig – und schnell vergessen.

2/10

Tipp: Platz 21-26

03. Slowenien: Lea Sirk – Hvala, ne!

Vier Lieder zum Preis von einem: Lied Nummer eins hat einen tollen Clubbeat. Schade, dass das Ganze in ein Medley ausartet, das sich irgendwie verliert.

6/10

Tipp: Platz 11-15

04. Litauen: Ieva Zasimauskaite – When we’re old

Süße Ballade von der großen Liebe, inszeniert mit überflüssigen Einblendungen junger und alter Paare. Bleibt leider nicht hängen.

3/10

Tipp: Platz 16-20

ESC2018: Die 26 Teilnehmer in der Zusammenfassung


05. Österreich: Cesár Sampson – Nobody but you

Ein bisschen Rag’n’Bone Man, ein bisschen R. Kelly und viel Gospel. In keiner Note neu, aber immerhin gut gesungen und sympathisch.

7/10

Tipp: Platz 11-15

06. Estland: Elina Nachayeva – La Forza

Falsche Oper in falschem Italienisch, vermischt mit Samples von Vangelis oder Enigma. Ein Riesenkleid als Projektionsfläche lenkt von den schiefen Tönen ab.

3/10

Tipp: Platz 6-10

07. Norwegen: Alexander Rybak – That’s how you write a song

Das kommt also dabei heraus, wenn man nur ganz fest dran glaubt. Alexander Rybak möchte nach 2009 unbedingt noch einmal gewinnen, und das sieht man ihm an: Der Ehrgeiz tropft ihm aus jeder Pore. Sein Lied ist allerdings furchtbar altbacken. Leider sitzt jede Bewegung perfekt.

6/10

Tipp: Top 5

Information

Die Top 5

Norwegen

Tschechien

Bulgarien

Schweden

Israel


08. Portugal: Cláudia Pascoal – O Jardim

Berührende, persönliche Ode an die verstorbene Großmutter. Wunderbar verträumt und trotzdem zeitgemäß im Stil von The XX. Portugal liefert das zweite Jahr in Folge den musikalisch besten Song ab.

9/10

Tipp: Platz 6-10

09. Großbritannien: SuRie - Storm

Sieht aus wie Annie Lennox, singt wie Annie Lennox - und ist doch eine große Enttäuschung. Wer auf die Idee kam, eine tolle Sängerin mit Ausstrahlung einen so mittelmäßigen Song singen zu lassen, sollte entlassen werden.

4/10 Tipp:

Platz 21-26

10. Serbien: Sanja Ilic & Balkanika – Nova Deca

Die gute alte Balkan-Ballade mit Trommeln, Techno-Beat von Michael Cretu und schreienden Frauen unterlegt. Kommt mit fünf Zeilen Text aus. Das beste an der Nummer ist der alte Mann mit der Flöte.

5/10

Tipp: Platz 16-20


11. Deutschland: Michael Schulte – You let me walk alone

Bewegend inszenierte Ballade, die klingt als hätte man sie schon einhundert Mal gehört. Innovativ geht anders, wird aber durchaus seine Fans finden und auf keinen Fall letzter.

6/10

Tipp: Platz 11-15



Der Austragungsort: die Altice Arena auf dem Expo-Gelände von 1998

12. Albanien: Eugent Bushpepa - Mall

Ein langes, lautes Klagelied. Lag wohl noch bei Gianna Nannini oder Jon Bon Jovi rum. Die größte Überraschung ist, dass das Lied überhaupt im Finale ist.

3/10

Tipp: Platz 21-26

13. Frankreich: Madame Monsieur - Mercy

Von sich selbst ergriffenes Flüchtlingsdrama. Als Lied gar nicht so übel, wenn auch ein bisschen verstaubt. Der Sprechgesang erinnert an Alizée, die Gesten verwirren. Trotzdem einer der Favoriten.

5/10

Tipp: Platz 6-10



14. Tschechien: Mikolas Josef – Lie to me
Sympathischer Sänger mit cooler Nummer, die sich das Beste von Michael Jackson und Justin Timberlake nimmt und in die Gegenwart bringt. Der Schnitt ist nichts für Epileptiker.

8/10

Tipp: Top 5

 

15. Dänemark: Rasmussen – Higher Ground

Santiano trifft Schweden-Schlager. Hier hat die Windmaschine immerhin ihren großen Auftritt. Jeder echte Wikinger würde die Kriegsaxt schwingen, um den Spuk zu beenden. Beim schwedischen Vorentscheid abgelehnt, passt die Nummer eher zum "Fest der 1000 Lichter".

2/10

Tipp: Platz 16-20

16. Australien: Jessica Mauboy – We got love

Ein Lied für alle. Wie immer sehr professionell. Die Sängerin holt aus dem Song alles raus und wandert so gut gelaunt und routiniert über die Bühne, als würde sie mal eben bei "Wetten Dass...?" singen. Könnte aber auch der Super Bowl sein. Aber hat man den nicht schon bei der Olympia-Eröffnung in Sydney gehört?

7/10

Tipp: Platz 6-10


17. Finnland: Saara Aalto - Monsters

Hier hat jemand mit beiden Händen in die ESC-Effektekiste gegriffen. Vielleicht wäre weniger mehr gewesen, denn Saara Aalto wirkt eigentlich ganz cool – aber was hätte außer den Uniformierten im SM-Dress dann noch von diesem zehn Jahre alten Lied abgelenkt?

4/10

Tipp: Platz 21-26


18. Bulgarien: Equinox - Bones

Der Grund, warum der ESC in den USA so gar nicht ankommt. Was die fünf da singen, wissen sie wahrscheinlich selbst nicht, denn der englische Text ergibt keinerlei Sinn. Es klingt nicht schlecht, aber auch irgendwie bekannt. Haben die Österreicher da mitgeschrieben?

6/10

Tipp: Top5

 

19. Moldau: DeReDos – My lucky day

Eine transnistrische Hochzeitskappelle feiert den größten Moment ihrer Musikerkarriere. Karpaten-Pop, Latinoklänge und eine Prise Riverdance. Die Inszenierung: Tür auf, Tür zu – das hat ein wenig von Ohnsorg-Theater, funktioniert aber wunderbar, zumindest dieses eine Mal. Da fällt es nicht auf, dass das Lied kein großer Wurf ist.

6/10

Tipp: Platz 6-10


20. Schweden: Benjamin Ingrosso – Dance you off

Back tot he 80s: Das Lied hatte Quincy Jones wohl noch übrig, weil Michael Jackson und Stevie Wonder es nicht einmal als B-Seite wollten. Auch das Revival kommt drei Jahre zu spät. Aber der Star ist sowieso die Wand aus blinkenden Leuchtstoffröhren.

6/10

Tipp: Top 5

 

21. Ungarn: AWS – Vszlát Nyár

Wie bei Michael Schulte geht es um den Tod des Vaters – aber viel wütender und jeder verfügbaren Pyrotechnik. Ist am Ende aber auch nur ein Hardrock-Schlager.

7/10

Tipp: Platz 11-15

22. Israel: Netta - Toy

Ein verrücktes Huhn, das den Männern mal die Leviten liest. Kombiniert europäische, orientalische und asiatische Einflüsse miteinander, und das ziemlich bunt und laut. Lange Zeit der Favorit bei Fans und Buchmachern.

8/10

Tipp: Top 5

 

23. Niederlande: Waylon – Outlaw in ‘em

Kontrastprogramm zu Israel. Ein Bilderbuchmacho klaubt sich eine Mischung aus Kid Rock und Bon Jovi zusammen. Wenn er wenigstens sympathisch wäre, würde man ihm vielleicht sogar verzeihen, dass um ihn herum völlig zusammenhanglos schwarze Tänzer hüpfen. So wirkt es wie ein Rückfall in alte Kolonialzeiten.

4/10

Tipp: Platz 21-26

24. Irland: Ryan O’Shaughnessy - Together

Drei Minuten können ganz schön lang sein. Von der melancholischen "WetWetWet"-Ballade bleiben nur die um die Laterne tanzenden Jungs im Gedächtnis.

5/10

Tipp: Platz 21-26

25. Zypern: Eleni Foureira - Fuego

Wer Israels Beitrag mag, den müsste das Frauenbild, das hier präsentiert wird, verstören. Eine Mischung aus Shakira und Jenifer Lopez für Arme räkelt sich im engen Goldanzug zum Lambada-Beat. Viele Knallefekte und Dance-Moves wie aus dem Robinson Club lassen zumindest keine Langeweile aufkommen. Gilt inzwischen als Favoritin, aber zum Glück gibt es ja noch die Jurys.

4/10

Tipp: Platz 11-15

26. Italien: Ermal Meta & Fabrizio Moro – Non Mi Avete Fatto Niente

Trotzige Anti-Terror-Ballade zum Abschluss der Show. Die beiden haben Stil. Das Problem: Italienisch klingt zwar wunderschön, wird aber von kaum jemandem verstanden. Damit auch jeder die ernste Botschaft versteht, wird der Text sicherheitshalber in verschiedenen Sprachen eingeblendet. Aber ob das reicht?

7/10

Tipp: Platz 16-20



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