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Aber Stadt will Abwasser-Problem jetzt endgültig beheben / Übergangslösung hilft nicht

Es stinkt noch immer in Holtensen

Holtensen (ww). H2S heißt der Stoff, der bei vielen Holtensern vor allem in den Sommermonaten Naserümpfen verursacht. Den Einwohnern stinkt‘s, und zwar gewaltig – aus der Kanalisation in der Unsener Straße steigen seit mehr als 15 Jahren üble Gerüche empor, verursacht durch Schwefelwasserstoff. Beim Bau der Abwasserleitung war offenbar der Durchmesser des Rohrs zu groß gewählt worden, relativ zur Rohrgröße verbleibt daher eine zu geringe Menge Abwasser zu lange in der Kanalisation – und begann dort zu faulen. Aus den nicht abgedichteten Kanalschächten am Ende der Leitung traten die entstandenen Gase wieder aus, der gesamte Bereich zwischen Schule und Ortsausgang stank zeitweise nach Schwefel oder faulen Eiern.

veröffentlicht am 09.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 05:41 Uhr

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Um die Geruchsbelästigung zu unterbinden, wurden in der Vergangenheit immer wieder Aktivkohlefilter in die Kanalschächte eingebaut. Das ausströmende Gas konnte so zurückgehalten werden, die Luft in der Unsener Straße wurde merklich besser. Gelindert wurden derweil aber nur die Symptome des Gestanks, nicht das Problem an sich. Genau das soll sich jetzt ändern.

„In den Endschächten, dort, wo das Gas sich mit Sauerstoff vermischt, entsteht Schwefelsäure, die die Steigeisen und den Beton angreift“, berichtet Abwasserbetriebs-Leiter Wolfgang Schnüll. Damit die Zerstörung der Kanalanlage in Holtensen nicht weiter voranschreitet und der Schacht nicht baufällig wird, führt der Fachbereich Umwelt und technische Dienste der Stadt Hameln seit Juni eine Versuchsreihe mit unterschiedlichen Zusatzmitteln durch, die direkt im Pumpwerk Unsen zudosiert werden und die Bildung von Schwefelwasserstoff unterbinden sollen.

„Die Versuche zeigen, dass die Gaskonzentration durch die Zugabe von Eisen(II-) oder Eisen(III-)chlorid auf null reduziert werden kann“, erklärt Schnüll, „wir sind also auf dem richtigen Weg.“ Auch in anderen Städten habe sich die Zugabe solcher Mittel bereits bewährt. Die Frage sei nun nur noch, welches Mittel eingesetzt werden soll. „Es gibt unterschiedliche Hersteller, und wir testen derzeit, welches Mittel am wirtschaftlichsten arbeitet“, sagt der Abwasser-Fachmann.

Im kommenden Jahr, wenn die Temperaturen wieder steigen, wird die Versuchsreihe zu Ende gebracht. Die Installation der Dosierstation am Pumpwerk Unsen ist für Mai 2013 geplant. „Die Kosten hierfür sind noch nicht abzuschätzen, da die Angebote der unterschiedlichen Anbieter noch nicht vorliegen“, sagt Schnüll. Aber: Ganz gleich, auf wie viel sich der Betrag im Endeffekt beläuft – er ist in jedem Fall über den Gebührenhaushalt der Stadt abgedeckt. Scheint, als könnten die Holtenser endlich aufatmen – und sich auf den nächsten Sommer freuen, anstatt sich die Nase zuzuhalten.

Blick ins Kanalnetz: Durch Fäulnisprozesse entsteht hier Schwefelwasserstoff, der vor allem in den Sommermonaten zu Geruchsbelästigung in Holtensen führt. Fotos: tis/Archiv



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