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Sanierung der Fußgängerzone macht Hamelner Gastronomen zu schaffen

„Es muss mehr Leben in die Altstadt“

Hameln (CK). Eine Baustellenparty reicht nicht aus, um die mit der Sanierung der Fußgängerzone verbundenen Beeinträchtigungen aufzufangen. Das gilt zwar nicht nur, aber besonders für die in der Altstadt, besonders in der Osterstraße und am Pferdemarkt ansässige Gastronomie. Gabriele Güse, wiedergewählte Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), weiß natürlich, dass sich vor allem Stadtmarketing und Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) „immer wieder Gedenken machen“, um die auf drei Jahre angelegte Bauzeit für alle möglichst erträglich zu gestalten.

veröffentlicht am 23.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 12:21 Uhr

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„Die Situation ist sicher nicht einfach, weder für die Gastronomie noch für den Einzelhandel“, weiß auch HMT-Chef Harald Wanger. Natürlich werde es Belastungen geben, dafür sei hinterher aber alles umso schöner. „Man könnte die Fußgängerzone sicher auch in kürzerer Zeit sanieren. Dann aber wäre die komplette Innenstadt praktisch lahmgelegt“ warnt er.

In den letzten Jahren hat sich das Bild in Oster- und Bäckerstraße ziemlich gewandelt: Hier reiht sich Café an Café, die allermeisten haben Außenbestuhlung. Auch wenn Gabriele Güse irgendwo eine „natürliche Grenze“ sieht, so verweist sie doch auf die Prinzipien der freien Marktwirtschaft, wonach es jedem selbst überlassen bleibe, ein Eis- oder anderes Café in der Fußgängerzone zu eröffnen, entsprechende Genehmigung vorausgesetzt. Was ihrer Ansicht nach aber dringend fehlt: „Es muss abends mehr Leben in die Innenstadt!“ Über die Neugestaltung der Fußgängerzone an sich könne man natürlich trefflich streiten, aber passieren müsse dringend etwas, auch im Interesse der Gastronomen aus dem Umland. „Wer kommt denn etwa nach Esperde, wenn in Hameln nichts los ist?“ fragt sie mit Blick auf das geschlossene Museum und die ebenfalls geschlossene Erlebniswelt Renaissance.

Dass die Gastronomie (und auch die Hotellerie) aber auch ohne die Bauarbeiten in der Fußgängerzone derzeit zu kämpfen haben, daraus macht die Dehoga-Chefin kein Hehl. Der extreme Winter hat den Unternehmen bereits einen Teil des Geschäfts verhagelt, und auch die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Hotels von 19 auf sieben Prozent sei noch keine Lösung. „Das ist ungeheuer schwierig, wenn für die Übernachtung der ermäßigte Satz gilt, für das Frühstück aber der volle. Unsere Mitarbeiter haben deswegen täglich Diskussionen mit Geschäftsreisenden, die anschließend mit dem Finanzamt klarkommen müssen.“

Immerhin nutzen nach Güses Erfahrung etliche Berufskollegen die Steuerentlastung, zum Investieren. Die Familie Güse selbst hat in die „Börse“ investiert, um mehr Kapazitäten und eine noch höhere Qualität zu schaffen. Gesamtinvestition: rund 200 000 Euro. „Auch viele anderen Kollegen investieren, unter anderem auch in das Preis-Leistungsverhältnis oder in die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter, um im europäischen Markt wettbewerbsfähig zu werden“, weiß die Vorsitzende. Und die, die noch nicht investiert haben, könnten dadurch wenigstens Umsatzrückgänge auffangen und müssten deshalb nicht schließen. Ein Riesenevent war für Güse und ihre Berufskollegen das Rattenfänger-Jubiläumsjahr. „Ob der Erfolg nachhaltig ist, bleibt abzuwarten. Aber wir gehen eigentlich davon aus“, sagt sie. Und Wanger bestätigt: „Im letzten Jahr gab es wegen des Jubiläums ein sehr, sehr gutes, außergewöhnliches Ergebnis, sowohl in Zahlen als auch im Renommee. „Schade nur, dass so viele Betrieb die Plattform des Verbandes nicht nutzen und zu wenig Solidarität untereinander zeigen.“

Cafés gibt es in der Hamelner Innenstadt reichlich – abends allerdings leert es sich hier. Und die Baustelle Fußgängerzone ist alles andere als attraktiv.

Foto: Dana



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