weather-image
26°
Beschicker des Hamelner Weihnachtsmarktes beklagen deutlich geringeres Interesse am Budenzauber

„Es kommen immer weniger Einheimische“

Hameln (HW). Es ist nicht nur gefühlt, sondern auch faktisch – das Besucherinteresse am Hamelner Weihnachtsmarkt fällt in diesem Jahr deutlich geringer aus als in der Vergangenheit. „Es kommen immer weniger Einheimische, auch mittags ist nicht mehr so viel los, bleiben viele Tische leer“, hat Josef Bacher beobachtet. Er verkauft seit vielen Jahren für das Bad Pyrmonter Unternehmen SEC-Schlüter Reibekuchen hinter dem Hochzeitshaus.

veröffentlicht am 06.12.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 12:41 Uhr

270_008_4417036_hm104_0712.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Seit 14 Tagen sind inzwischen die Buden auf dem Hamelner Weihnachtsmarkt geöffnet, aber die Umsätze stellen die Marktbeschicker zur Halbzeit noch nicht zufrieden. „Es könnte mehr sein, aber es zieht leicht an; insbesondere an den Wochenenden“, sagt Christine Meyer. Die Hamelnerin betreibt an der Marktkirche eine Bude mit Fischspezialitäten und Winzerglühwein – da legt sie Wert drauf, denn die Unternehmerin betont, dass das von ihr angebotene Wintergetränk nicht in Kanistern angeliefert werde, sondern direkt vom Erzeuger. „Zu Beginn der Veranstaltung habe ich das Gefühl gehabt, dass die Hamelner den Weihnachtsmarkt boykottieren“, sagt Christine Meyer, die erstmals am Budenzauber rund um das Hochzeitshaus teilnimmt. Eine Einschätzung, die auch Bacher teilt: „Die Bude von Zladko fehlt. Das war eine Anlaufstelle, die insbesondere die Hamelner für Glühwein-Gespräche nach Feierabend genutzt haben. Davon haben wir alle was gehabt, da war immer ein Miteinander.“ Zladko Hodko, ein gebürtiger Kroate, zählt gewissermaßen zu den Männern der ersten Stunde des Hamelner Weihnachtsmarktes und hatte zusammen mit Ehefrau Ete „Etes Hütte“ zu einem beliebten Treffpunkt für jung und alt gemacht. In diesem Jahr allerdings war dem Paar erstmals ein Standplatz verweigert worden, weil es den Kriterienkatalog nicht vollständig erfüllte. Da halfen auch 2000 Unterschriften von Stammgästen nichts.

Was den zweiten Adventssonntag zudem beeinflusste, war der plötzliche Wintereinbruch. Das hat insbesondere Touristen abgehalten, sich auf den Weg in die Rattenfängerstadt zu machen. Wer angesichts widriger Straßenverhältnisse und Unwetterwarnungen im Rundfunk sein Auto nicht unbedingt brauchte, ließ es stehen und blieb zu Hause. Dafür registrierten die Markt-Beschicker jedoch am vergangenen Samstag erstmals in diesem Jahr eine illustere Menschenschar.

„Ich habe zwar wenig Erfahrungswerte mit dem Weihnachtsmarkt in Hameln, weil ich sonst immer in Hildesheim oder Hannover tätig war, aber die Umsätze hier lassen zu wünschen übrig“, gesteht Andrea Flor, die den Stand von Coloris Kerzenmanufaktur aus Wölpinghausen betreibt. Ihr ist aufgefallen, dass der Weihnachtsmarkt in Hameln mit „extrem viel Getränke- und Imbissbuden“ bestückt ist, und viel zu wenig Kunstgewerbestände vorhanden seien. „Hier gibt es wenig anzugucken, insbesondere für Kinder“, sieht Andrea Flor einen Grund für das mangelnde Besucherinteresse. Und auch André Kallies von der Firma FTE Ahrend, die mit vier Ständen vertreten ist, bekennt: „Noch im letzten Jahr war viel, viel mehr los. Aber es geht, wir können nicht meckern.“

270_008_4417040_hm105_0712.jpg

Dass bislang im Vergleich zu den Vorjahren weniger Busse mit Touristen den Weihnachtsmarkt in Hameln ansteuern, will Harald Wanger noch nicht bestätigen. Der Geschäftsführer der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) spricht von einer „Momentaufnahme“ und verweist auf die noch fehlende Auswertung: „Das kann an den beiden nächsten Adventswochenenden ganz anders aussehen. Ich werde mich zu den Zahlen erst äußern, wenn ich einen verlässlichen Überblick habe.“

Einen Grund für den bisherigen Besucherschwund hat Peter Ehlerding hingegen bereits ausgemacht: „Das Wetter spielt überhaupt nicht mit. Der Wintereinbruch kam viel zu früh“, sagt der Vorsitzende der IG Weihnachtsmarkt. Auch räumt er ein: „Die Getränke- und Imbissbuden sind zu überdimensioniert, es ist alles etwas unglücklich gestellt.“ Kunsthandwerker hätten abgesagt, weil sie sich auf der Osterstraße platzieren sollten und Umsatzeinbußen befürchteten. Ehlerding verweist auf die Begehung, die am kommenden Donnerstag stattfinden soll: „Wir werden wesentlich darauf einwirken, dass die Aufstellung anders und der gesamte Weihnachtsmarkt überdacht wird. Wir warten auf die Gespräche, die uns versprochen wurden.“

Hält der Branchenmix Besucher vom Weihnachtsmarkt fern? Beschicker klagen, dass es zu viele Imbiss- und getränkebuden gibt.

Fotos: Dana Auch in der Mittagszeit bleiben die

Tische oft leer.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare