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Wiederaufbau des letzten verbliebenen Fischerhauses weiter ungewiss / Balken lagern unter freiem Himmel

Es knirscht im Gebälk

Hameln.Der Verbleib des letzten Fischerhauses – ein Thema, das viele Hamelner, darunter Willi Gläser beschäftigt. Auch Museumsleiter Stefan Daberkow ist involviert; lagern die Balken und Überreste des letzten Fischerhauses doch auf dem Gelände des Museumsdepots in Afferde – derzeit unter freiem Himmel. Und daran wird sich zumindest kurzfristig nichts ändern. „Aber das ist keine Dauerlösung“, bekräftigt Daberkow.

veröffentlicht am 15.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:21 Uhr

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Autor:

von Karen Klages
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2006, während des Baus der Stadt-Galerie, musste das letzte von einst sechs Fischerhäusern an der Stubenstraße dem Einkaufscenter weichen. Das zweigeschossige Fachwerkhaus wurde vorsichtig von Bauunternehmer Werner Otto mithilfe ehrenamtlicher Denkmalpfleger von der Interessengemeinschaft Bauernhaus abgetragen. „Es wäre schön, es wieder aufzubauen oder etwas anderes mit den Balken zu machen“, sagt Daberkow, der bestätigt: „Wir führen Gespräche mit verschiedenen Parteien und versuchen, eine sinnvolle Lösung für das Fischerhaus zu finden.“ Er stünde allerdings nicht kurz davor, diese präsentieren zu können. „Ein Aufbau des Fischerhauses kann nur realisiert werden, wenn es einen Standort gibt und die Betreuung des Hauses sichergestellt ist. Man kann es ja nicht einfach so in die Landschaft stellen“, sagt Klaus Arnold, Vorsitzender des Hamelner Museumsvereins.

Dem Leiter des Hamelner Museums ist bewusst, dass die Bauteile des Fischerhauses „jetzt schon sehr lange liegen“. Wie robust das Eichenholz, aus dem die Balken des Fischerhauses bestehen, letztlich sei, kann laut Daberkow nur ein Baufachmann beurteilen. Bis März 2012 lagerten die Eichenbalken in einer Scheune in Klein Berkel. „Es gab zu dem Zeitpunkt keine Verschlechterung durch Verpilzung, weil der Scheunenboden relativ trocken war“, erklärt der selbstständige Zimmermann Burkhard Jürgens, der beim Abtrag des Fischerhauses mit dabei war. Er schätzt, dass lediglich zwei Drittel Balken in brauchbarem Zustand seien.

Laut Werner Otto sind schon beim Abbau des Fischerhauses nicht alle Balken in gutem Zustand gewesen. Auch die Stadt Hameln wusste um die schlechte Bausubstanz. Trotzdem war die „Erhaltung des Materials eine Option für eine Rekonstruktion, die Museum und Museumsverein sich offen halten wollten“, Stadtsprecher Thomas Wahmes. Aufbauen und mit neuem Material ausstatten, könne man das Fischerhaus nach Ansicht der Bauexperten auf jeden Fall. „Das Fischerhaus ist zu wertvoll, um es nur rumliegen zu haben“, betont Jürgens. Auf 40 000 bis 70 000 Euro schätzt er die Kosten für einen Wiederaufbau. Dass sich in diesem Jahr noch etwas tut, damit rechnet der Zimmermann aus Selxen nicht. Überhaupt ist er enttäuscht, dass ein Wiederaufbau hier in den vergangenen acht Jahren nicht realisiert werden konnte. Zumal es Vorschläge gab. Der frühere Vorsitzende des Museumsvereins, Dr. Dietrich Lösche, wollte das Haus im Museumsgarten aufbauen lassen. Die Grundfläche des Fachwerkhauses ist so klein, dass dies möglich gewesen wäre. Doch daraus wurde nichts. „Das Haus war als Reihenhaus gebaut und stand erst allein, als seine Nachbarn abgerissen worden waren. Eine endgültige frei stehende Präsentation hätte ein unhistorisches Bild ergeben. Außerdem hätten Museum und Fischerhaus zu dicht nebeneinander gestanden, die Brandgefahr war zu groß“, so Wahmes. Weitere Ideen zum Wiederaufbau auf dem Werder, als Spielhaus im Eugen-Reintjes-Kindergarten oder als Wohnhaus wurden aus verschiedenen Gründen verworfen.

Jetzt ist die Geschichte des Fischerhauses immer noch nicht zu Ende geschrieben. Aber Otto will „sich mal wieder Gedanken machen“, wo und wie man das Fischerhaus aufbauen könne. Der Bauunternehmer verspricht ebenso wie Zimmermann Jürgens, Hilfestellung zu leisten. Museum und Museumsverein müssten sich nur melden.

Bildergalerie auf dewezet.de

Die Balken des letzten verbliebenen Fischerhauses lagern auf dem Gelände des Museumsdepots in Afferde. Bis März 2012 waren die Überreste in einer relativ trockenen Scheune in Klein Berkel untergebracht.

fn



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