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"Es ist viel angeschoben worden"

veröffentlicht am 19.10.2014 um 19:44 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:30 Uhr

Ein ordentliches Wohngebiet sieht anders aus. Dana
Hameln.(HW) „Die Situation ist zwar nach wie vor schwierig und es bedarf auch noch Zeit, stabile Strukturen zu schaffen und die Integration zu fördern, aber es hat sich in den Bereichen Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit schon einiges zum Besseren geändert.“ Mit diesen Worten hat die neue Projektkoordinatorin Claudia Schmidt ihren ersten Sachstandbericht zum sozialen Hamelner Brennpunkt „Kuckuck“ begonnen. Das liege nicht zuletzt an den regelmäßigen melderechtlichen Kontrollen und der verstärkten Polizeipräsenz. Das zeige Wirkung, denn kriminelle Handlungen würden streng geahndet. „Wir akzeptieren keine Müllberge mehr, und dass Menschen in Autos campieren oder Kinder nicht zur Schule gehen“, sagte Schmidt vor dem Ausschuss für Stadtentwicklung und betonte: „Der Rat möchte eine Willkommenskultur schaffen.“ Schließlich seien die Menschen gekommen, um ein besseres Leben zu führen. Auch die inzwischen vor Ort eingerichteten Hilfsangebote fänden immer mehr Anerkennung und Annahme. Wille zur Integration sei durchaus erkennbar. Dazu hätten auch die Aktivitäten durch den Hamelner Verein Sozial – Aktiv – Menschlich, kurz SAM genannt, beigetragen. Zudem gebe es jeden Montag einen „offenen Bewohnertreff“, bei dem Sorgen besprochen und bereits erste Ideen für Gemeinsamkeit im Quartier entwickelt worden seien. „Beispielsweise für ein Straßenfest. Was sich ergeben wird, lässt sich nicht planen, sondern muss gemeinsam entwickelt werden“, erläuterte die Projektkoordinatorin. Selbstkritisch räumte sie vor der Politik aber auch ein: „Es ist immer noch nicht das, was man sich unter einem ordentlichen Wohngebiet vorstellt, aber seit Jahresbeginn ist viel angeschoben worden.“ Eine Barriere sei jedoch nach wie vor die Sprache. Zwischenzeitlich sei es jedoch gelungen, eine Deutschlehrerin zu engagieren, sodass schon in Kürze Sprachkurse angeboten werden können. Die Stundenzahl des Dolmetschers sei aufgrund hoher Frequenz von zwölf auf 18 erhöht worden. Zudem kündigte Schmidt an, dass im kommenden Jahr „eine zweite Person als Dolmetscher verpflichtet“ werden solle. Für das Quartier Kuckuck hat die Stadt Gelder aus dem Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ des Bundes beantragt. Wie viel daraus von Berlin in die Hamelner Stadtkasse überwiesen werden wird, ist noch offen. „Wir haben bislang nur die Eingangsbestätigung für unseren Antrag bekommen. Eine Entscheidung fällt erst 2015“, heißt es im Rathaus. Von dem erwarteten Fördergeld aber sollen Handlungskonzepte erstellt werden. Zudem sollten Anreize für Gebäudeeigentümer geschaffen werden, um in die Häuser zu investieren und beispielsweise durch das Aufstellen von Spielgeräten, die Infrastruktur des Wohngebietes zu erhöhen. Laut Baudezernent Hermann Aden arbeiteten auch Stadt und Landkreis Hameln-Pyrmont in Sachen „Kuckuck“ Hand in Hand und gut zusammen. „Es geht langfristig darum, die Aufenthaltsqualität in dem Wohngebiet zu steigern, die Integration zu fördern und die Bewohner in den Arbeitsmarkt zu vermitteln“, erklärte Claudia Schmidt. Für ihren umfassenden Bericht bekam die Projektkoordinatorin aus den Reihen der Politik fraktionsübergreifend viel Lob und Anerkennung. „Ein Stein ist ins Rollen gebracht worden“, sagte Daniel Schimanski. Der CDU-Politiker forderte jedoch Nachhaltigkeit und erntete dafür das Kopfnicken der aller Ausschussmitglieder.

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